Spitzenkampf Nati B: HC KTV Altdorf – HSC Suhr/Aarau 35:29 (17:16)

Vor einem Publikumsheimrekord (600 Zuschauer) zauberten die Urschweizer in der Schlussviertelstunde. Sie putzten die hochkotierten Gäste (Vorrunde: 33:33) klar vom Parkett.

Eines steht definitiv fest: Die Feldliarena in Altdorf ist alles andere als ein „Schlachthof“, wie sie ein übereifriger Facebook-Schreiberling in seiner Vorschau bezeichnet hatte. In einem ebenso fairen wie weitgehend hochstehenden und von den Sitzen reissenden Spitzenkampf erwiesen sich die Gastgeber am Samstagabend ganz einfach als das cleverere Kollektiv, dessen Erfolg auch mit sechs Längen Differenz völlig in Ordnung geht. Der KTV-Trupp öffnete sich mit seinem doppelten Punktegewinn die Türe zum Direktaufstieg in die oberste nationale Stärkeklasse weit, auch wenn die diesbezüglichen Würfel natürlich noch längst nicht gefallen sind. Dank des Sieges steht der HC KTV Altdorf nach Verlustpunkten (15 Spiele/28 Zähler) nun bereits um 5 Längen vor der HSC Suhr/Aarau (16/25), klar vor Yellow Winterthur, das gegen Endingen mit 21:25 eher überraschend den Kürzeren zog (21:25), und Chênois Genf (beide (16/21). Endingen und Schaffhausen II (je 16/19) komplettieren das vorderste halbe Dutzend der  Zwischenrangliste.

Gut trainiert aus der Fasnachtspause gekommen

Die Altdorfer waren am letzten Wochenende spielfrei, hatten jedoch die Pause nicht ungenutzt verstreichen lassen. Das Trainer/Coaches-Dreigestirn Daniel Brack, Predrag Ceko und Burkhard Keller: „Wir standen sowohl am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Freitag in der Halle, um uns minuziös auf den Spitzenfight vorzubereiten. Nervosität in unseren Reihen loteten wir kaum aus. Vielmehr stiegen wir mit einer gehörigen Portion Zuversicht in den Spitzenfight.“ Die Aargauer waren unter dem Zepter von Trainer Patrik Fend weitgehend „au grand complet“ angetreten, hatten in ihren Reihen nebst dem zehnfachen Topskorer Mark Schelbert (10 Treffer) etwa auch den 2.01 Meter grossen kroatischen Hünen Tomislav Stadoljev (letzte Saison noch beim NLA-Vertreter RTV Basel immatrikuliert) sowie verschiedene Junioren-Nationalmannschaftangehörige stehen respektive einlaufen lassen. Dass Suhr/Aarau den erfolgreichsten Nachwuchsförderungsklub des Landes darstellt (letzte: Saison holten die Aargauer Formationen gleich vier Titel ab) sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Suhr/Aarau-Trainer Patrik Fend einräumte indessen ein, dass seine junge NLB-Truppe zurzeit offenbar noch nicht ganz soweit ist, um Teams wie Altdorf während 60 Minuten erfolgreich Paroli bieten zu können.

0:2 liess einiges erahnen

Die Gäste legten vor wie die Feuerwehr. Schon bald lagen die Gastgeber mit 0:2 im Hintertreffen, ehe Sebastian Munzert (an diesem Abend eine hundertprozentige Chancenauswertung aufweisend), Spielertrainer Daniel Brack sowie Topskorer Christoph Piske (elf Treffer) die ersten zählbaren Erfolge für ihr Kollektiv verzeichneten.  Nach dem 5:5 legten die Aargauer drei Längen vor, mussten sich aber schon bald den Gleichstand durch Brack und Munzert (2) gefallen lassen. Ivan Fallegger und Piske buchten nach Ablauf der Auftaktviertelstunde für das KTV-Team die erstmalige Führung (11:9). Aus dem späteren 14:10 wurde bis zur Pause eine enge Ein-Tore-Reserve zugunsten der Urner, nachdem Letztere verschiedene Topchancen nicht zu verwerten verstanden hatten. Mit seinen Vorderleuten war Torsteher Marcel Luthiger – in seinem Team einmal mehr ein sicherer Wert – zu diesem Zeitpunkt nicht vorbehaltlos zufrieden: „Die Deckung wirkte oft zu passiv und liess zuviel laufen, während in der Offensive die Chancenauswertung einige Wünsche offen gelassen hatte.“

Toreschwemme gleich nach der Pause

Die Partie war nach erfolgtem Wiederanpfiff der souverän agierenden Unparteiischen Bär/Süess erst mal 140 Sekunden alt, als der Ball auf beiden Seiten bereits je zweimal aus den Maschen geklaubt worden war. Altdorfs unverkennbare Leistungssteigerung liess bis zur 45. Minute einen Zwei-Tore-Vorsprung Tatsache werden. Danach kippte die Partie definitiv zugunsten der Platzherren. Die speziellen Highlights setzten Dave Zürcher (in Unterzahl), Daniel Brack und Sebastian Munzert. Fünf Minuten vor Spielschluss hatte der HC KTV Altdorf die letzten Zweifel bezüglich Tagessiegvergebung ausgeräumt (33:26). Daniel Brack und Martin Beschart erzielten für ihre Farben die letzten Treffer zum abschliessenden 35:29.

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Hundertprozentige Leistungssteigerung

Ivan Falleggers Kommentar zum wichtigen Sieg: „Wir vermochten unsere Leistung gegenüber der höchst durchzogenen Auswärtsvorstellung gegen Solothurn/Grauholz um 100 Prozent zu steigern. Jetzt gilt es, auf der eingeschlagenen Route fortzufahren.“ Und Tages-Topskorer Christoph Piske: „Auf diesen Erfolg hatten wir lange hingearbeitet. Die Partie hatte echten Endspielcharakter. Jeder unserer Akteure ging mit viel Herzblut zur Sache. Alles in allem ganz einfach eine unglaubliche Teamleistung.“ Auch der KTV-Spielertrainer attestierte seiner Formation nach dem Spitzenspiel eine „grossartige Leistung, auch wenn speziell in Sachen besserer Chancenauswertung und konstanterer Abwehrleistung ein Verbesserungspotenzial unerkennbar ist.“ Daniel Brack merkte ausserdem an, dass bezüglich Direktaufstieg in die Nati A noch längst nichts entschieden ist und es weiterhin gilt, effizient auf dieses Ziel hin zu arbeiten.

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Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär, Martin Betschart (2), Daniel Brack (9), Jost Brücker (1), Tizian Dossenbach, Ivan Fallegger (2), Lukas Huwiler, Thomas Mohenski, Sebastian Munzert (7), Christoph Piske (11), Dave Zürcher (3).

 

 

 

Die überzeugenden Schiris des Spitzenkampfes, Reto Bär (Zweiter von links) und Beat Süess, mit den beiden Teamkapitänen (links Christian Bär, HC KTV Altdorf).

 

 

 

 

 

 

Pausenintermezzo, präsentiert durch Turnerinnen des TV Altdorf.

 

 

 

 

 

 

Dave Zürcher im Anflug gegen die Festung der Aargauer.

 

 

 

 

 

 

 

Christoph Piske – immer wieder er (11 Treffer im Spitzenfight).

 

 

 

 

 

 

 

Freudentanz nach gewonnenem Spitzenspiel in der Feldliarena - auch Tele 1 war mit dabei.

 

FOTO: RUEDI AMMANN