NLB/NLA, Playoffs: HC KTV Altdorf – Lakers Stäfa 29:34

 

Bis zur 57. Minute (29:30) hielten die Urner die Höherklassigen in Griffnähe. Danach spielten diskutable Zeitstrafen den Zürchern in die Hand.

 

 Während Stäfners Trainer Markus Jud über das komplette Kader verfügte, fehlten auf Seite des HC KTV Altdorf die erfahrenen Gebrüder-Feldspieler Marc (erkrankt) und Ivan Fallegger (Studienabschluss). Gerade der Erstgenannte wurde speziell in den letzten (entscheidenden) Spielphasen vermisst, als den Gastgebern die Alternativen, noch entscheidend zulegen zu können, doch unverkennbar fehlten. Zuletzt schien die Begegnung dann gar noch aus dem Ruder zu laufen, als die international erfahrenen Spielleiter Meyer/Buache mit etlichen 2-Minuten-Verdikten gar nicht nach dem Gusto der mehrheitlich aus Urner Fans zusammengesetzten 400 Kiebitze entschieden und viele Matchbesucher gar einen Bonus zugunsten der Höherklassigen ausloteten. Sei dem, wie es wolle: Obenaus schwangen die Favoriten, doch durfte sich der HC KTV Altdorf attestieren lassen, absolut keinen Respekt vor den hochkotierten Stäfnern bewiesen zu haben. Dass das Resultat für die Zürcher schliesslich noch echt schmeichelhaft ausfiel, war dem Umstand zu verdanken, dass der HC KTV Altdorf nach der 57. Minute vorübergehend nur noch drei (!) Feldspieler auf dem Parkett hatte und Stäfa anderseits die beiden letzten Bälle ins leere gegnerische Tor setzen konnte: Der während der vollen Stunde magistral auftrumpfende KTV Torsteher Marcel Luthiger (Erfolgsquote: rund 40 Prozent – unter anderem auch einen abgewehrten Penaltyball!) hatte während der letzten Spielsequenzen seinen Platz nämlich zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers geräumt. Fazit: Das (zu Recht) eingegangene Risiko zahlte sich letztlich nicht aus.

 

Mehrmalige Drei-Tore-Führung

Stäfa startete standesgemäss. Nach vier Minuten führten die athletischen Zürcher (0:2). Peter Szilagyi und Spielertrainer Daniel Brack (zweimal) besorgten indessen den Gleichstand respektive gar die 3:2-Führung der KTV-Truppe. Nach 10 Minuten lautete der Zwischenstand dank Dave Zürcher und Daniel Brack 5:2, später nach prächtig herausgespielten Treffern der Marke Jost Brücker und Sebastian Munzert 7:4. Nach 18 Minuten hatte Stäfa gleichgezogen, sah sich aber nach 24 Minuten erneut ins Minus manövriert (12:9, später 15:12). Die nun vorübergehend etwas nachlassende Altdorfer Konzentration nützten die Lakers kaltschnäuzig aus (15:14), ehe Peter Szilagy 3 Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem Sprungwurf vom Kreis aus das 16:14-Pausenergebnis bewerkstelligte.

 

Luthigers Taten der Superlative

 

Der HC KTV Altdorf zündete zu Beginn des zweiten Spielabschnittes den Turbo: Sebastian Munzert mit einem Heber und Martin Betschart, der sich am Kreis durchgeschmuggelt hatte, waren für das 18:14 besorgt. Drei Gegentreffern setzte Munzert eine grossartige Doublette entgegen. Doch die mit eingefuchsten Spielzügen aufwartenden Besucher glichen nach zwei Dritteln der Spielzeit aus (21:21). Danach parierte Luthiger einen 7-Meter-Ball souverän. Beide Mannschaften liessen in der Folge einige Konzentrationsschwächen, der KTV Altdorf vorübergehend im Speziellen eine Prise übertriebene Hektik erkennen. Brack versiebte eine Penaltychance, Stäfa knalle einen 7-Meter-Ball an die Latte, Daniel Röösli donnerte einen von der rechten Flügelposition abgefeuerten Boliden an den gegnerischen Torgehäusepfosten. Die Lakers erhöhten ihren Vorsprung schliesslich auf drei Längen. Doch Altdorfs Replik liess nicht auf sich warten. Brack, Munzert, und Röösli meldeten den HC KTV Altdorf nochmals zurück (27:28, 55. Minute). In einer Phase dreifacher numerischer Unterlegenheit glänzten die Altdorfer mit einer Bombenmoral. Bis 150 Sekunden vor Spielschluss (Gegenstoss Rööslis zum 29:30) hielten sie sich allen Widerwärtigkeiten zum Trotz im Gespräch – Stäfa musste im Hinblick auf den doppelten Zählergewinn nochmals gewaltig zittern, ehe dann Altdorf alles auf eine Karte setzte, damit gegen die cleveren Gäste aber den Kürzeren zog. Alles in allem widerspiegelte das Resultat das Kräfteverhältnis überhaupt nicht. Stäfa-Trainer Markus Juds Kommentar: „Unser Kollektiv legte den Grundstein zum Erfolg mit einer in der zweiten Halbzeit gesteigerten Defensivleistung“. KTV-Coach Predrag Ceko zeigte sich über die Niederlage sichtlich enttäuscht: „Es lag für uns unbestrittenerweise mehr drin.“ Und eine Gruppe ehemaliger Handballkoriphäen ortete auf der Zuschauertribüne „über ein halbes Dutzend krasse Fehlentscheide der Schiris“, welche diese zu ungunsten der Altdorfer in der alles entscheidenden Schlussphase gefällt haben sollen.

 

Wie weiter?

 

Nun tritt der HC KTV Altdorf am Freitagabend zum ersten Auswärts-Playoff-Fight in Gossau an. Die Ostschweizer verloren ihren ersten Einsatz gegen NLB-Vertreter Yellow Winterthur völlig überraschenderweise mit einem Tor Unterschied. Der HC KTV Altdorf wird am Sonntagabend, 13. Mai, dann Yellow Winterthur in der Feldli-Arena zu Gast erwarten (Anspielzeit: 20 Uhr).

 

Altdorfs Aufgebot: Marcel Luthiger, Theo Ulrich; Sebastian Munzert (5), Jost Brücker (5), Martin Betschart (1), Christian Bär, David Bär, Daniel Brack (11), Chris Herzog, Flavio Fallegger, Peter Szilagyi (2), Dave Zürcher (2), Daniel Röösli (3).

 

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Martin Betschart: mit letztem Einsatz zum Erfolg.

 

 

 

 

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Die Captains Christian Bär (Altdorf, links) und Jonathan Pulver (Stäfa, rechts), mit den Schiris Marco Meyer/André Buache – vor dem Anpfiff zur ersten Playoff-Partie.

 

 

 

 

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Daniel Brack erzielt eines seiner 11 Tore; links Peter Szilagyi (Nr. 19).

 

 

 

 

 

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Sebastian Munzert enteilt der Stäfner Deckung.

 

 

 

 

 

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Daniel Röösli liess die Altdorfer mit dem 29:30 nochmals hoffen.

 

FOTOS: RUEDI AMMANN