Damen, 2. Liga: HC KTV Altdorf – Malters/Menznau 24:20

Ein Spiel mit viel Licht und Schatten endete versöhnlich. Urnerinnen warteten mit beeindruckender Schlussphase auf.

Erneut stand dem HC KTV Altdorf am Samstagabend nur ein schmales Kader zur Verfügung. Trainer/Coach Sebastian Munzert hatte auf der Spielerinnenbank nur mal gerade zwei Auswechsel-Feldspielerinnen sitzen. Die Gastgeberinnen fanden während der gesamten ersten Halbzeit nur phasenweise wunschgemäss ins Spiel. Zu vieles blieb ganz einfach Stückwerk. Es fehlte bezüglich Effizienz, Durchsetzungsvermögen, aber auch an Ideen, um sich am gegnerischen Kreis und auf den Flügelpositionen entscheidend durchzusetzen. Technische Unzulänglichkeiten der Gastgeberinnen kamen den Luzernerinnen frühzeitig zu pass. Bis zur 10. Minute erarbeiteten sie sich einen Zwei-Tore-Vorsprung. Nach Ablauf der ersten Viertelstunde waren es auf KTV-Seite Noemi Gisler (dreimal), Mirjam Arnold sowie Shelly Eisner, die für den erstmaligen Gleichstand besorgt waren (5:5). In der Folge setzten sich die Urnerinnen erstmals in Front. Doch nach dem 9:7 ging in den Reihen der Einheimischen der Faden erneut verloren. Viermal hintereinander liess sich ihre Abwehr aushebeln. Die Gäste profitierten von gegnerischen Unkonzentriertheiten, um bis zur Pause die Führung wieder an sich zu reissen. Luzia Briker parierte glücklicherweise noch ein gegnerisches Penaltygeschoss, so dass der Schaden aus Sicht der Altdorferinnen wenigstens in Grenzen gehalten werden konnte.

Turbo gezündet

Nach erfolgtem Seitenwechsel versuchte der HC KTV Altdorf, zwei der gegnerischen Schlüsselspielerinnen mit Spezialbewachungen vermehrt an die Leine zu legen. Das Rezept verfing. Im Anschluss an das 14:14 und einer genialen Doppelparade der zwischenzeitlich ins Tor beorderten Michèle Zwahlen waren Shelly Eisner – an diesem Abend mit neun Treffern erfolgreichste Realisatorin in den Reihen der Gastgeberinnen –, Noemi Gisler als versierte Penaltyexekutorin sowie Brigitte Kempf für sehenswerte Treffer besorgt. Die Partie schien nun definitiv auf die Seite der KTV-Truppe zu kippen. Doch Malters/Menznau gab Gegensteuer, gegnerische Aussetzer immer wieder resolut ausnützend. Alissa Pedroncelli vergab danach in Unterzahl eine Topchance, um gleich anschliessend, als auch Malters/Menznau durch den konsequent pfeifenden Schiri Martin Betschart mit einer Zeitstrafe eingedeckt worden war, mit einem Traumpass die definitive Wende einzuleiten. Während der letzten fünf Spielminuten donnerten die nun viel Druck entwickelnden Altdorferinnen den Ball ebenso oft ins gegnerische Netz  (Arnold, Pedroncelli, Eisner, Rickli, Kempf) damit den Match definitiv entscheidend, da sich die nun konsequent zur Sache gehende KTV-Abwehr immer wieder zu profilieren verstand.

Trotz des doppelten Punktegewinnes gab sich Trainer/Coach Sebastian Munzert mit den Leistungen seiner Truppe nur bedingt zufrieden: „Glücklicherweise gingen die hohen Eigenfehlerquoten und technischen Unzulänglichkeiten nicht ins Auge. Zu oft fanden wir uns mir der speziell auf Noemi Gisler und Mirjam Arnold angelegten engen Deckung schwer zurecht. Auf solche gegnerische Massnahmen müssen wir künftig besser reagieren und an den Trainings auch entsprechende Konzepte entwickeln.“

Noch fünf Spiele bis Meisterschaftsschluss

Durch den doppelten Punktegewinn hat sich der HC KTV Altdorf nun im 2.-Liga-Zwischenklassement auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet (15 Zähler), und hinter den klaren Leaderinnen Ruswil/Wolhusen/Nottwil (ohne Verlustpunkt, 28) und Handball Emmen (23), etabliert, vor Malters/Menznau sowie Kriens (je 14), die zudem eine Partie mehr als die Altdorferinnen bestritten haben. Die fünf übrigen Teams liegen bereits abgeschlagen zurück, wobei sich die Lage betreffs Ligaerhalt  speziell für Zug (9), die Mythen/Shooters (8) sowie Sursee (6) weiter zugespitzt hat.

Altdorf spielte mit: Luzia Briker, Michèle Zwahlen; Mirjam Arnold (3), Shelly Eisner (9), Noemi Gisler (6), Michaela Jauch, Brigitte Kempf (3), Kora Munzert-Piepgras, Alissa Pedroncelli (1), Cornelia Rickli (2).

 

 

 

Neunmal setzte sich Shelly Eisner am Samstagabend gegen die Luzernerinnen-Abwehr erfolgreich durch – rechts lauert Alissa Pedroncelli. FOTO: RUEDI AMMANN