Handball, Nationalliga B: HS Biel – HC KTV Altdorf 23:27

 

Angstgegner recht klar bezwungen. Wintermeistertitel ist für die Urner definitiv unter Dach.


CekoBrackMit einer gehörigen Portion Respekt hatten die Altdorfer am Samstag die Fahrt ins Berner Seeland angetreten. Denn noch immer spukte noch der Auswärtsflop der letzten Saison (23:24-Niederlage) im Hinterkopf des einen oder andern Akteurs herum. Auch sonst lief im Vorfeld der Partie nicht alles unbedingt wunschgemäss. So fiel etwa Kevin Ledermann krankheitshalber (Grippe) aus, und Torsteher Nicolas Stocker stellte in der Kabine mit etwelchem Entsetzen fest, dass nur einer (von zwei) Turnschuhen die Reise nach Biel angetreten hatte und so in extremis irgend ein Ersatz beschafft werden musste… Doch: Ende gut – alles gut. Der HC KTV Altdorf umschiffte die Klippe souverän, zog nicht nur den Sieg an Land, sondern kehrte auch mit dem Wintermeistertitel im Gepäck nach Hause zurück. Dass das KTV-Team rechtzeitig zur traditionellen vereinsinternen Klausfeier in heimatlichen Penaten eintraf, spricht für die Künste der Chauffeure. Schliesslich durften somit in der Attinghauser „Krone“ die aufgebotenen Schmutzli darauf verzichten, die vorsichtshalber bereitgelegten Ruten aus dem Sack zu klauben, denn mit den aus Biel entführten beiden Punkten war die Zielvorgabe seitens des Urschweizer Mannschaftskollektivs ja mit etwelcher Bravour erreicht worden, wie die über die Leistung ihrer Truppe mehrheitlich zufriedenen Spielertrainer Daniel Brack sowie Coach Predrag Ceko bilanzierten.

 

Direkte Konkurrenten schliefen nicht

 

Die zwölfte NLB-Meisterschaftsrunde stand im Übrigen im Zeichen der Erwartungen. Genauer: Keiner der direkten Verfolger des HC KTV Altdorf liess etwas anbrennen. Yellow Winterthur bezwang den nächsten Widersacher der Altdorfer (kommenden Samstag, 18 Uhr, Feldliarena), Siggenthal/Vom Stein, mit 28:24, Suhr/Aarau liess auswärts den HC Horgen mit 35:24 abblitzen, Möhlin hielt sich, ebenfalls auswärts, den TV Zofingen knapp mit 33:31 vom Leibe, Chênois Genf gewann in Zürich gegen GC/Amicitia mit 34:29. Im Zwischenklassement des 14-teiligen Feldes führt weiterhin der HC KTV Altdorf (22 Punkte), vor Suhr/Aarau und Yellow Winterthur (je 19), Möhlin (17), Chênois/Genf (16) sowie Endingen und Schaffhausen (je 13).

 

Verdiente 5-Tore-Halbzeitführung

 

Unterstützt von einem erneut souverän agierenden Marcel Luthiger zwischen den Pfosten (in diesem Zusammenhang gebührt auch Goalietrainer Rolf Gisler einmal viel Anerkennung), zauberten die Altdorfer einen vielversprechenden Start aufs Parkett. Nach knapp einer Viertelstunde führten sie - ungeachtet der Tatsache, dass sich Topskorer und Spielertrainer Daniel Brack vom Anpfiff weg mit einer engen Manndeckung konfrontiert sah - mit 8:4. Die Bieler bewiesen in der Folge, dass sie über eine verschworene, starke Truppe verfügen, die im gegenwärtigen Zwischenklassement (11. Platz, 6 Punkte, nur 2 Zähler vor Schlusslicht Solothurn/Grauholz liegend) wohl eindeutig zu schlecht honoriert dasteht. Nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger – die Gastgebertruppe arbeitete sich wieder bis auf eine Länge an die Innerschweizer heran – legte der HC KTV Altdorf einen Zahn zu, um die Pause schliesslich mit einer recht beruhigenden 5-Tore-Reserve (16:11) antreten zu können.

 

Starker Lukas Huwiler

 

Aus dem Kollektiv der Altdorfer stach auch während der zweiten Halbzeit Lukas Huwiler hervor. Er beeindruckte im Angriff mit mehreren Treffern, um in der Abwehr ebenfalls eine starke Performance abzuliefern. Der HC KTV Altdorf vergrösserte seinen Vorsprung während der zweiten halben Stunde vorerst auf sieben Tore, musste den wirbligen Bielern danach indessen, zumindest vorübergehend, vermehrt Spielanteile überlassen (25:22). Danach sahen sich die Berner dann definitiv auf die Verliererstrasse gedrängt. Der HC KTV Altdorf hatte die Reissleine somit definitiv nicht zu ziehen und holte mit seinem zehnten Sieg in der laufenden Saison den wohlverdienten Lohn ab. Nach dem 27:23-Erfolg haben die Urner übrigens als erstes NLB-Team die Quote von 400 erzielten Toren erreicht, gefolgt durch Möhlin (382), Yellow Winterthur (368) und Suhr/Aarau (360). Über die effizientesten Abwehrreihen verfügen bislang Suhr/Aarau (292 kassierte Tore), vor Chênois/Genf und Schaffhausen (je 299) – Altdorf: 318.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Daniel Brack, Sebastian Munzert, Christoph Piske, Ivan Fallegger, Christian Bär, Jost Brücker, Thomas Mohenski, Tizian Dossenbach, Dave Zürcher, Lukas Huwiler, Martin Betschart.

 

 

ZUM BILD

Baumeister des Gewinnes des Wintermeistertitels: Coach Predrag Ceko und Spielertrainer Daniel Brack (rechts). FOTO: RUEDI AMMANN