Nationalliga B: HC KTV Altdorf – Chênois Genf 29:28

 

Der bis zuletzt auf des Messers Schneide stehende Fight wurde erst 60 Sekunden vor Spielschluss entschieden. Urner jetzt in vordere Tabellenhälfte vorgerückt.

 

Im Rahmen der Vorrunde hatten die Urner in der Calvinstadt noch mit zwei Toren Differenz verloren. Gegen die Romands, grösstenteils mit Akteuren aus dem benachbarten Frankreich bestückt, musste ohne Topskorer Peter Szilagyi (erkrankt) ausgekommen werden. Dessen Fehlen machte sich in der Spielanlage unverkennbar bemerkbar, zumal auch die zweite Verstärkung, Florian Wisotzki, mit Handgelenkproblemen angetreten war.

 

Mit bis vier Toren Rückstand am Werk

Der HC KTV Altdorf riss die Führung schon nach 120 Sekunden an sich. Mittels Penalty hatte Wisotzki das 1:0 bewerkstelligt. In der Folge wirkte die Deckung der Urner mehrheitlich schwach, und auch von den Torhütern kamen vererst herzlich wenig Impulse. Im Angriff führten auf Urner Seite etliche technische Fehler zu Konterattacken. Die daraus erhellenden Möglichkeiten nützten die Romands weidlich aus. Nach 18 Minuten lagen die Gastgeber mit 8:12 in Schieflage. Der eine starke Partie abliefernde Thomas Hürlimann, Daniel Röösli, Marc Fallegger sowie Ivan Fallegger brachten ihr Team wieder ins Gespräch (12:13 und 15:15 zur Pause). Die wenig berauschende Schussausnützungsziffer - zehn Bälle verfehlten das Ziel -, ferner die Unzulänglichkeiten in der KTV-Abwehr, liessen Trainer Jan Sedlacek während der Pause Klartext sprechen. Er forderte ein beherzteres Zugreifen in der Deckung und konzentrierte Aktionen am gegnerischen Kreis. „Wir spielten zu lange, als wären wir um zehn Tore im Vorteil“, warf Sedlacek seinen Spielern vor.

 

Penaltykiller Marcel Luthiger

 

Die zweite Halbzeit war durch zahlreiche Zeitstrafen (sechs gegen Genf, eine gegen Altdorf), ferner durch sehenswerte Paraden seitens KTV-Schlussmann Marcel Luthiger geprägt. Letzterer parierte während des zweiten Spielabschnittes nicht weniger als drei gegnerische Sieben-Meter-Geschosse genial. Nach zwei Dritteln der Spieldauer lautete das Skore weiterhin auf pari (19:19), nach 48 Minuten 23:23. Danach schien sich das Zünglein an der Waage zugunsten der Westschweizer zu neigen (24:26). Doch das Gebrüdertrio Marc, Ivan und Flavio Fallegger gaben Gegensteuer. Sie bewerkstelligten den Gleichstand. Daniel Röösli zeigte mit einem verwerteten Penalty eiskalte Nerven. Hoch gingen dagegen die Nerven der rund 250 Zuschauer vier Minuten vor Schluss. Ein sackrüdes Foul an Marc Fallegger, der einige Zeit benommen auf dem Parkett liegen blieb und sich auswechseln lassen musste, wurde nur mit einem Freiwurf „honoriert“. Zu diesem Zeitpunkt folgte Luthigers dritte Penaltygrosstat. Schliesslich war es Florian Wisotzki eine Minute vor Spielschluss mit einem verdeckt angesetzten Schlenzer, welcher die Fans des HC KTV Altdorf mit dem Siegtreffer sozusagen aus dem „Fegefeuer“ riss und seinem Team beide Punkte bescherte. „Wir haben zu viele Chancen ausgelassen und eine gewisse Konstanz fehlen lassen. Glücklicherweise spielte Marcel Luthiger in der zweiten Halbzeit eine grossartige Form aus und hielt uns im Spiel. Mit den gewonnenen beiden Punkten dürfen wir zuversichtlich auf den weiteren Meisterschaftsverlauf blicken“, bilanzierte Wisotzki. Anderseits zeigte sich Trainer Sedlacek mit dem Gebotenen seiner Truppe nicht sonderlich angetan. „Die während der Pause besprochende Gangart wurde zu unkonsequent umgesetzt“, erklärte der Teamchef.

 

Auch Konkurrenz schlief nicht

 

Anlässlich der 16. Vollrunde schlief auch Altdorfs engere Konkurrenz nicht. Insbesondere eher überraschend kam der Erfolg von Biel gegen GC/Amicitia (32:26), Schlusslicht Lyss gegen Yellow Winterthur (28:22), Steffisburg gegen Leader Endingen (32:30) und Grauholz gegen die Schaffhauser Kadetten (22:21). Im Klassement führt jetzt weiterhin Endingen (26, mit 6 Punkten Vorsprung auf Verfolger Schaffhausen. Es folgen: 3. Steffisburg (19), 4. Grauholz und Yellow Winterthur (je 16), Altdorf - mit klar positiver Tordifferenz, GC/Amicitia und Biel (je 15), Chênois Genf (14), Stans (13), HBC West (12) sowie Lyss (11).

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Martin Betschart, Jost Brücker, Tizian Dossenbach, Stefan Epp (5), Flavio Fallegger (1), Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger (4), Thomas Hürlimann (5), Daniel Röösli (4), Florian Wisotzki (6), Edi Zakarauskas, Michael Bissig.

 Brückechen

  

Jost Brücker: trickst Genfer Deckung aus.

 

 

 

 

Eppstefan

 

Stefan Epp: fünfmal als Kreisflitzer erfolgreich.

 

 

 

 

 

Hürlichen

 

 

Thomas Hürlimann: nur schwer an die Leine zu legen.

 

 

 

 

Luthiger

 

 

Marcel Luthiger: parierte drei Penaltys.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Röslichen

 

Daniel Röösli: im „Anflug“.

 

 

 

 

 

Wisotzkichen

 

 

 

 

Florian Wisotzki: erfolgreichster Skorer (6) und Schütze des matchentscheidenden 29:28.

 

 

FOTOS: RUEDI AMMANN