Nationalliga B: Solothurn/Grauholz – HC KTV Altdorf 29:30

Den Abgrund vor Augen – aber nicht gestolpert. Urner wahrten am Samstagabend Ungeschlagenheit und Vorsprung an Tabellenspitze.

ApiskeDas hätte – erstmals in dieser Saison – ins Auge gehen können. Tabellenleader HC KTV Altdorf, der sein Leistungspotenzial für einmal nicht vollumfänglich abzurufen vermochte, stiess gegen den Tabellendrittletzten, der zuvor (anfangs Januar) den Spitzen-Co-Kandidaten Yellow Winterthur mit drei Längen Vorsprung völlig unerwarteterweise vor den Kopf gestossen respektive entzaubert hatte, auf stahlharten Widerstand. Doch in der Schlussphase warf der KTV-Trupp – nach einem Drei-Tore-Rückstand in der 53. Spielminute – seine Abgebrühtheit und Cleverness ein weiteres Mal in die Waagschale. Das Team – erstmals durch den ehemaligen deutschen Profi- und Co-Trainer Burkhard Keller (für den an einem Grippeinfekt ausgefallenen Head-Coach Predrag Ceko in die Lücke gesprungen) durchkreuzte die Pläne der Gastgeber, sich aus der ungemütlichen Lage zu befreien, in extremis. Keller hatte am Erfolg der Altdorfer speziell insofern wesentlichen Anteil, da er in der entscheidenden Phase sein Team auf ein 4:2-System eingeschworen hatte und damit prompt punktete.

Viel Charakter gezeigt

Sebastian Munzert lancierte den „Plan B“, als er gegen Schluss der von den Sitzen reissenden Partie zum 27:25 verkürzte. Spielertrainer Daniel Brack setzte wenig später einen Penaltyball in die gegnerischen Maschen. Nun war auf dem Spielfeld buchstäblich die Hölle los. Munzert hebelte die gegnerische Deckung in der Folge mit einem genialen Spezialeffort aus (28:27). Das 29:27 schien Solothurn/Grauholz indessen definitiv den doppelten Zählergewinn zu bescheren. Doch da waren ja schliesslich noch die Joker Christoph Piske (29:28) sowie der auf der halblinken Position eingesetzte und die gegnerische Deckung respektlos versetzende Ivan Fallegger (29:29). Sie holten die Gastgeber aus den Träumen. Den Todesstoss versetzte dem Heimteam schliesslich Lukas Huwiler, just 20 Sekunden vor dem letzten Sirenenton. Der KTV Altdorf hatte im Gegenzug das Glück des Tüchtigen, da ein gegnerischer Ball vom Torpfosten abprallte, ohne Schaden anzurichten.

Vier-Tore-Vorsprung schmolz dahin

Bereits die Startphase der Partie hatte erkennen lassen, dass Solothurn-Grauholz alle Hebel in Bewegung zu setzen versuchte, um die Innerschweizer aus dem Tritt zu werfen und sein Heil später vorweg mit einer Doppelmanndeckung - auf Brack und Piske angelegt - suchte. Nach ider gegnerischen Führung – knapp eine Viertelstunde war zu diesem Zeitpunkt verstrichen – vermochte der KTV-Trupp erstmals in Front zu ziehen. Bis zur 26. Minute gelang es ihm sogar, eine Vier-Tore-Reserve herauszuarbeiten. Doch bis zur Pause lautete das Skore nur noch 13:14. Nach dem Tee verlief die Partie weitestgehend ausgeglichen, ehe die Solothurner unter dem Zepter ihres Trainers Zlatko Portner (ehemaliger jugoslawischer Nationalspieler) den vorgängig geschilderten Drei-Tore-Vorsprung realisierten, danach diesen jedoch noch verscherzten und schliesslich auch die beiden Punkte den Innerschweizern überlassen mussten.

 

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Reserve beträgt weiterhin 3 Zähler

Am Sonntagabend war es definitiv: Der Vorsprung des HC KTV Altdorf beträgt nach der Partie zwischen Endingen und der SG Suhr/Aarau (31:33) auf den Verfolger aus dem Aargau nach wie vor drei Zähler. Horgen hatte vorgängig gegen Yellow Winterthur mit 25:28 verloren, Genf gegen Biel knapp mit 22:21 das bessere Ende für sich behalten. Das Spitzenquartett nach dem Rückrundenauftakt (je 14 Spiele): 1. Altdorf 26 Punkte, 2. Suhr/Aarau 23, 3. Winterthur 21, 4. Genf 20. – Am Samstag, 16. Februar, steigt nun in der Altdorfer Feldli-Arena (ab 18 Uhr) der grosse Showdown Altdorf gegen Suhr/Aarau.

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Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker (31. bis 45. Minute); Christian Bär, Martin Betschart, Daniel Brack (6), Jost Brücker (1), Tizian Dossenbach, Ivan Fallegger (5), Lukas Huwiler (3), Thomas Mohenski (3), Sebastian Munzert (5), Christoph Piske (7), Dave Zürcher.

 

ZUM BILD

Christoph Piske – erfolgreichster KTV-Skorer gegen Solothurn/Grauholz mit sieben Treffern. FOTO: RUEDI AMMANN