Meisterschaft Nationalliga B: HC KTV Altdorf – Chênois Genf 25:25
Drei-Tore-Vorsprung zweieinhalb Minuten vor Spielschluss reichte nicht zum Sieg. Gäste erwiesen sich in der Schlussphase eine Prise cleverer.
Die in letzter Zeit immer stärker gewordenen und athletisch beeindruckenden Westschweizer - es handelt sich bei Chênois-Akteuren ausnahmslos um Spieler aus dem Nachbarland Frankreich - waren in die Feldli-Arena am Samstagabend mit einem Topkollektiv eingelaufen. Die rund 250 Zuschauer waren insbesondere auf die Leistung des klaren Leaders im Topskorerklassement, Adrien Molinié – ein französischer Ex-Profi notabene – gespannt. Dieser konnte während des Spitzenfights weitgehend unter Kontrolle gehalten werden, auch wenn er insgesamt sechsmal ins KTV-Netz traf. Diese Quote lag indessen deutlich unter Moliniés persönlichem Schnitt, der bisher über zehn Tore pro Match betrug.
Starke Altdorfer Abwehr
Im Fight der beiden NLB-Spitzenklubs war zu Beginn gegenseitiges Abtasten angesagt. Erst nach fünfeinhalb Minuten fiel das 0:1, 13 Sekunden später das 0:2. Dave Zürcher, an diesem Abend erneut eine souveräne Leistung abliefernd, verkürzte den Rückstand und besorgte in der 10. Minute das 2:2. Hervorragend schlug sich im KTV-Tor Marcel Luthiger. Immer wieder wartete er mit genialen Paraden auf, die seine Performance bis zum Abpfiff prägten. Nach Ablauf der Startviertelstunde zogen die Platzherren durch Treffer von Sebastian Munzert (2) und Daniel Röösli erstmals in Front (5:4). Das Handicap einer doppelten Zeitstrafe überstanden die Altdorfer recht gut (9:9). Von den Angriffen der stämmigen Gäste liessen sich die Innerschweizer in der Folge weiterhin kaum beeindrucken. Röösli und Wisotzki waren bis zur Pause gar für eine hauchdünne Führung (12:11) besorgt – ein direkter Freiwurf Adrien Molinés über die KTV-Mauer hinweg klatschte von der Latte ins Spielfeld zurück.
Nach dem 18:20 den Turbo gezündet
Der zweite Spielabschnitt war weiterhin von spektakulärem Tempohandball geprägt. Mehrmals vermochten sich die Besucher mit zwei Längen Vorsprung in Front zu schiessen. Doch nach dem 18:20 folgte die Reaktion der entfesselten Altdorfer. Ivan Fallegger und Dave Zürcher glichen aus – Ivan Fallegger (2), Daniel Röösli (Penalty) und Jost Brücker schraubten das Skore auf 24:20 – Chênois wurde in dieser Phase kein einziges Erfolgserlebnis zugestanden. Ein Sieg der Innerschweizer lag knapp sechs Minuten vor Spielschluss in Griffnähe. Dies umso mehr, als Röösli nach dem 24:22 erneut einen Penalty sicher verwertet hatte. Noch verblieben zweieinhalb Minuten zu spielen - dem HC KTV Altdorf schien der doppelte Punktegewinn so gut wie sicher. Doch die Genfer liessen sich selbst von einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe nicht beeindrucken. Sie trafen zweimal in Unterzahl ins Volle. Und als die Matchuhr nur noch 15 Sekunden effektive Spielzeit zeigte, erzielte Chênois den letzten Treffer der bis zuletzt hoch spannend verlaufenden Partie. In den Reihen des HC KTV Altdorf wurde in der Retrospektive von einem „verlorenen Punkt“ gesprochen. Wohl zu recht, denn mit etwas vermehrter Konzentration und Cleverness hätten die Genfer eigentlich mit einer Niederlage nach Hause entlassen werden müssen, wie auch der erneut imponierend auftrumpfende „Notnagel“ Florian Wisotzki nach Spielschluss zu Protokoll gab. Mehrheitlich zufrieden gab sich Altdorfs verletzter Spielertrainer Daniel Brack, auch wenn er einen doppelten Punktegewinn bereits programmiert hatte: „ Wir spielten während 55 Minuten deutlich über unserem Niveau, zeigten phasenweise Handball vom Feinsten. Generell war ich stolz auf mein Team, dessen Akteure auf allen Positionen beeindruckten – speziell auch Marcel Luthiger zwischen den Pfosten.“
Im Zwischenklassement liegt der HC KTV Altdorf weiterhin auf Position vier (13 Punkte), da Stans die direkte Konkurrenz Biel mit 28:23 zurückband. Vor den Urnern liegen nach zehn Spielen Winterthur (18), Schaffhausen (16) sowie Chênois Genf (14).
Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Theo Ulrich; Christian Bär, Martin Betschart, Jost Brücker (2), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (5), Marc Fallegger, Sebastian Munzert (5), Daniel Röösli (5), Florian Wisotzki (4), Dave Zürcher (4), Dave Bär. - Coaching: Daniel Brack und Predrag Ceko. – Schiedsrichter: Nasseri-Rad/Schmidt (gute Leistung).
ZUM BILD
Dave Zürcher – vierfacher Torschütze – zeigte gegen die Genfer eine Topleistung. FOTO: RUEDI AMMANN
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