NLB: HC KTV Altdorf –Siggenthal 36:32

 

Nach einer grandiosen Schlussphase wurde das gesteckte Ziel erreicht. Vorgängig waren die Urner allerdings nach klarer Führung nochmals in Schlingern geraten.

 

Kurz nach 19.30 Uhr glich die Baldini-Halle am Samstagabend einem Tollhaus: Die Gastgeber rissen sich nach starker Gegenwehr der Aargauer den Sieg unter den Nagel. Dabei hatten die Siggenthaler, vorgängig als Riesentöter gegen Genf und Schaffhausen in höchst positive Erscheinung getreten, den Altdorfern wirklich das Letzte abgefordert. Die Leistung der KTV-Truppe wurde von den rund 350 Zuschauern mit einer Sonderovation honoriert. Allerdings waren auch die Besucher mit einer rund 80-köpfigen Fantruppe angereist, die dem Team von Trainer Fabio Madia – er hatte seine Mannschaft vor einem Jahr in die Nationalliga-B geführt – phonstarke Unterstützung zollte. Die letzte Runde der Qualifikationstour stand übrigens im Zeichen weiterer Favoritensiege. Denn auch Leader Yellow Winterthur (28:21 gegen Biel) wie auch die Schaffhauser Espoirs (33:28 gegen Absteiger Arbon) gaben sich keine Blössen. Der HC KTV Altdorf belegt nun im Schlussklassement als frischgebackener NLB-Vizemeister mit 33 Punkten (+67) hinter Winterthur (34, +61) und vor Schaffhausen (31, +67) den zweiten Tabellenplatz – gleichbedeutend mit der Teilnahmeberechtigung an den Playoffs. Diese führen nun zu den mit Spannung erwarteten Ausmarchungen (insgesamt sechs Spiele) zwischen je zwei NLB-Teams (Yellow Winterthur und Altdorf) sowie zwei NLA-Mannschaften (Plätze 9 und 10: Stäfa und Gossau; Suhr/Aarau und Endingen steigen direkt ab). Bereits kommende Woche geht es zur Sache, pro Woche wird jedes in die Playoffs engagiertes Team je zwei Partien zu bestreiten haben; der HC KTV Altdorf tritt zum ersten Stechen auswärts an. Zur NLB-Meisterschaft bleibt noch anzumerken, dass das Team von Spielertrainer Daniel Brack am deutlich meisten Tore erzielte (671).

 

9:5 nach 12 Minuten

 

Vor der durch die beiden Unparteiischen Rottmeier/Keiser souverän geleiteten Partie hatte Dave Zürcher im Namen seiner Mitspieler erklärt, dass es gegen Siggenthal darum gehe, die Bestätigungschance zu packen und das umzusetzen, was in den vorangegangenen Tagen im Rahmen engagiert bestrittener Trainingseinheiten besprochen respektive eingefuchst worden war.

 

Jost Brücker, erneut eine starke Leistung abliefernd, war für den ersten KTV-Treffer schon nach 42 Sekunden besorgt. Sebastian Munzert, Daniel Röösli und Peter Szilagyi zeigten mit weiteren Toren innerhalb weniger Minuten, dass die Gastgeber das Zepter nicht aus der Hand zu geben bereit waren. Für ein Zeichen der allerletzten Einsatzbereitschaft war in der 11. Minute Sebastian Munzert besorgt: Er setzte das Kampfobjekt nach einem Sprung in die gegnerische Kreiszone im Fallen zum 9:5 ins Netz der Aargauer, um sich wenig später auch als souveräner Penaltyschütze zu profilieren. Einen Sondereffort erbrachte darauf der Sekunden zuvor von der Spielerbank aufs Feld spurtende Martin Betschart: Tor zum 15:12. Ivan Fallegger, Daniel Brack und Daniel Röösli erhöhten das Skore in der folgenden Phase auf fünf Längen, doch Siggenthals Replik liess nicht auf sich warten. Mit einer genialen Penalty-Doppelparade erstickte Nicolas Stocker, in der 24. Minute für Marcel Luthiger eingewechselt, beim Stande von 19:16 weitere Aufholgelüste der Besucher im Keime. Daniel Röösli war wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff für das 20:16 besorgt.

 

Entfesselter Marc Fallegger

 

Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit gehörten mehrheitlich Siggenthal. Ins Getriebe der Altdorfer war nämlich plötzlich Sand geraten. Verschiedene technische Fehler und zu frühe Abschlussversuche spielten den viel Punch aufs Parkett zaubernden Siggenthalern in die Hand. Der zwischenzeitlich auf sechs Längen angewachsene Altdorfer Vorsprung schmolz bis zur 42. Minute prompt wie Schnee an der Frühlingssonne dahin (24:23). Es war weiteren Topparaden der Marke Stocker zu verdanken, dass Schlimmeres vermieden werden konnte. Aber da war ja auch noch Teamchef Marc Fallegger: Innerhalb von knapp 5 Minuten donnerte er den Ball viermal, und später gleich nochmals, ins Siggenthaler Netz. Bis zur 51. Minute hatten die Platzherren ihren Sieganspruch endgültig angemeldet (31:25). Als dann Daniel Röösli nach einer sensationellen Aktion das Skore auf 32:25 erhöht hatte, war das Signal im Urner Lager unverkennbar auf Grün gestellt. Siggenthal beeindruckte schliesslich immerhin mit einem nochmaligen Effort. Doch Stocker brach durch weitere Topaktionen im KTV-Tor den gegnerischen Gelüsten den Stachel. Marc Fallegger setzte unter die Partie den Schlusspunkt, nachdem Siggenthal einen Penalty nur an den gegnerischen Torpfosten gefetzt hatte. „Ihr wart an diesem Abend vom Ersten bis zum Letzten ganz einfach toll – ein grossartig agierendes Kollektiv“, attestierte Daniel Brack seinem Team abschliessend. Niemand verargte es den Altdorfern, dass die Wogen nach der Verabschiedung vom begeisterten Heimpublikum bereits in der Kabine hoch gingen und die Korken knallten. Anzumerken bleibt die absolute Fairness der Aargauer, die sich zum „Schlussbukett“ unter die Altdorfer gemischt hatten und deren Erfolg gleich an Ort und Stelle mitfeierten. Dies in der Gewissheit, dem frischgebackenen Nati-B-Vizemeister das Letzte abgefordert zu haben.

 

Auf dem Parkett wurde gefeiert

 

Die bereits vorgängig angekündigte Saison-End-Party – das Parkett in der Baldini-Halle war kurzfristig in eine Mini-Festwirtschaft umfunktioniert worden – führte Aktive, Fans, Gönner und Sponsoren zusammen. Dabei wurde das Jubiläumsjahr „50 Jahre HC KTV Altdorf“ recht eigentlich eingeläutet. Dass in diesem Zusammenhang der vorbildliche Einsatz des Vorstandes wie auch der unermüdlichen Ehemaligen-Damengruppe gewürdigt wurde, war hochverdient. Der HC KTV Altdorf präsentierte sich damit der Öffentlichkeit als „verschworene Gemeinschaft“, in deren Reihen es nicht verwundert, dass immer wieder zu Höhenflügen angesetzt werden kann respektive wird. Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass Präsident Stefan Arnold, attestiert durch zwei Nachwuchs-Nixen, eine Spielfeld-Sponsoren-Verlosung vollzog. Die durch Fortuna Begünstigten waren in dieser Reihenfolge: André Fallegger, Ruedi Ammann, Daniel Traxel, Toni Bär sowie Martin Fussen.

 

Altdorf spielte gegen Siggenthal in folgender Besetzung: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Theo Ulrich; Sebastian Munzert (6), Jost Brücker (6), Martin Betschart (1), Dave Zürcher, Christian Bär, Ivan Fallegger (4), Dave Bär, Marc Fallegger (6), Daniel Brack (4), Peter Szilagyi (2), Daniel Röösli (7).

 

 Hexer

 

 

Hexer im KTV-Tor: Nicolas Stocker.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Captains

 

 

Captains und Schiris; v.l. Peter Hayoz (Siggenthal), Daniel Keiser /

Michael Rottmeier, Marc Fallegger.

 

 

 

 

Brueckersigg

 

Jost Brücker, nicht zu stoppen.

 

 

 

 

 

Roeoesli

 

 

Daniel Röösli: siebenmal erfolgreich.

 

 

 

 

 

 

 

Betscharttor

 

 

Martin Betscharts genialer Heber zum 15:12.

 

 

 

 

 

 

Nixen

 

 

Stefan Arnold mit den Verlosungs-Nixen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Munzertsigg

 

Sebastian Munzert düpiert Siggenthaler Deckung.

 

 

 

 

 

 

 

frisch

 

 

Das frischgebackene NLB-Vizemeister-Kollektiv des HC KTV Altdorf.

 

 

 

 

Sigg

 

Siggenthal feierte mit den Altdorfern.

 

 

 

 

 

 

Feier

 

Hochstimmung in der Kabine.

 

 

 

 

 

 

Ehemalige

 

Die Ehemaligen freute der Einzug in die Playoffs ganz besonders.

 

 

 

 

 

Arnold

 

 

Präsident Stefan Arnold (links) und Vize Marco Lauener fungierten gleich persönlich als „Küchenchefs“ der Saison-Abschluss-Fete.

 

FOTOS: RUEDI AMMANN