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Nationalliga B: HC KTV Altdorf – PSG Lyss 33:33 (12:17)

 

 

Sechs-Tore-Rückstand in Zwei-Tore-Vorsprung verwandelt.

Doch in der Schlusssekunde fiel der Ausgleich.

 

 Die vorletzte Runde der Qualifikationstour wurde zu einer völlig verrückten Angelegenheit. Und zwar sowohl bezüglich Einzug in die Playoffs wie im Abstiegsbereich. Lyss als Tabellenletzter (14 Punkte, -61) versetzte den HC KTV Altdorf vorerst in einen echten Schockzustand, stand am Freitagabend aber trotz des letztlich unentschiedenen Spielausganges bereits zu 99 Prozent als Direktabsteiger fest. Der HBC West verblieb durch die 25:31-Heimniederlage gegen Yellow Winterthur auf dem vorletzten Tabellenplatz (16, -46), Biel (18, -49) verlor gegen Stans (20, +1): Die Nidwaldner gewannen hoch  36:24. Sie preschten auf den fünften Tabellenplatz vor. Vor der sonntäglichen Schlussrunde waren sechs Mannschaften bereits definitiv „in Sicherheit“, wenn man es so formulieren möchte. Ein Team dieser Gruppe kam rein rechnerisch noch für den vierten Playoffplatz, hinter dem bereits qualifizierten Trio Endingen (35), Kadetten/GS (28) und Steffisburg (23) in Frage: Altdorf (21, +20), Yellow Winterthur (20, +15) und Stans (20, +1). Grauholz, Chênois Genf sowie GC/Amicitia wiesen zwar ebenfalls 20 Zähler auf, bilanzierten aber bereits deutliche Minus-Tordifferenzen. Altdorf musste vor dem letzten Qualitour-Einsatz am Sonntag in Winterthur somit mindestens ein Remis erzielen, um das grosse Saisonziel der Playoff-Teilnahme noch zu erreichen. Auch ein Sieg am Freitagabend gegen Lyss (statt des Unentschiedens) hätte an dieser Ausgangslage übrigens nichts geändert.

 

Verkorkste erste Halbzeit

 

Gegen das ungemein aggressiv zur Sache gehende Lyss bekundeten die Altdorfer in der Feldli-Halle vor 200 Kiebitzen und unter der weitgehend souveränen Leitung der bereits seit 16 Jahren gemeinsam arbitrierenden Brianza/Lämmler etwelche Mühe. Martin Betschart schoss seine Farben schon nach 34 Sekunden in Front. Dem 1:1 setzten Daniel Röösli (an diesem Abend mit sieben Treffern erfolgreichster Skorer des KTV-Trupps), Peter Szilagyi, Florian Wisotzki sowie Ivan Fallegger bis zur 7. Minute vier weitere Treffer entgegen (5:3). Altdorf verpasste es in der folgenden Phase, weitere Akzente zu setzen: Szilagyi versiebte eine Penaltychance, Marc Fallegger scheiterte, allein vor dem gegnerischen Hüter aufkreuzend, während Wisotzki und Tizian Dossenbach nur die gegnerische Torumrandung trafen. Nach dem 5:7 vermochten die Gastgeber die Führung bis zur Pause nie mehr zu übernehmen. Vielmehr produzierten sie durch Unkonzentriertheiten während der ersten halben Stunde insgesamt 14 Fehlschüsse. Sie brachten ausserdem zwei weitere Sieben-Meter-Bälle (Röösli, Betschart) nicht am starken gegnerischen Schlussmann vorbei. Beim Stande von 12:17 zugunsten der Berner schrillte  nach 30 Minuten die Alarmglocke beim Heimteam unüberhörbar. KTV-Trainer Jan Sedlacek in der Kabine: „Ich glaubte, Lyss - und nicht wir - bestreite ein Heimspiel. Es fehlte auf unserer Seite an Cleverness im Angriff und Engagement in der Abwehr. Das muss unbedingt geändert werden.“

 

Die eindrückliche Aufholhatz

 

Beide Teams nahmen den zweiten Spielabschnitt druckvoll in Angriff. Innerhalb von 80 Sekunden fielen gleich drei Treffer – für Altdorf skorten Wisotzki und Ivan Fallegger. Lyss wirbelte die KTV-Deckung vorerst mehrmals schwindlig. Nach dem 14:20 starteten die Urner die vom Publikum unmissverständlich geforderte Aufholjagd. Im Tor machte Marcel Luthiger (verletzungsbedingt) Nicolas Stocker Platz, trat jedoch später erneut zwischen die Pfosten. Die Altdorfer, mit zunehmender Spieldauer immer besser in Fahrt kommend, pirschten sich mit sehenswerten Angriffen stetig näher an Lyss heran (23:24, 25:26, 27:28, 29:30). Viereinhalb Minuten vor Spielschluss war es Daniel Röösli, der das 30:30 markierte. Der KTV-Sieg zeichnete sich ab, als Peter Szilagyi (zweimal) und Marc Fallegger - Letzterer nach einem Pfostenknaller - 76 Sekunden vor Spielschluss das 33:31 erzielt und Luthiger mit einer mirakulösen Parade aufgewartet hatten. Doch der Sedlacek-Trupp verstand es nicht, diesen Vorsprung über die Zeit zu schaukeln: Lyss orderte sechs Sekunden vor dem letzten Sirenenton beim Stande von 33:32 ein Timeout, lancierte danach einen letzten Angriff und vermochte, einen klitzekleinen Moment vor dem Abpfiff, die wenig überzeugend, taktisch wohl falsch reagierende KTV-Deckung zu düpieren und das Remis in extremis aus dem Feuer zu reissen.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Martin Betschart (2), Michael Bissig, Jost Brücker (1), Tizian Dssenbach, Stefan Epp (1), Flavio Fallegger (1), Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger (4), Thomas Hürlimann (4), Daniel Röösli (7), Peter Szilagyi (4), Florian Wisotzki (5).

 

ZUM BILD


Daniel Röösli (total sieben Treffer und bester KTV-Skorer)  erzielt den wichtigen Ausgleich (30:30).

FOTO: RUEDI AMMANN