Sonntag, 08 Februar 2015 00:00

Tolle Leistung – schlecht honoriert

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HC KTV Altdorf – SG Ruswil/Wolhusen/Nottwil 31:32

gislernoe ruswwol filteredBeinahe wäre es den Urnerinnen gelungen, den Leaderinnen ein Bein zu stellen. Letzte Sekunden spielten den Luzernerinnen in die Hand.

Die SG Ruswil/Wolhusen/Nottwil war am Samstagnachmittag in der Feldliarena angetreten, um sich einen klaren Sieg unter die Nägel zu reissen. Doch Fehlanzeige: Die Gastgeberinnen hielten in ihrem wohl besten Spiel der laufenden Saison mit und lauenbrachten die letztjährigen Aufstiegsrundenteilnehmerinnen bis zuletzt in arge Nöte. Erst ein kurliges Tor sowie ein Penalty führten die Entscheidung zugunsten der vom Glück begünstigen Besucherinnen herbei. Die Erkenntnis: Ein Punktegewinn der KTV-Truppe wäre mehr als verdient gewesen. Jetzt verbleibt sie in der Relegationsproblemzone: 7. Willisau (14/10), 8. Altdorf (14/8), 9. Mythen-Shooters (12/4), 10. Dagmersellen (15/0), 11. Sursee (0, Rückzug).

Vier-Tore-Rückstand weggesteckt

Gar nicht gut fanden die Altdorfern aus den Startlöchern. Die Gäste trafen viermal ins Volle. Doch zweimal Mirjam Arnold sowie Brigitte Mohenski-Tännler gaben Gegensteuer (3:4). Danach waren die agil, ideenreich und sicher wirkenden Luzernerinnen vermehrt am Drücker. Nach 22 Minuten führten sie mit fünf Längen Vorsprung (7:12). Zwei weitere Tore Mirjam Arnolds und ein Treffer Brigitte Mohenski-Tännlers brachten die KTV-Truppe wieder ins Gespräch (10:12). Ein durch die Gäste angefordertes Timeout verpuffte wirkungslos. Noemi Gisler (an diesem Abend mit 10 Toren, vor Mirjam Arnold mit 7 und Isabelle Lauener mit 6 Erfolgserlebnissen beste nr.4ruswwolh filteredSkorerinnen) war in der Folge nämlich durch drei sehenswerte Einschüsse - zweimal mittels kompromisslos verwerteter Penaltys - für das 13:14, Mirjam Arnold später für das 14:15 besorgt. Dem 14:16 setzte Noemi Gisler unmittelbar vor der Pause den erneuten KTV-Anschlusstreffer entgegen.

Erstmalige Führung in der 53. Minute

Die Partie verlief nach dem Tee weiterhin im Zeichen beidseitig starker Leistungen. Die KTV-Deckung wirkte recht damenepptimeoutkompakt, geriet aber phasenweise erneut mit bis zu drei Längen in Schieflage, wobei sie sich bei 1:1-Situationen (zu oft) durch raffinierte gegnerische Finten austricksen liess. Zwischen der 49. und 53., beim Stande von 24:27) setzten sich die Einheimischen vermehrt in der Deckung der Gäste fest, auch von gegnerischen Zeitstrafen profitierend. Zweimal Noemi Gisler, ferner Stephanie Gisler, bewerkstelligten den Ausgleich. Noemi Gisler schoss ihr Kollektiv – erstmals an diesem Spieltag – gar in Front (28:27). Die letzten sieben Spielminuten rissen die Zuschauer echt von den Sitzen. Der HC KTV Altdorf wirbelte die Gegnerinnen mehrmals schwindlig, Letztere mit verschiedenen Aktionen immer wieder in Rückstand werfend.

Der abschliessende Handballkrimi

Beim Stande von 30:30 liess Stephanie Gisler, 120 Sekunden vor Spielschluss, ihr Team definitiv von einem Sieg träumen. Doch ein höchst kurliges Tor führte zum erneuten Gleichstand, nachdem ein direkt vor Luzia Briker aufspringender Drallball sich über die verdutzte KTV-Hüterin hinweg wie ein Stein senkte und irgendwie den Weg ins Tor fand. Zu allem Ungemach handelte sich der KTV 30 Sekunden vor Spielschluss noch einen Penalty ein, den die Gegnerinnen nicht unverwertet liessen und dadurch ihren Sieg definitiv zementierten. Zumal das Ersetzen der Torsteherin durch eine zusätzliche Akteurin (nach einem angeforderten letzten Timeout) den nun auf dem Feld überzähligen Urnerinnen nichts mehr eintrug.

Voll des Lobes zeigte sich Coach Stefan Epp nach dem Abpfiff: „Leider fehlten uns in der Schlussphase etwas die Kraft und Kondition, um den Ranglistenersten definitiv ein Bein stellen zu können. Alles in allem erbrachte unser Team indessen eine starke, weitgehend überzeugende Leistung – jede Spielerin setzte sich für das Kollektiv beeindruckend ein. Gegen die spielstarken Luzerner Angreiferinnen lieferte insbesondere auch unsere Abwehr eine gute Vorstellung ab.“

Altdorf spielte mit: Luzia Briker; Mirjam Arnold (7), Stefanie Baumann, Noemi Gisler (10), Stephanie Gisler (2), Isabelle Lauener (6), Brigitte Mohenski-Tännler (4), Kora Munzert-Piepgras, Alissa Pedroncelli, Monja Pedroncelli (2).

 

Gelesen 1126 mal Letzte Änderung am Sonntag, 08 Februar 2015 17:36