Playoffs NLB/NLA: Stäfa – HC KTV Altdorf 35:33

 

Die vierte Finalrundenpartie, welche mit nur zwei Längen Differenz verloren ging. Saisonschluss am Mittwochabend auswärts gegen Yellow Winterthur.

 

roeoeslistaefaDie fünfte Runde der sechsteiligen Playofftour Nationalliga B/A endete am Wochenende mit einem Sieg Stäfas gegen Altdorf (35:33) sowie Gossaus gegen Winterthur (27:24). Damit sicherten sich die Stäfner die Zugehörigkeit zur obersten nationalen Stärkeklasse ohne jeglichen Punkteverlust (10) vorzeitig. Noch offen ist der zweite zu vergebende Platz in der A-Liga. Altdorf könnte diesbezüglich am Mittwochabend durchaus noch das berühmte Zünglein an der Waage spielen. Vorausgesetzt, dass Gossau (8 Punkte) gegen Stäfa verliert und Yellow Winterthur (6) gegen die Urner gewinnt. Dann würde die Tordifferenz die entscheidende Rolle spielen. Gossaus Skore steht zurzeit mit 144:142, dasjenige der Yellow-Truppe mit 137:145 zu Buche. Hitchcock lässt grüssen…

 

Arge Defizite in der ersten Halbzeit

Altdorfs Vorstellung in Stäfa fiel am Sonntagabend gar nicht nach den Vorstellungen von Spielertrainer Daniel Brack und Coach Predrag Ceko aus. Ohne den verletzten Christian Bär angetreten, passte in der Abwehr während der ersten Halbzeit herzlich wenig zusammen. Im Angriff war (zu) vieles nicht das gelbe vom Ei. Nach 10 Minuten führten die Zürcher bereits 9:4. Die Gastgeber schalteten und walteten auch in der Folge weitgehend nach Belieben. Sie bauten ihren Vorsprung auf 17:9 aus und schienen einem Kantersieg entgegenzusteuern. Mit dem 18:12 zur Pause war der KTV eigentlich noch recht gut bedient. Doch die Urner spielten ihre kämpferischen Qualitäten, wie auch schon in den Partien zuvor, im Verlaufe der zweiten halben Stunde aus, wie sich weisen sollte.

 

Viel Selbstvertrauen ausgestrahlt

 

Die nach dem Tee nun plötzlich viel Selbstvertrauen ausstrahlenden Innerschweizer zeigten sich fest gewillt, den Favoriten nochmals respektlos auf die Pelle zu rücken. Der Vorsprung der Zürcher wurde Schritt für Schritt zerzaust. Nach dem 20:16 zauberte Sebastian Munzert zweimal genial – Stäfa führte führte plötzlich nur noch mit zwei Längen Differenz. Der HC KTV Altdorf liess sich von seinem Sturmlauf trotz des infolge einer Fingerverletzung ausscheidenden Marcel Luthiger (32. Minute) nicht verunsichern – denn auch Nicolas Stocker stellte zwischen den Pfosten seinen Mann. Die mehr als 500 Fans wischten sich die Augen, als Altdorf nach drei Viertel der Gesamtspielzeit den Gleichstand (25:25) bewerkstelligt hatte und 12 Minuten vor Spielschluss gar mit 28:26 in Vorsprung gezogen war. Der Thron der Stäfner wackelte zu diesem Zeitpunkt gewaltig, da die Urner eine höchst beeindruckende kämpferische Leistung zum Tragen brachten. Erst langsam etwas erlahmende Kräfte und die Routine der Höherklassigen liessen schliesslich deren Minisieg Tatsache werden. KTV-Spielertrainer Daniel Brack zeigte sich mit der Fleissleistung seines Kollektivs schliesslich durchaus zufrieden. „Es lag für uns nach der stupenden Leistungssteigerung gar ein Zählergewinn in Griffnähe. Wir bewiesen einmal mehr, dass durch Kampf und Aufsässigkeit im Handballsport viel bewegt, spielerische gegnerische Überlegenheit sowie erkleckliche Rückstände durchaus wettgemacht werden können.“ Nicht ohne anzumerken, dass der zum Zuge gelangende Nachwuchsspieler Dave Bär eine besonders beeindruckende Performance gezeigt hatte. Brack weiter: „Nun wollen wir am Mittwochabend gegen Yellow Winterthur nochmals voll zur Sache gehen, auch wenn wir im Playoffquartett (noch) zählerlos am Ranglistenende liegen.“

 

Saisonschlusspunkt in Köln

 

Die Urner Handballer werden den Schlusspunkt unter die Erfolgssaison 2011/12 im Vereinsjubiläumsjahr (50 Jahre HC KTV Altdorf) übrigens mit einer Reise nach Köln setzen. Die Mannschaft besucht am Pfingstwochenende den Championsliguefinal im nördlichen Nachbarland. Dabei werden Teams aus Madrid, Kopenhagen, Berlin und Kiel im Einsatz zu sehen sein.

 

Auf Hochtouren laufen im personellen Sektor hinter den Kulissen natürlich bereits die Vorbereitungen auf die NLB-Saison 2012/13. Der HC KTV Altdorf möchte in der zweithöchsten nationalen Stärkeklasse erneut mit einer verschworenen Supertruppe präsent und für Nägel mit Köpfen besorgt sein.

 

Gegen Stäfa spielten: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Jost Brücker (8), Martin Betschart, Dave Bär (1), Dave Zürcher, Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger (1), Peter Szilagyi (4), Daniel Brack (7), Daniel Röösli (6), Sebastian Munzert (4), Flavio Fallegger.

 

ZUM BILD

Balljongleur Daniel Röösli erzielte auch auswärts gegen Stäfa ein halbes Dutzend Treffer. FOTO: RUEDI AMMANN