Nationalliga B: Yellow Winterthur – HC KTV Altdorf 28:27

 

Was sich am Sonntagabend in der Schlussphase abspielte, war seitens der Spielleiter schwach. Sie stahlen den Urnern buchstäblich die Playoffqualifikation.

 

Es ist generell selten gut und meistens auch nicht opportun, über Spielleiter zu motzen. Schliesslich begehen auch die Akteure selber während einer Partie oft reihenweise Fehler. Aber was die Truppe von KTV-Trainer Jan Sedlacek insbesondere in der Schlussphase der wichtigen Partie in der Eulach-Halle am Sonntagabend hinnehmen musste, war ganz einfach des Schlechten zuviel. Die Arbeit des Spielleiterduos Keiser/Rottmeier hinterliess einen schalen Beigeschmack, wirkte oft sogar völlig daneben. „Eine Leistung, die imstande ist, die Dynamik eines Handballspieles kaputt zu machen“, wie ein neutraler Matchbesucher zu Protokoll gab. Und schliesslich meinte selbst der Spielinspizient (der international tätige SR Rätz, Basel), dass er „den Frust der Urner durchaus verstehe“.

 

Ivan Falleggers Gesellenstück

 

Nach verschiedenen fragwürdigen Entscheiden - unter anderem erhielt schon in der ersten Halbzeit Nicolas Stocker wegen der Karambolage mit einem Winterthurer Angreifer, die einzig und allein der gegnerischer Stürmer verursacht hatte, Rot präsentiert - trug sich das definitiv Fatale, nachdem später auch Florian Wisotzki im Anschluss an die dritte Zeitstrafe mit Rot eingedeckt worden war (54. Minute), zwischen der 58. Minute und den letzten Spielsekunden zu: Thomas Hürlimann wurde nach 58.02 mit zwei Strafminuten bedacht. Wenig später sah sich auch Peter Szilagy nach einem Dutzendfoul für die restliche Spielzeit in die Kühlboxe delegiert und wurde gegen Altdorf zusätzlich ein Penalty diktiert. Ivan Fallegger brachte das Kunststück fertig, in doppelter Unterzahl, 53 Sekunden vor dem Abpfiff, das 27:26 für die Innerschweizer, welche die gesamte Partie weitgehend kontrolliert hatten, zu buchen. Yellow markierte im Fight, der weitgehend eigentlichen Cupcharakter aufwies, postwendend den Gleichstand, um wenig später einen umstrittenen Freiwurf zugestanden zu erhalten. Der Ball landete, sechs Sekunden vor Spielschluss, prompt zum definitiven 27:28 im Altdorfer Tor. Die Entscheidung - Altdorf hätte ein Remis zum Einzug im Reigen der besten vier Teams dank der besseren Tordifferenz gegenüber Yellow gereicht! - war in extremis gefallen, der KTV-Trupp hatte sich aus der Meisterschaft 2010/11 definitiv zu verabschieden.

 

Alle Entscheidungen sind gefallen

 

An den Playoffs beteiligen sich jetzt die klar führenden Endingen und Kadetten Schaffhausen, ferner Steffisburg (23 Punkte, +17) sowie Yellow Winterthur (22, +16). Unter dem „Erfolgsstrich“ etablierten sich in dieser Reihenfolge: Stans (22, +9), Grauholz (21, +29) sowie der HC KTV Altdorf (21, +19). Dem Abstieg verfällt Lyss (14), hinter Chênois Genf (19, -23), GC/Amicitia Zürich (19, -35), Biel (19, -49) und HBC West (18, -44).

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Michael Bissig, Jost Brücker (2) Tizian Dossenbach, Martin Betschart (1), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger (5), Thomas Hürlimann, Daniel Röösli (3), Peter Szilagyi (4), Florian Wisotzki (8).