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Ein Geniestreich in der Schlussphase
Geschrieben von: Ruedi Ammann   
Sonntag, den 11. September 2011 um 16:41 Uhr
FallMNationalliga B: Handball Grauholz – HC KTV Altdorf 30:32

 

Ein Super-Meisterschaftsauftakt dank hervorragendem Schlussspurt. Daniel Brack zehnfacher Torschütze.

 

In den letzten Jahren sind die ersten Spiele der Altdorfer immer wieder zu teils fatalen Rohrkrepieren geworden. Dieses Mal kam alles ganz anders: Die Urner wendeten dank einem sensationellen Schlussspurt das Blatt, nachdem sie mit vier Toren Differenz (50. Minute) noch klar im Hintertreffen gelegen waren. Wesentlichen Anteil am Erfolg hatte Coach Predrag Ceko: Er nahm in der Schlussphase eine Aufstellungsänderung vor. Sie erwies sich als eigentlicher Schwarztreffer. Zum Berner Grossverein Handball Grauholz bleibt anzumerken, dass er 850 (!) Mitglieder zählt, 20 Teams im Einsatz hat und ein Jahresbudget von 250 000 Franken aufweist.

 

Gleich drei „Schocker“ für die Urner

 

Spielertrainer Daniel Brack stand in Zollikofen am Samstagabend das komplette Kader zur Verfügung. Das Kollektiv des HC KTV Altdorf startete viel versprechend, sah sich aber schon bald durch mehrere „Negativereignisse“ geschockt respektive arg verunsichert. Die Gründe: Bei Marc Fallegger machte sich eine alte Knöchelverletzung unliebsam bemerkbar. Peter Szilagyi schied schon nach zehn Minuten infolge eines Unwohlseins vorübergehend (bis zur Pause) aus. Und schliesslich zog sich Daniel Brack in der 22. Minute nach einer „unfreundlichen“ gegnerischen Aktion eine Lippenverletzung zu, welche schliesslich ärztlich versorgt werden musste. Im Verlaufe der ersten Halbzeit vermochte sich keine Mannschaft vorentscheidend abzusetzen, auch wenn die Berner zur Pause mit zwei Längen im Vorteil lagen (16:14). In beiden Lagern waren es insbesondere auch die Torsteher, welche verschiedentlich mit bravourösen Interventionen beeindruckten. Auf der Seite von Handball Grauholz war es Nikola Portner, der an der jüngsten Junioren-WM zum besten Torhüter proklamiert worden war, beim HC KTV Altdorf Marcel Luthiger, welcher sich einer starken Form erfreute und unter anderem auch ein gegnerisches Penaltygeschoss unschädlich machte.

 

Cekos Griff in die Trickkiste

Nach 50 Spielminuten sah es alles andere denn nach einem Erfolg der Innerschweizer aus. Die Gastgeber führten mit 26:22. Doch da war ja noch Altdorfs Neo-Coach Predrag Ceko. Er tat einen schlitzohrigen Griff in die Trickkiste, als der zwischenzeitlich wieder spielbereite Peter Szilagyi eine rote Karte kassiert hatte und zum Zuschauen verknurrt worden war. Ceko beorderte gleich zwei Spieler an den gegnerischen Kreis (Sebastian Munzert sowie Martin Betschart) und stellte sein Team auch anderweitig um. Das Kalkül ging voll auf, obwohl der an diesem Spieltag zehnmal erfolgreiche Daniel Brack sich plötzlich einer Spezialbewachung gegenüber sah. Es war insbesondere Marc Fallegger, der in der Schlussphase trotz seines Fussknöchel-Handicaps über sich hinaus wuchs, das Spiel dirigierte und Hauptverantwortlicher dafür war, dass das Zünglein an der Waage nach dem 29:29 zugunsten seiner Crew ausschlug. Spielertrainer Daniel Brack war vom Einsatz respektive Verhalten seiner Mannen nach Spielschluss höchst positiv angetan: Das ganze Kollektiv lieferte trotz der verschiedenen aufgetauchten Probleme („ich hatte echt Angst um die Früchte unserer guten Vorbereitungsphase“) eine beeindruckende Leistung ab und überzeugte insbesondere mit einer tollen Moral. „Jetzt heisst es natürlich die verletzungsbedingten Wunden zu „lecken“, denn bereits am Samstag steht uns der Heimknüller gegen den starken und unberechenbaren BSV Stans bevor. Schon letzte Saison bekamen wir ja die Spielstärke der Nidwalder anlässlich der beiden Lokalderbys mehr als uns lieb war zu spüren.“

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Jost Brücker (5), Ivan Fallegger (1), Marc Fallegger (6), Dave Zürcher (1), Dave Bär, Daniel Brack (10), Peter Szilagyi (2), Christian Bär, Martin Betschart (1), Sebastian Munzert (1), Flavio Fallegger, Daniel Röösli (5).

 

ZUM BILD

Dreh- und Angelpunkt in der Schlussphase: Marc Fallegger. FOTO: RUEDI AMMANN

 

 

 

 

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