Sonntag, 22 November 2015 00:00

Seniorinnen sorgten für Knalleffekt

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HC KTV Altdorf – Mythen-Shooters 20:17

Nichts für schwache Nerven war das Urschweizerinnenderby. Erst in den Schlussminuten sorgten die Urnerinnen für den Umschwung.

da abw mythAltdorfs Handballerinnen dümpelten im bisherigen Meisterschaftsverlauf am Tabellenende herum. Das hatte seine Gründe. Zum einen fehlte ihnen eine Prise Wettkampfglück, zum andern war das ganze Kader ganz einfach (zu) klein, schliesslich rührte aber auch die Verletzungshexe tüchtig im Topf der Altdorferinnen. So fielen im Rahmen des vorangegangenen Fights die bewährten Spielmacherinnen und Skorerinnen Mirjam Arnold und Noemi Gisler aus.

Was war da zu tun, nachdem die Lage am Tabellenende immer prekärer geworden war respektive der Abstieg definitiv zu dräuen begann? Nun: die Damenabteilung wusste Rat. Waren da nicht noch die ehemaligen Nati-B-Akteurinnen, die sich regelmässig (wöchentlich einmal) zu Fitnessaktionen treffen und einen bilderbuchmässigen Zusammenhang pflegen? Gesagt – getan. Das Aufgebot zur siebten Runde umfasste gleich mehrere Namen vergangener Zeiten. Und siehe da. Das Rezept verfing! Im Rahmen einer von den Sitzen reissenden Schlussphase lieferten die Gastgeberinnen (mit sieben Ehemaligen angetreten) in der Feldliarena am Samstagnachmittag ein geniales Finale ab. Sie stellten den heiss ersehnten Sieg sicher.

Schwyzerinnen-Widerstand bis zuletzt

Anzumerken bleibt, dass die Besucherinnen nur mit einem Minikader angerückt waren und die letzte Spielphase nach dem verletzungsbedingten Ausfall einer Akteurin - in Ermangelung eines Ersatzes - in stetiger Unterzahl absolvieren mussten. Die im da bilec temoutSchnitt viel jüngeren Mythen-Shooters erwiesen sich trotz dieses Handicaps als höchst ungemütliche, aufsässige Gegnerinnen, die sich bis aufs Messer wehrten und erst im letzten Moment die Waffen streckten. Ein Kompliment gilt dem HC KTV Altdorf, der mit den verschiedenen Seniorinnen eine höchst beachtliche Leistung erbrachte und sein Punktetotal im Zwischenklassement der Meisterschaft erhöhte.

Noch bleibt im Hinblick auf den Klassenerhalt für die Altdorferinnen viel zu tun. Bis zum Abschluss der neunteiligen Qualifikationsrunde stehen in der Gruppe 1 noch die Partien gegen Willisau (auswärts) und Handball Emmen (home) an. In der dagnosmythProblemzone stecken zurzeit (ab Rang vier): Willisau (8 Punkte), Kriens (5), Borba/Luzern (5), Altdorf (4), Stans (4) sowie die Mythen-Shooters (2).

Trotz Sieben-Tore-Vorsprung noch gezittert

Im Spiel gegen die Tabellenletzten begannen die Altdorferinnen vielversprechend. Es waren die Seniorinnen Andrea Clapasson und Manu Zberg (zweimal), welche für das frühe 3:1 besorgt waren und damit bewiesen, dass sie ihr handballerisches „Handwerk“ noch gut beherrschen. Die Mythen-Shooters zogen mit wirbligen Aktionen gegen den defensiv kaum sattelfest wirkenden KTV gleich. Danach übernahmen die Urnerinnen das Zepter. Bis zur Pause erhöhten sie auf 13:7.

dalauenmythZu Beginn der zweiten Halbzeit verkürzten die Besucherinnen auf 13:8. Luzia Briker parierte danach ein gegnerisches Penaltygeschoss. Doch diese Erfolgsaktion schien die Altdorferinnen eher zu verunsichern statt zu beflügeln: Zahlreiche ihrer Aktionen waren in der Folge durch technische Fehler geprägt. So kam es, dass die Schwyzerinnen bis zur 41. Minute den Ausgleich zu bewerkstelligen vermochten (14:14) und in der 53. Minute gar trotz Unterzahl in damirjarnoldFührung zogen. Altdorfs Kollektiv wirkte nun trotz eines durch Coach Alex Bilek angeforderten Timeouts weiter verunsichert. In dieser Phase ordneten Patty Clapasson und Co. ihre Reihen neu. Erstere sowie Anita Müller-Gnos waren für das beruhigende 18:16 besorgt. Patty Clapasson fetzte abschliessend einen Penaltyball ins gegnerische Netz. Der Sieg war damit definitiv perfekt und wurde natürlich frenetisch gefeiert. Alex Bilek: „Wir machten uns das Leben nach dem klaren Vorsprung selber schwer. Doch wichtig sind die beiden eroberten Punkte nach der langen Durststrecke unseres Kollektivs. Dies lässt jetzt wieder nach vorne schauen. Das Team verdient für den gezeigten Einsatz uneingeschränkte Anerkennung.“

Altdorf spielte mit: Luzia Briker; Nicole Blättler, Andrea Clapasson (2), Patty Clapasson (4), Isabelle Lauener (3), Anita Müller-Gnos (3), Kora Munzert-Piepgras, Alissa Pedroncelli (2), Susan Planzer, Kate Sommerauer (1), Jenny Walker, Manu Zberg-Stampfli (5).

 

Gelesen 1311 mal Letzte Änderung am Sonntag, 22 November 2015 09:50