Playoffs Nati B/A: HC KTV Altdorf – Yellow Winterthur 28:30

Nach drei von sechs Einsätzen stehen die Urner punktelos da. Am Sonntagabend waren sie aber erneut drauf und dran, erste Zähler einzufahren.


Kein Geringerer als der Urner Neo-Regierungsrat Beat Jörg gab am Sonntagabend den Ball - vor erneut rund 400 Kiebitzen - zum mit Spannung erwarteten Fight frei. Die Zürcher hatten sich im Hinblick auf die Playoffs mit zwei Spitzenspielern, nebst François Geiger mit dem über 170-fachen Altinternationalen Urs Schärer, verstärkt. Letzterer war es auch, der in Altdorf seine Abwehr magistral dirigierte und schliesslich unverkennbar zum Haupt-Drahtzieher respektive Erfolgsgaranten des Yellow-Kollektivs mutierte.

 

Im Zwischenklassement, nach drei der insgesamt sechs Runden, führt jetzt Stäfa mit dem Zählermaximum (NLA, 6) vor Yellow Winterthur (NLB, 4), Gossau (NLA, 2) und Altdorf (NLB, 0). Am kommenden Donnerstagabend, 17. Mai, empfängt Altdorf im letzten Heimspiel der Playoffs um 19.30 Uhr in der Feldli-Arena Gossau.

 

Nur zehn Tore in der ersten Hälfte

 

Der HC KTV Altdorf, der wieder auf Marc Fallegger und Florian Wisotzki zählen durfte, hingegen auf Ivan Fallegger zu verzichten hatte, zauberte einen vielversprechenden Auftakt aufs Parkett. Nach 64 Sekunden markierte Sebastian Munzert das 1:0, wenig später Jost Brücker das 2:0 und Daniel Röösli nach dem Zürcher Anschlusstreffer das 3:1. Zweimal traf Brücker nach dem 3:2 ins Volle (5:2). Danach begann der KTV-Angriffsmotor zu stottern. Immer weniger fanden die Urner ein Rezept, das offensiv angelegte gegnerische Bollwerk zu bezwingen. Winterthurs Angriffswirbelwinde schufen anderseits den Gleichstand (5:5, 7:7) um in der Folge innert kurzer Zeit deutlich in Vorsprung zu ziehen (9:13). Yellow profitierte immer wieder von gegnerischen Ungenauigkeiten. Tempogegenstösse liessen Altdorfs Rückstand bis zur Pause stetig grösser werden. Die Seiten wurden beim Stande von 10:16 gewechselt – Schlimmes zeichnete sich für die Platzherren ab.

 

Zwei sehenswerte Hattricks

 

Der HC KTV Altdorf fand sich vor der gegnerischen Abwehr nach Wiederaufnahme der Begegnung immer besser zurecht. Peter Szilagyi leitete die grosse Schau von Spielertrainer Daniel Brack und Jost Brücker ein: Beide meldeten ihr Team mit Hattricks wieder ins Spielgeschehen zurück (21:22, 47. Minute). Und bis zur 52. Minute kam es noch besser: Martin Betschart erzielte für die Platzherren den Gleichstand (25:25). Ein Punktegewinn lag für die im Vergleich zur ersten Halbzeit ungleich konzentrierter und auch zielstrebiger zur Sache gehenden Innerschweizer plötzlich wieder durchaus im Bereich des Möglichen. Absolutes Pech war es in der 55. und 58. Minute, dass sowohl Sebastian Munzert wie Daniel Brack Penaltybälle nicht am starken Winterthurer Hüter vorbei brachten. Die ob des gegnerischen Ungemachs sichtlich „aufgebauten“ Yellow-Akteure legten bis zur 59. Minute wieder drei Längen vor, ehe Martin Betschart mit einem Sondereffort das abschliessende 28:30 bewerkstelligte.

 

Altdorfs Ex-Coach Martin Arnold: „Ich sah zwei grundverschiedene Halbzeiten. Vorerst fanden wir gegen die klug gestaffelte Yellow-Abwehr fatalerweise kein Rezept, liefen zu wenig und erhielten die Quittung prompt präsentiert. Die zweiten 30 Minuten zeigten ein völlig anderes Bild. Es wurde unsererseits zielstrebiger und effizienter zur Sache gegangen. Ins Auge ging schliesslich, dass zwischen der 31. und 60. Minute nur mal drei Bälle von unseren Torstehern pariert wurden – zu wenig, um noch den möglichen, durchaus realistischen Punktegewinn definitiv einzufahren.“ Spielertrainer Daniel Brack: „Letztlich waren es Kleinigkeiten, die uns den Erfolg vermiesten. Nun haben wir das dritte Playoffspiel, und zwar gegen die prominenten Klubs ausnahmslos knapp, verloren. Generell darf unser Kollektiv trotz diesem Fazit stolz auf die bislang erbrachten Leistungen sein.“

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär, Peter Szilagyi (2), Dave Zürcher, Martin Betschart (2), Jost Brücker (7), Marc Fallegger, Sebastian Munzert (5), Daniel Röösli (4), Florian Wisotzki (2), Flavio Fallegger, Daniel Brack (6), Dave Bär.

 

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Neo-Regierungsrat Beat Jörg, flankiert durch die Captains Marc Fallegger (links) und Julian Graf, gab den Ball für die Partie frei.

 

 

 

 

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Peter Szilagyi setzt sich durch.

 

 

 

 

 

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Jost Brücker: mit sieben Einschüssen Topskorer der Partie; hinten (Nr. 15) der über 170-fache Altinternationale Urs Schärer (Verstärkung von Yellow Winterthur).

 

FOTOS: RUEDI AMMANN