Sonntag, 13 April 2014 00:00

Fataler Fehlpass liess sicher geglaubten Punkt entschwinden

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Damen 2. Liga: HC KTV Altdorf – Emmen 21:21

Sieg zum Saisonabschluss lag in Griffweite. Doch Luzerner Vizemeisterinnen musste im letzten Moment ein Zähler abgetreten werden.

Mirjam Arnold mogelt sich durch Abwehr Emmens. FOTO: RUEDI AMMANNAm Samstagabend wurde in den Reihen der 2.-Liga-Damen der Schlussstrich unter die Meisterschaft gezogen. Die Bilanz zum Punktemarathon 2013/14 fällt durchzogen aus: Immerhin gelang dem HC KTV Altdorf ganz klar der Klassenerhalt. 6 Punkte trennen die Urnerinnen schliesslich in der Zehnergruppe vom ominösen roten Strich. Einen Titel durften sich die Urnerinnen zudem unter den Nagel reissen: Noemi Gisler darf sich als erfolgreichste Skorerin in der Region Innerschweiz feiern lassen. Im Verlaufe der 18 Partien traf sie satte 140-mal ins Schwarze – mehr als sieben Treffer durchschnittlich für das Rendement ihrer Truppe erzielend. Wie Noemi Gisler nach Meisterschaftsschluss zu Protokoll gab, will sie auch im Laufe der nächsten Saison weiterhin die Farben ihres Vereins tragen. Weniger klar präsentiert sich die Zukunft aus der Sicht weiterer Stammspielerinnen. Sie sind sich zurzeit noch nicht im Klaren darüber, wie es weitergehen soll.

Noemi Gisler – ab die Post… (Innerschweizer Torschützenkönigin 2. Liga). FOTO: RUEDI AMMANN   Generell ist zu bedauern, dass der HC KTV Altdorf nur über ein höchst schmales Kader an Spielerinnen verfügt – eine Aufstockung wäre eigentlich dringend nötig. Nicht mehr mittun will künftig Coach Angelo Pedroncelli. Er hat es in der Vergangenheit immer wieder verstanden, sein Team „im Rennen“ zu halten. Schade, aber durchaus nachvollziehbar ist, dass er nun etwas mehr Zeit für sich selber beansprucht. Zu hoffen bleibt, dass seine beiden Töchter Monja und Alissa wenigstens mit von der Partie bleiben, und weiterhin mithelfen, an der Seite anderer bewährter Teamstützen sowie junger Nachwuchstalente dafür zu sorgen, dass der HC KTV Altdorf in der 2. Liga künftig weiterhin erfolgreich um die Punkte fightet.

Angelo Pedroncelli tritt als bewährter Coach zurück. FOTO: RUEDI AMMANN10:8-Halbzeitführung für Urnerinnen

Gegen die Tabellenzweiten – und Gewinnerinnen des Regionalcups – startete der HC KTV Altdorf vielversprechend in die Saisonabschlussvorstellung. 5:2 führten die Gastgeberinnen nach dem ersten Drittel der Gesamtspielzeit. Noemi Gisler und Brigitte Mohenski (beide zweimal) sowie Mirjam Arnold (nach ihrer Verletzung und vorübergehendem Ausfall wieder mit dabei) bewerkstelligten die 10:7-Führung ihres Kollektivs. Handball Emmen verkürzte in der Folge, vermochte aber aus einem Überzahlspiel (Zeitstrafe gegen Livia Waser) keinen weiteren Profit zu schlagen, so dass die Pause beim Stande von 10:8 angetreten werden konnte.

Monja Pedroncellis 20:18 schien die Siegsicherung zu bedeuten. FOTO: RUEDI AMMANNElf torlose Minuten

Desolat startete der HC KTV Altdorf in den zweiten Spielabschnitt. Ein erkennbares Spielkonzept wurde vermisst – Eigenfehler waren die Regel, nachdem die Luzernerinnen auf ein aggressives Forecheking umgestellt hatte. Nach 40 Minuten hatte sich der Platzklub einen 10:13-Rückstand eingehandelt. Monja Pedroncelli löste den „Knopf“ in der 41. Minute. Noemi Gisler sowie die Jüngste in beiden Teams, Janine Zurfluh (Jahrgang 1999), trafen zum 13:13. Danach schien das Zünglein an der Waage wieder zugunsten der Gäste auszuschlagen (15:17). Glücklicherweise vermochte Kora Munzert in dieser kritischen Phase einen Penaltyball mirakulös zu parieren. Monja Pedroncelli sowie Noemi Gisler (zweimal) meldeten ihr Kollektiv wieder ins Spielgeschehen zurück, nachdem es den Urnerinnen definitiv gelungen war, die Durststrecke zu beenden. Wenige Minuten vor Jüngste auf dem ganzen Feld: Janine Zurfluh; sie erzielte das 13:13. FOTO: RUEDI AMMANNSpielschluss hatten Monja Pedroncelli und Noemi Gisler die Gastgeberinnen gar vielversprechend in Front geballert (21:18) – der Sieg schien an Land gezogen. Doch Emmen drückte nochmals aufs Gaspedal, überrannte die in dieser Phase nicht sonderlich stabil wirkende Altdorfer Abwehr zweimal hintereinander respektlos, um schliesslich einen katastrophalen Fehlpass der Einheimischen – auf Höhe der Mittellinie produziert – knallhart mit einem Gegenstoss zu beantworten und das Remis in letzter Sekunde aus dem Feuer zu reissen.

Altdorf spielte mit: Kora Munzert, Elena Müller; Mirjam Arnold (3), Noemi Gisler (12), Stephanie Gisler, Brigitte Mohenski (2), Alissa Pedroncelli, Monja Pedroncelli (3), Livia Waser, Lea Zgraggen, Janine Zurfluh (1).

 

 

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