HC KTV Altdorf: Der Vorstand des NLB-Tabellenleaders hat Zukunftsszenarien entwickelt

Noch steht es in den Sternen, ob die Promotion in die höchste nationale Stärkeklasse gelingt. Fest steht anderseits, dass Erfolgsspielertrainer Daniel Brack Ende Saison bei den Urnern aufhört.

ArnoldbrandZu einem höchst aufschlussreichen Informationsabend hiess die Leitung des HC KTV Altdorf am Donnerstagabend rund 40 Sponsoren in der Attinghauser „Krone“ willkommen. Präsident Stefan Arnold unterstrich dabei, dass sich – Aufstieg hin oder her – bereits im heutigen Zeitpunkt die Zukunftsplanung NLB/NLA in den Vordergrund dränge. Dies so ganz nach der Devise, wonach der Traum, allenfalls in die höchste nationale Stärkeklasse aufsteigen zu können (Gruppensieger direkt, Gruppenzweiter eventuell nach einer Barrage), nicht zum Albtraum mutieren dürfe. „Es kommen so oder so grosse Herausforderungen personeller wie finanzieller Art auf uns zu“, erklärte Arnold, in diesem Zusammenhang gleich auch die grossartige Unterstützung der Sponsoren und Supporter hervorzustreichen. Der „Plan NLA“ sei dank dem Engagement und Können von Spielertrainer Daniel Brack zum Thema geworden. Der Vereinspräsident betonte, dass es auch bei einer allfälligen Promotion gelte, nicht abzuheben, mit dem gegenwärtigen Team auf dem Boden zu bleiben und keine finanziellen Risiken einzugehen. Die Supporter durften zur Kenntnis nehmen, dass die erste Mannschaft mit der Angelegenheit „allfälliger Aufstieg“ bereits intensiv in Gespräche miteinbezogen worden ist, und ausschliesslich alle Akteure „einen enormen Biss erkennen liessen“, wie Markus Brand festhielt.

Brack übernimmt Trainerposten in Deutschland

Altdorfs verdienter Spielertrainer Daniel Brack hat seinen Wohnsitz in Altdorf bereits aufgelöst, um in Deutschland ein anderthalbjähriges Studium anzutreten. Er wird deshalb die NLB-Saison 2012/13 mit dem HC KTV Altdorf beenden und hat anderseits in Deutschland bereits einen neuen Trainer-/Spielervertrag („unter Berücksichtigung von Fahrten, Aufwendungen und Weiterentwicklung“, wie er sagt) unterschrieben. Coach Predrag Ceko und Torhütertrainer Rolf Gisler halten sich weiterhin zur Verfügung. An der Seite des Noch-Spielertrainers wird ab sofort der vormalige deutsche Nationalmannschafts-Spitzenspieler Burkhard Keller (zurzeit in Engelberg wohnhaft) Brack, Ceko und Gisler an den verbleibenden Trainings und Spielen unterstützen (siehe Kasten). Als neuer HC-KTV-Sportchef konnte Philipp Berger, als neuer Marketingverantwortlicher Joe Herger gewonnen werden.

Markus Brand würdigte schliesslich das ausgezeichnete Umfeld des engagierten Urner Handballvereins, nicht ohne auch die neue Trainingshalle - möglich geworden dank des Entgegenkommens von Emilio und Ivo Baldini und unlängst durch einen Kraftraum (grosszügiges Engagement von Marco  Lauener und des Fitnesszenters Impuls in Altdorf) ergänzt -, ferner das zeitliche Engagement der Handballer und Unihockeyaner/Floorball Uri (insgesamt rund 5000 freiwillige Einsatzstunden beim Hallenbau!) besonders zu erwähnen.

Zahlen und offene Punkte

Vizepräsident Marco Lauener wartete mit interessanten aktuellen Zahlen auf. Das Vereins-Jahresbudget umfasst zurzeit 245 000 Franken; 120 000 Franken werden durch Sponsoren (rund 70 an der Zahl) und Donatoren (an der Zusammenkunft vertreten durch Heinz Gisler)  aufgebracht. „Unser Vereinsvorstand gibt für den Verein sein Bestes – umso wichtiger sind für uns grosszügige finanzielle Paten“, sagte Lauener, gleichzeitig darauf verweisend, dass eine Nationalliga-A-Saison zusätzliche Spielbetriebskosten von 22 000 bis 27 000 Franken generieren würde. Offene Punkte seien zurzeit der Trainerposten für die nächste Saison, allfällige Gespräche mit Arbeitgebern, personelle Teamverstärkungen und ein Arzt für Heimspiele (Verbandsvorgabe), in finanziell noch nicht genau bekannter Höhe. „Der Vorstand hat – ein NLA-Aufstieg vorausgesetzt – bereits Hochrechnungen angestellt: Mit um 20 bis 30 Prozent höheren Sponsorbeiträgen könnten die Zusatzkosten abgedeckt werden“, betonte Lauener, nicht ohne zu unterstreichen, dass sich der Verein in keinem Falle einen finanziellen Scherbenhaufen leisten wolle, anderseits auch keine Sponsoren verlieren möchte, und dass bereits einige Firmen (Möbelcenter Muoser, Urner Kantonalbank, Brand Automobile AG, Lauener Uhren und Schmuck), ihr Jawort zu vermehrter finanzieller Unterstützung abgegeben hätten.

Einige Fragen aus der Versammlungsmitte wurden zur Zufriedenheit aller Anwesenden beantwortet, wobei sich der Vereinsvorstand auch darüber freute, dass verschiedene starke, vereinseigene Junioren heranwachsen und sich die Zusammenarbeit mit dem BSV Stans (Interjunioren U17, Elitejunioren U19) bewährt. Und im Weiteren hoffte, dass in einigen Jahren eventuell auch wieder auf Lukas von Deschwanden (zurzeit in Bern studierend und Topskorer bei Wacker Thun - für NLA-Finalrunde 2013 qualifiziert) gezählt werden kann. „Längerfristig ist für unseren Verein – Aufstieg hin oder her – die Zugehörigkeit zur Nationalliga B realistisch, betonte Markus Brand abschliessend, nicht ohne den Aufstieg der zweiten Mannschaft (neu durch Christoph Piske und Jürg Gisler trainiert) in die 2. Liga als wichtiges angestrebtes Zusatzziel in der Saison 2013/14 zu bezeichnen.

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Keller – ein Glücksfall

„Mit dem 53-jährigen Deutschen Burkhard Keller ist ein höchst kompetenter Handballfachmann, der auch das Trainer-A-Diplom besitzt, verpflichtet worden. Der „Neue“ spielte früher während 15 Saisons in der obersten deutschen Bundesliga, holte beispielsweise mit Wallau/Massenheim je zweimal deutsche Pokal- und Meistertitel, ferner den Europapokal ab, war im Anschluss an den Rücktritt des legendären Heiner Brand 1994 Trainer des Teams, führte in der Schweiz später den HC Kriens als Trainer in die Nationalliga A und feierte mit Amicitia/Zürich Meisterschafts- und Pokalerfolge, um nur diese Fakts aus seiner beeindruckenden sportlichen Karriere zu erwähnen.

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ZUM BILD

Von links: Regierungsrat Beat Arnold (früher selber aktiver Spitzenhandballer), Markus Brand (Teammanager), Burkhard Keller (neuer Co-Trainer).