Handball NLB: HC KTV Altdorf – Espoirs Schaffhausen 30:31

 

Die Saison-Heimpremiere ging in die Hosen. Primär infolge einer oft zu unkonsequent zu Werke gehenden Deckung.

Die knapp 200 Zuschauer hatten in der Feldli-Sporthalle wohl etwas mehr von ihrer Mannschaft erwartet. Doch der erhoffte Sieg blieb Wunschdenken. Jetzt stehen die Urner unter Neo-Trainer Jan Sedlacek nach zwei Spielen noch immer mit leeren Händen da. Und die dritte schwere Auswärtspartie gegen NLA-Absteiger Endingen am kommenden Samstag dürfte auch nicht gerade dazu angetan sein, allzu grosse Erfolgshoffnungen zu erwecken. Es wäre denn, der Schwachpunkt der Urner, die Abwehr, würde sich leistungsmässig markant verbessern.

 

Erstmalige Führung nach AuftaktviertelstundeJan Sedlacek Timeout

Die Schaffhauser, unter dem Zepter von U19-Nationaltrainer Michael Suter, waren mit einem ausgesprochen jungen Kader angetreten. Bereits nach 100 Sekunden hatten dessen wirblig zur Sache gehenden Akteure den Ball zweimal im Netz der Platzherren untergebracht. Ivan Fallegger und Martin Betschart waren für den Ausgleich besorgt. Doch die Nordschweizer zogen in der Folge immer wieder in Front. Die Altdorfer durften sich beim exzellent disponierten Torsteher Nicolas Stocker bedanken, dass er mit sehenswerten Paraden Schlimmeres verhütete. Nach einer Viertelstunde schoss Ivan Fallegger sein Team erstmals in Front. Beim Stande von 11:11 parierte Stocker einen gegnerischen Penaltyball, und wenig später einen weiteren, bravourös. Die alles andere als Heimklub-orientierten Berner SchiedsrichterJergen/Zaugg unterschlugen wenig später den Platzherren einen klaren Siebenmeter, massen aber im Gegenzug mit komplett verschiedenen Ellen. Die letzten Minuten der ersten Halbzeitwaren aus Altdorfer Sicht die überzeugendsten. Nach dem 13:13 waren Peter Szilagyi, ferner der an diesem Abend seine Qualitäten als Flügelflitzer und Skorer unter Beweis stellende Daniel Röösli sowie Ivan Fallegger – zuletzt mit einem raffinierten Drehball – für die viel Hoffnung erweckende 17:14-Führung des KTV-Trupps besorgt. In der Kabine monierte Jan Sedlacek, in der Deckung konsequenter und bissiger zur Sache zu gehen, die gegnerische Abwehr konsequenter in Bewegung zu setzen und auch mehr Abschlussrisiken einzugehen.

 

Nach 20 starken Minuten die WendeJost Brücker

Altdorfs Kollektiv beherzigte die Anweisungen seines Trainers nach erfolgtem Seitenwechsel weitgehend. Doch irgendwie erhielten die Zuschauer das Gefühl, dass der letzte Zwick an der Geissel doch nicht ganz zum Tragen gebracht würde. Immerhin lautete das Skore nach etlichen, mehrheitlich gegen Schaffhausen ausgesprochenen Zeitstrafen zehn Minuten vor Spielschluss 25:23 – nach einer eindrücklichen Doublette, innerhalb von 15 Sekunden, der Marke Peter Szilagyi / Jost Brückerer. Die Platzherren waren zu diesem Zeitpunkt drauf und dran, den Sieg definitiv an ihre Fahne zu heften. Mit den Nerven, in beiden Teams notabene, war es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht zum Besten bestellt. So wurde ein Penaltygeschoss je neben den gegnerischen Kasten gedonnert. In der 54. Minute begann sich das Zünglein an der Waage zugunsten der Schaffhauser zu neigen. Treffer von Thomas Hürlimann (2) und Florian Wisotzki (Penalty) während der letzten 140 Sekunden reichten nicht mehr aus, wenigstens das noch angepeilte Remis aus dem Feuer zu reissen. Dies umso mehr, als die Spielleiter offenkundiges Zeitspiel der Gäste gleich mehrmals grosszügig tolerierten und die Matchuhr bei Unterbrüchen nicht stoppen liessen. „Eine Niederlage, an der wir selber schuld sind“, befand Martin Betschart nach dem Abpfiff. Und Co-Trainer Primus Camenzind erklärte: „Die Schlappe geht eindeutig zulasten unserer oft viel zu bedächtig und unkonsequent agierenden Abwehr. Beispielweise zwischen der 47. und 51. Minute, als wir bei gegnerischen Aktionen aus dem Rückraum buchstäblich pennten und, wie sich zeigen sollte, folgenschwere Minustreffer kassierten.“ Für die Statistiker sei noch angemerkt, dass der HC KTV Altdorf im Spiel gegen Schaffhausen 19 Fehlschüsse und 10 technische Fehler verzeichnete. Bei Schaffhausen erwies sich das Zweigespann Radomir/Müller (16 Treffer) als erfolgreichste „Tormaschine“.

 

Im Rahmen der zweiten NLB-Meisterschaftsrunde fielen die ausgetragenen Partien - mit einer Ausnahme (Lausanne gegen Endingen 23:31) - wiederum ausgesprochen knapp aus. An der Ranglistenspitze weisen zurzeit Endingen, Lyss und Schaffhausen das Punktemaximum (4) auf. Noch zählerlos sind Altdorf, Grauholz sowie Lausanne.

 

Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Christian Bär, Martin Betschart (4), Jost Brücker (1), Tizian Dossenbach, Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (6), Marc Fallegger (1), Thomas Hürlimann (3), Daniel Röösli (4), Peter Szilagyi (3), Florian Wisotzki (7), Edi Zakarauskas (1).