EppStefNati B: Biel – HC KTV Altdorf 25:22

 

 

Die klägliche Niederlage hat die Urner aufgerüttelt. Sie wollen unbedingt noch in die Playoff-Runde – doch dazu ist eine klare Leistungssteigerung nötig.

 

Trotzdem in den Reihen des HC KTV Altdorf sowohl Topskorer Florian Wisotzki wie Tizian Dossenbach infolge Krankheit fehlten, erhofften sich die Innerschweizer im Berner Seeland gegen die noch arg von Relegationssorgen gebeutelten Gastgeber einen Sieg. Dies umso mehr, als die Vorrundenpartie mit 30:21 eine klare Beute der Sedlacek-Truppe geworden war. Doch aus dem erhofften Selbstläufer wurde nichts. Dies hatten sich die Urner indessen selbst zuzuschreiben. Gegen die alles andere als unbezwingbar auftretenden Platzherren wurde nämlich eine mehrheitlich miserable Leistung geboten.

 

Der Konkurrenz sei dank

 

Dass der HC KTV Altdorf trotz der Niederlage weiterhin auf Playoff-Kurs verbleibt, ist der Konkurrenz zu verdanken. Zwar remisierte Steffisburg gegen Chênois Genf (30:30) und verdrängte die Urner von Position drei, ausserdem rückte Grauholz dank seines Erfolges über Stans (39:32) auf Platz fünf vor, doch verlor GC/Amicitia gegen die Kadetten/GS (26:29). Die Ranglistenspitze präsentiert sich jetzt wie folgt: 1. Endingen 33, 2. Kadetten/GS 28, 3. Steffisburg 21, 4. Altdorf 20, 5. Grauholz und GC/Amicitia je 19. Abgeschlagen ist am Tabellenende jetzt Lyss mit 13 Punkten, hinter dem HBC West mit 16 und Chênois Genf mit 17 Zählern.

 

Einbruch nach 6:4-Führung

 

Gegen Biel startete Altdorf gar nicht schlecht. Doch nach der 6:4-Führung folgte der Umschwung. Die Gastgeber nutzten technische Fehler und unerklärlich zahlreiche verscherzte Chancen der Urner resolut aus. Zur Pause führten die Berner 15:12. Gar nicht zufrieden zeigte sich KTV-Trainer Jan Sedlacek mit der Leistung seiner Truppe: „Meine Vorgaben wurden kaum beherzigt und der Marschplan nicht eingehalten“, befand er, dabei gleichzeitig auch mehr Disziplin fordernd. Doch das Leistungspegel der Innerschweizer stieg in der Folge nicht, sondern sank vorerst gar weiter ab. Erst als Sedlacek vor der Schlussviertelstunde ein Timeout gefordert hatte, zeigten die Altdorfer Reaktion. Biel wurden zwischen der 45. und 60. Minute dank der plötzlich viel kompakter wirkenden KTV-Abwehr lediglich noch zwei Treffer zugestanden, anderseits besann sich der KTV-Trupp im Angriff plötzlich vermehrt seiner Werte. Die letzte zehnminütige Spielphase endete mit einer positiven 7:2-Phase. Doch es war schliesslich zu spät, das Blatt zu wenden, da gleichzeitig nicht weniger als sieben hochkarätige Chancen versiebt wurden. „Wollen wird die Playoffs jetzt noch erreichen, muss sich in unserem Team viel, sehr viel sogar, ändern, zumal sich in Biel einige unserer Akteure offensichtlich bereits vorzeitig in den Ferien wähnten“, kritisierte Sedlacek die miese Vorstellung seiner Truppe.

 

Trotzleistung ist gefragt

 

Über das Wochenende stehen jetzt die beiden letzten Qualifikationsrundenspiele an. Bereits am Freitagabend wird in der Feldli-Halle Lyss empfangen (20 Uhr). Die Berner verfügen noch über eine klitzekleine Chance, dem Direktabstieg zu entrinnen. Sie liegen mit 3 Punkten hinter dem HBC West allerdings in schier hoffnungsloser Lage. Ihre Torbilanz steht mit 545:606 am schlechtesten da, auch hat Lyss - nebst dem BSV Stans - als einziges Team mehr als 600 Minustreffer kassiert. Dessen ungeachtet wird der HC KTV Altdorf gut daran tun, die Gäste nicht zu unterschätzen, auch wenn sie im Rahmen der Vorrunde auswärts noch mit 37:33 in die Schranken gewiesen werden konnten. Die Altdorfer dürften bestens beraten sein, auf Thomas Zitterli ein besonderes Augenmerk zu werfen. Er figuriert in der NLB-Topskorerliste auf Position sieben, mit 111 erzielten Treffern.

 

Die Qualifikationsrunde beschliesst der HC KTV Altdorf dann bereits am Sonntagnachmittag, 10. April (Anspielzeit: 17 Uhr), in Winterthur. Die „Yellows“ lauern auf die Chance, mit einem Erfolg eventuell ihrerseits noch in die Playoffs vorstossen zu können. Anlässlich der Vorrunde verloren die Altdorfer gegen die Eulachstädter mit 26:28, nicht zuletzt dank der stupenden Skorerqualitäten von Patrik Läng. Er führt die NLB-Bestenliste ganz klar mit nicht weniger als 144 markierten Toren an. Im Hinblick auf die beiden letzten Qualifikationsrundenspiele hofft KTV-Trainer Jan Sedlacek, nochmals mit der kompletten Aufstellung einlaufen zu können und am Freitagabend insbesondere auf eine geschlossene Unterstützung der  einheimischen Fans.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger (44 Prozent abgewehrte Bälle), Nicolas Stocker (33 Prozent abgewehrte Bälle); Martin Betschart, Jost Brücker, Stefan Epp, Flavio Fallegger, Ivan Fallegger, Marc Fallegger, Thomas Hürlimann, Peter Szilagyi, Daniel Röösli, Edi Zakarauskas.

 

ZUM BILD

 Stefan Epp düpiert den Bieler Schlussmann. FOTO: RUEDI AMMANN