Nationalliga B: HC KTV Altdorf – GC/Amicitia 28:25

 

Dank toller Finalissima eroberten die Urner den zweiten Tabellenplatz zurück. Jetzt winkt die Playoff-Teilnahme sozusagen hautnah.

 

Rund 400 Zuschauer erwiesen dem HC KTV Altdorf am Freitagabend in der Feldli-Arena die Reverenz. Vorerst kamen die Gastgeber gegen die jungen Zürcher, die in ihren Reihen zwei Akteure der ersten Garnitur (Nationalliga A) stehen hatten, eher etwas verhalten in Fahrt. Doch zehn Minuten vor Spielschluss (beim Stande von 22:19) hatte sich das Blatt definitiv zugunsten der Innerschweizer gewendet. Sie zogen einen unangefochtenen Sieg an Land. Als Topskorer erwies sich Spielertrainer Daniel Brack (13 Treffer). Doch der Zwei-Punkte-Gewinn war schliesslich das Verdienst des gesamten Kollektivs. Zwei Runden vor Abschluss der Qualifikations-Hauptrunde führt das Zwischenklassement Yellow Winterthur mit 32 Punkten (+57) vor dem HC KTV Altdorf (31, +66) und Schaffhausen (29, +67) an. Nun heisst es für die Brack-Truppe ganz einfach noch die Auswärtspartie in Genf gegen Chênois sowie den Heimmatch gegen Aufsteiger Siggenthal zu gewinnen. Gelingt dieser Coup, stünde der KTV erstmals und ohne anderweitige (gegnerische) Beihilfe in seiner 50-jährigen Klubgeschichte in den Playoffs NLB/NLA!

 

Ausgeglichener Fight bis zur Pause

Weil die Zürcher noch nicht aus dem drohenden Abstiegsschneider sind, kreuzten sie im Nachtragsfight der 20. Runde mit der stärkstmöglichen Formation, wie erwähnt ergänzt mit Spielern aus dem NLA-Fanionteam, auf. Ihre Akteure gingen respektlos ans Werk. Schon nach einer guten Minute lag Altdorf mit 0:2 im Hintertreffen. Zweimal traf in der Folge Spielertrainer Daniel Brack ins Volle. Der ausgezeichnet disponiert Marcel Luthiger parierte ein gegnerisches Penaltygeschoss souverän. Dem 2:3 setzte Jost Brücker den Ausgleich und wenig später die erstmalige Führung für seine Truppe entgegen. Brack und Daniel Röösli waren später für das 6:4 besorgt. Die Besucher nutzten in der Folge einige technische Fehler und verfrühte Abschlussaktionen der Platzherren kaltschnäuzig aus. Sie glichen aus. Dem 10:11 setzte der erstmals eingewechselte Marc Fallegger das 11:11 entgegen. Als dann Altdorf gleich zwei Zeitstrafen durch die kompromisslos arbitrierenden jungen Schiris aus Luzern, Anthamatten/Wapp, aufgebrummt erhalten hatten, waren wieder die Limmatstädter am Drücker (12:14). Doch Kreisspieler Sebastian Munzert besorgte unmittelbar vor dem Pausenpfiff für das 13:14. Die einheimischen Fans zeigten sich zu diesem Zeitpunkt in den „Wandelhallen“ mit der Leistung ihres Teams nicht vorbehaltlos zufrieden, insbesondere da auch der erstmals nach seiner Verletzung wieder mitspielende Peter Szilagyi nicht ganz auf die gewohnten Touren zu kommen vermochte und es der Mannschaft nur phasenweise gelang, die starke Zürcher Deckung in Verlegenheit zu bringen. „Es wurde auf dem Spielfeld bislang mit zu wenig Herzblut zur Sache gegangen“, gab etwa der frühere Herren-I-Akteur Urs Zurfluh zu Protokoll. Coach Predi Ceko liess durchblicken, dass sich die Platzherren im Hinblick auf den zweiten Spielabschnitt unbedingt etwas Zusätzliches einfallen lassen mussten. Gesagt – getan…

 

Mit dem Eintritt von Iwan Fallegger auf der linken Flügelposition und konsequenterem Spiel im KTV-Angriff eroberten sich die Gastgeber plötzlich vermehrt Spielanteile. Nachdem bereits Marcel Luthiger in der ersten Halbzeit mit ausgezeichneten Paraden aufgewartet hatte, zeigte sich auch der eingewechselte Nicolas Stocker grossartig in Fahrt. Immer wieder parierte er gegnerische Bälle. Doch es dauerte bis zur 48. Minute, ehe den Altdorfern der eigentliche Durchbruch gelang: Nach dem 19:19 waren Daniel Brack, Sebastian Munzert sowie Marc Fallegger für eine Drei-Tore-Reserve besorgt. In der Folge gaben die Innerschweizer den Vorsprung nicht mehr preis. Sie liessen sich auch von einem gegnerischen Timeout nicht beeindrucken. Zweimal Dave Zürcher sowie Iwan Fallegger mit einem spektakulären Durchbruch am Flügel zeigten sich gross in Fahrt. Daniel Brack besorgte mit einem weiteren, sicher im gegnerischen Kasten versteckten Penaltyball für den 28. und letzten Treffer seines Teams, anderseits handelten sich Torhüter Stocker sowie Munzert noch Zeitstrafen ein, die jedoch ebenso wie die zwischenzeitlich gegen den wirbligen Brack angewandte Manndeckung ohne besondere Konsequenzen blieben.

 

In der Feldli-Arena weiterhin ungeschlagen

 

Mit wohlverdienten Ovationen von den Rängen durfte sich der HC KTV Altdorf von seinem treuen Publikum verabschieden lassen, zumal er in seinem Umfeld diese Saison weiterhin ungeschlagen geblieben war. „Die tolle Teamleistung, eine eindrückliche Performance seitens Nicolas Stocker in der entscheidenden Spielphase, deutliche Leistungssteigerungen in Angriff und Defensive standen dem Erfolg unseres Kollektivs zu Gevatter“, befanden nach dem Schlusspfiff Vereinspräsident Stefan Arnold und Sportmanager Markus Brand unisono.“ Und Sebastian Munzert fand auch für jene Akteure, die anlässlich der letzten hauchdünnen Niederlage in Biel nicht zur gewohnten Form gefunden hatten, für einmal volles Lob.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär, Dave Bär, Martin Betschart, Daniel Brack (13), Jost Brücker (2), Iwan Fallegger (1), Marc Fallegger (3), Kevin Ledermann, Sebastian Munzert (3), Daniel Röösli (2), Peter Szilagyi, Dave Zürcher (4).

 

Munzert

 

Sebastian Munzert setzt die Zürcher Deckung ausser Gefecht.

 

 

 

 

 

roeslineu

 

Daniel Röösli erzielt einen seiner beiden wichtigen Treffer.

 

 

 

 

 

 

leute

 

Freude über den wiedereroberten zweiten Tabellenplatz nach erfolgtem Abpfiff.

 

FOTOS: RUEDI AMMANN