Fallendi2Nationalliga B: HC KTV Altdorf – TV Endingen 31:32

 

Die Urner waren drauf und dran, den hochkotierten Gästen mindestens einen Zähler abzuknöpfen. Doch 9 Sekunden vor Schluss legten die herb kritisierten Unparteiischen ihr „Veto“ ein.

 

 

Der Fight gegen den klaren Gruppenleader (und NLA-Aufstiegsaspiranten Nummer eins) in der Altdorfer Feldli-Sporthalle hielt in jeder Beziehung, was er versprochen hatte. Die Platzherren warteten nämlich mit einer kämpferischen, höchst sehenswerten Leistung auf. Doch schliesslich führten die letzten neun Spielsekunden zum doppelten Punktegewinn der Gäste. Die Unparteiischen Bernhard/Schenardi, welche schon früher einmal (nach Intervention des KTV) von der Leitung einer Partie „abtraktandiert“ worden waren, warteten in der Schlussphase mit einer ganz und gar nicht überzeugenden Vorstellung auf. Die letzten Spielsekunden liessen damit fast vergessen, was beide Mannschaften vorgängig mit sehenswertem Tempohandball auf das Parkett gezaubert hatten. Neun Sekunden vor Spielschluss diktierten die Refs gegen die Platzherren einen Penalty, obwohl der Endinger Stürmer (von der Tribüne aus deutlich einsehbar) zuvor ganz klar im Kreis gestanden hatte. Nach dem daraus resultierenden 31:32 zugunsten der Tabellenersten folgte die „Zugabe“. Sie brachte das „Fass“ der Fans zum Überlaufen, zumal vorgängig ein arges Foul an Tizian Dossenbach am TVE-Kreis von den Schiris nicht als penaltyreif eingestuft worden war. Die Spielleiter liessen in der Schlusssekunde einen Freiwurf, den Peter Szilagy mit einem genialen Knaller über die gegnerische Verteidungsmauer in den TVE-Netzhimmel donnerte, wiederholen. Angeblich deshalb, weil die gegnerische Deckung sich zu früh bewegt haben soll. Im zweiten Anlauf vermochte Szilagyi den Effort nicht zu wiederholen. Die Partie endete deshalb statt dem 32:32 mit einem „Erfolg“ der Gäste. Der schiedsrichterliche (Fehl-)Entscheid konnte von den KTV-Offiziellen wie auch vom rund 250-köpfigen Publikum nicht nachvollzogen werden, zumal sich die Endinger mit ihrem Verhalten einen Vorteil – lies Punktegewinn – buchstäblich „erstohlen“ hatten. Worte wie „Schiebung“ und „Betrug“ hatten sich die Schiris, welche die Feldli-Arena fluchtartig verliessen, von den einheimischen Matchbesuchern anzuhören. Noch lange wurde über die aus Urner Sicht fatale Schlussphase der denkwürdigen Partie diskutiert - doch am Tatsachenentscheid lässt sich wohl nichts mehr ändern… Das Ganze ist umso trister, als der HC KTV Altdorf aufgrund der Tabellensituation im hinteren Ranglistenbereich (jetzt auf den 7. Platz abgerutscht) auf einen Zählerzuwachs, der durchaus verdient gewesen wäre, dringend angewiesen ist.

 

Heissblütiger Zoltan Cordas

 

Der TV Endingen hatte am Spielfeldrand einen hochkarätigen Coach, dessen Wurzeln nach Ungarn respektive Ex-Jugoslawien reichen, stehen: Zoltan Cordas (49) spielte in früheren Jahren in verschiedenen europäischen Spitzenklubs. Er bestritt sowohl für Österreich wie Ex-Jugoslawien je 27 Länderspiele. In Altdorf vermochte er öfters sein Temperament nicht ganz zu zügeln, was ihm denn in der Pause auch eine Zeitstrafe, die ein Spieler für ihn abzusitzen hatte, eintrug.

 

Florian Wisotzki setzte den Ball schon nach 26 Sekunden zum frenetisch applaudierten 1:0 in die Endinger Maschen. Die Aargauer konterten eiskalt (1:3). Doch Wisotzki und Peter Szilagyi bewerkstelligten den Gleichstand. Bis zur 17. Minute gab der TVE die Führung nicht mehr preis. Danach glichen Stefan Epp und Marc Fallegger mit sensationellen Boliden aus. Jost Brücker und Szilagyi zeigten, dass an der Endinger „Festung“ durchaus zu rütteln war (11:9), zumal Nicolas Stocker im KTV-Tor mit einigen guten Parden sein Können aufblitzen liess. Kurz vor dem Seitenwechsel vergab Wisotzki eine Penaltychance. Er machte diesen Patzer aber noch vor Ablauf der ersten Halbzeit mit dem 17:13 wett.

 

Aargauer Aufholjagd nach dem Tee

KTV-Trainer Jan Sedlacek forderte von seinen Leuten in der Kabine, vermehrt auch den Weg über die Flügel zu suchen, die Konzentration hoch zu halten sowie cool zu bleiben. Nachdem Daniel Röösli in Überzahl das 18:13 markiert hatte, geriet das KTV-Schiff fatalerweise arg ins Schlingern. Mehrere Fehlschüsse beantworteten die Endinger mit Gegenstossaktionen. In der 36. Minute lautete das Skore bereits auf pari (18:18), nach zwei Dritteln der gesamten Spielzeit gar 19:21. Neu waren zwischenzeitlich Marcel Luthiger (er parierte unter anderem einen Penalty), Edi Zakarauskas und Thomas Hürlimann zusätzlich zum Zuge gekommen. Mit zunehmender Spieldauer war es mehrheitlich der TV Endingen, welcher mit seinen jungen Spielern - gleich deren sechs gehören den U19/U21-Nationalmannschaften an! - für die Musik sorgte. Doch die Platzherren mobilisierten plötzlich zusätzliche Kräfte. Nach einem Altdorfer Timeout (beim Stande von 24:27 verlangt) lancierte Stefan Epp die Aufholjagd. Ein Treffer der Marke Ivan Fallegger - angeblich wegen Übertretens - wurde aberkannt, dafür waren später Röösli, Wisotzki sowie Szilagyi für den Gleichstand (57. Minute, 28:28) besorgt. Beim Stande von 29:29 hatten die Aargauer Fortuna auf ihrer Seite. Ein Geschoss fand den Weg via Pfosten ins KTV-Tor. Ivan Fallegger - mustergültig durch seinen Bruder Marc lanciert - besorgte 60 Sekunden vor Schluss das 30:30. Dem 30:31 hielt Szilagyi mittels Penalty entgegen. Danach folgte das eingangs geschilderte Szenarium, das zum hauchdünnen Erfolg der Endinger führte. „Wir wussten, dass der Gegner sehr stark besetzt ist. Doch unser Kollektiv zeigte viel Moral und rehabilitierte sich vollends für die acht Tage zuvor in Schaffhausen kassierte Kanterniederlage. Alles in allem scheiterten wir wohl auch an der zu hohen Quote technischer Eigenfehler.“ bilanzierte Coach Jan Sedlacek.

 

Fest steht mit einiger Sicherheit, dass der HC KTV Altdorf in der gezeigten Verfassung die benötigten Zähler für den Ligaerhalt noch „sammeln“ kann und wird. Am kommenden Wochenende sind die Urner (15 Partien/13 Punkte) spielfrei. Am 26. Februar steht der wichtige Heimmatch gegen Chênois Genf (14/12)auf dem Programm.

 

Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Martin Betschart, Jost Brücker (3), Tizian Dossenbach, Stefan Epp (4), Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger (1), Thomas Hürlimann, Daniel Röösli (2), Peter Szilagyi (10), Florian Wisotzki (9), Edi Zakarauskas, Michi Bissig.

 

ZUM BILD

Marc Fallegger gibt der Endinger Deckung das Nachsehen. FOTO: RUEDI AMMANN