Handball NLB: HC KTV Altdorf – West HBC 36:22

 

Und sie können es doch. Nach drei Saisonauftaktniederlagen zerbombten die Urner die Waadtländer Abwehr.

 

Knapp 200 Kiebitze verfolgten am Samstagabend in der Feldli-Arena das Aufeinandertreffen der beiden bislang noch punktelosen Formationen. Ob sich die Urner infolge des völlig missratenen Saisonauftaktes ins Bockshorn jagen lassen würden? Während des ersten Drittels der Partie vermochten sich die Zuschauer dieses Eindruckes nicht ganz zu erwehren. Doch was der Trupp von Neo-Trainer Jan Sedlacek in der Folge in die Halle zauberte, war phasenweise Handball vom Feinsten. Die Romands sahen ihre Felle mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher davon schwimmen. Sie mussten sich bis zum Abpfiff ganze drei Dutzend „Eier“ ins Nest setzen lassen. Was beim HC KTV Altdorf höchst positiv auffiel: Die bislang so unkonstante, oft sogar höchst löchrig wirkende Abwehr zeigte eine generell starke Leistung. Die Partie wurde übrigens vom Schiri-Zweigespann Meyer/Buache sehr gut geleitet.

 

Langes Warten auf die Führung

Die ohne den verletzten Gregor Bär und Tizian Dossenbach (Militär) einlaufenden Gastgeber bekundeten zum Auftakt gegen die Gäste aus der Romandie - in deren Reihen wirkten auch drei Verstärkungen aus Frankreich mit - etwelche Mühe. Zwei von den Altdorfern versiebte „Hundertprozentige“ beantwortete West HBC kaltschnäuzig und schnörkellos, um auch in der Folge mit Tempohandball für Furore zu sorgen. So standen die Platzherren nach 12 Minuten mit 2:5 und wenig später – nach einer Doppelzeitstrafe, gegen Peter Szilagyi und Florian Wisotzki ausgesprochen, 4:7 in Schieflage. Nach zwei Dritteln der ersten Halbzeit lagen beide Teams gleichauf: 9:9. Was die Altdorfer bis zur Pause dann aufs Parkett zauberten, glich schon fast einem Spuk. Unterstützt durch starke Paraden von Schlussmann Marcel Luthiger, sahen sich die Abwehr der Romands immer wieder total aus den Angeln gehoben. Marc und Ivan Fallegger (je 2), Florian Wisotzki (2) sowie Daniel Röösli liessen aus dem 11:11 eine 18:12-Führung werden. Der „Gotthard-Express“ war damit definitiv angerollt…

 

Chef-Order: „Nichts aus der Hand geben“

Jan Sedlacek forderte von seinen Leuten in der Pause, ja nichts mehr anbrennen zu lassen respektive aus der Hand zu geben und hauptsächlich an die eigenen Stärken zu glauben. Der an diesem Abend erfolgreichste KTV-Skorer Daniel Röösli (10 Treffer) sowie Florian Wisotzki (9), ferner Iwan Fallegger setzten in den Reihen ihrer Truppe die nächsten Akzente. Als dann Martin Betschart mit einem sensationellen Backhandschuss in der 40. Minute das 23:15 und wenig später das Zweigespann Jost Brücker/Daniel Röösli mit einem genialen „Flieger“ ins Volle getroffen hatten, zweifelte niemand in der Feldli-Halle mehr am ersten Saisonsieg der Platzherren. Zwischen der 50. und 60. Minute mussten sich die Romands regelrecht an die Wand spielen lassen: Nach dem 10-Tore-Vorsprung zeichneten Florian Wisotzki, Marc Fallegger, Daniel Röösli, Iwan Fallegger, Christian Bär und Nesthäkchen Flavio Fallegger für die abschliessende 14-Tore-Differenz verantwortlich.

 

Im Zwischenklassement führen nach wie vor verlustpunktelos der TV Endingen und die Schaffhauser Espoirs (je 4/8), vor Lyss (4/7). Am Tabellenende liegen Altdorf, Steffisburg und Grauholz (je 4/2), vor Stans (4/1) und West HBC (4/0).

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär (1), Martin Betschart (1), Jost Brücker (1), Flavio Fallegger (1), Ivan Fallegger (6), Marc Fallegger (5), Thomas Hürlimann (1), Daniel Röösli (10), Peter Szilagyi (1), Florian Wisotzki (9), Edi Zakarauskas, Michael Bissig.

 

FOTOS: Ruedi Ammann

 

 


 

 

Stimmen und Ausblick

Peter Szilagyi: „Dieses Mal vermochten wir unser Leistungspotenzial bestens auszuschöpfen, fanden relativ schnell das Rezept zum Erfolg, nicht zuletzt dank der starken Leistung Marcel Luthigers im Tor. In der Abwehr vermochten wir uns stark zu verbessern.“

Martin Betschart: „Dass wir dieses Mal nur 22 Minustore kassierten, war höchst beachtlich. Allerdings war West HBC doch klar schwächer als die bisherigen drei Gegner.“

Trainer Jan Sedlacek: „Jetzt sah ich viel Positives in unseren Reihen. Diesen Trend gilt es für uns in die nächsten heiklen Partien mitzunehmen. Am kommenden Wochenende heisst es auswärts gegen den Erstligisten HC Brugg zur ersten Cuprunde anzutreten. Danach steht die schwere Auswärts-Meisterschaftspartie gegen Chênois Genf auf dem Programm. Den darauf folgenden Einsatz bestreiten wir am 16. Oktober beim BSV Stans, das nächste Heimspiel am 6. November gegen Steffisburg.“ ar.