Playoffs NLB/NLA: HC KTV Altdorf – Fortitudo Gossau 29:31 (14:19)

 

Hektische Schlussphase nach Aufholjagd der Innerschweizer. Gabriel Würth (Gossau) und Daniel Brack (Altdorf) mit je acht Treffern beste Skorer.

 

 

Rund 400 Zuschauer waren am Sonntagabend gespannt, ob es den Ostschweizern, welche die Heimpartie höchst knapp gewonnen hatten, gelingen würde, ohne Daniel Stahl und Oliver Schoof – beide im Hinspiel gegen die Innerschweizer verletzt –, dieses Handicap wegzustecken. Sie konnten. Dabei profitierten sie allerdings von argen Abwehrdefiziten, welche die Altdorfer im Verlaufe der ersten halben Stunde nebst öfters fehlenden kreativen Ideen im Angriff erkennen liessen. Mit fünf Toren Rückstand mussten Letztere die Pause antreten. Zu viele Unkonzentriertheiten und ungewohnt zahlreiche technische Fehler sowie oft harmlose Abschlussversuche der Platzherren spielten Gossau regelrecht in die Hände. Allerdings wirkten die Ostschweizer ungemein aggressiv und schnell, wobei sie immer wieder phonstark von einem Trupp unentwegter Fans angetrieben wurden. Die Partie verlief bis zur 11. Minute ausgeglichen, nachdem Altdorf nach 7 Minuten (Brack, Röösli, Brücker) noch 3:2 in Front gelegen hatte. Danach setzte sich Gossau bis zur 24. Minute auf fünf Längen ab (11:16). Diese Differenz hatte auch nach 30 Minuten Bestand, zumal Altdorf aufgrund zweier Zeitstrafen, die sich Topskorer Jost Brücker frühzeitig eingehandelt hatte, diesen aus Sicherheitsgründen (frühzeitig drohender Restausschluss) während längerer Zeit pausieren liess.

 

Beinahe Ausgleich geschafft

Altdorfs Kollektiv entwickelte nach Wiederaufnahme der Partie mehr Zielstrebigkeit und Präzision – Gossau liess verschiedentlich unverkennbare Lücken in Offensive und Defensive erkennen. Bereits in der 45. Minute drohte den Besuchern Ungemach, als die Urner ihren Rückstand markant reduziert hatten. Beim Stande von 21:23 war es Fortitudo-Torsteher Hug, der mit drei Topreflexen den gegnerischen Ausgleich verhinderte. Doch die Innerschweizer steckten nicht auf. Sie fighteten unermüdlich weiter, die Gossauer Deckung Mal für Mal vor grosse Probleme stellend. KTV-Spielertrainer Daniel Brack liess die Urner acht Minuten vor Schluss wieder hoffen – er verkürzte auf 25:26. Nach dem 27:29 setzten die Platzherren gute drei Minuten vor dem Abpfiff alles auf eine Karte. Sie ersetzten ihren Torsteher durch einen zusätzlichen Feldspieler. Ein Distanzschuss auf das leere KTV-Tor entschied die Partie definitiv.

 

Wenig erbauliche Schlussphase

 

Eine direkte rote Karte, gegen den vierfachen Fortitudo Skorer Mirko Milosevic (nach sackgrobem Foul) und eine Verwarnung gegen Gossau-Trainer Predrag Borkovic rundeten die wenig erbauliche Schlussphase der zuletzt hektisch verlaufenden Partie ab. Gossaus verletzter Topskorer Daniel Stahl kommentierte: „Wir zeigten einen sehenswerten Einsatz – die Schiris zerpfiffen die Partie leider auf beiden Seiten.“ Und Altdorf-Coach Predrag Ceko: „Schon wieder eine so knappe Niederlage gegen hochkarätige NLA-Widersacher. Die Quittung für eine höchst durchzogene erste Halbzeit – der unverdiente Lohn für die darauf folgende sehenswerte kämpferische Leistung unserer Truppe.“

 

Altdorfs Vereinspräsident Stefan Arnold unterliess es im Rahmen der letzten Heimpartie der Saison 2011/12 nicht, dem grossartigen Publikum für die Unterstützung herzlich zu danken.

 

Nach der Samstagabend-Niederlage von Yellow Winterthur gegen Stäfa (23:30) präsentiert sich die Playoff-Zwischenrangliste NLB/NLA wie folgt: 1. Stäfa 8 Punkte, 2. Gossau und Yellow Winterthur je 4, 4. Altdorf 0. – Zum Abschluss spielt der HC KTV Altdorf am Sonntagabend in Stäfa, am Mittwochabend in Winterthur.

 

Feldli-Arena Altdorf. – 400 Zuschauer. – Schiedsrichter: Sager/Styger. – Altdorf: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär, Dave Bär, Martin Betschart, Daniel Brack (8), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (1), Marc Fallegger (1), Sebastian Munzert (6), Daniel Röösli (7), Peter Szilagyi (1), Dave Zürcher (2), Jost Brücker (3).

 

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Daniel Bracks Anschlusstreffer - nach toller KTV-Aufholjagd - zum 25:26, acht Minuten vor Spielschluss.

 

 

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Dave Zürcher hämmert den Ball in den Kasten der Ostschweizer.

 

 

 

 

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Sebastian Munzert zeigte sich gegen Fortitudo Gossau am Sonntagabend in bester Schusslaune – sechs Treffer. FOTO: RUEDI AMMANN