| "Munzi" zauberte elf Tore aus dem Hut |
| Geschrieben von: Ruedi Ammann |
| Sonntag, den 11. Dezember 2011 um 12:37 Uhr |
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Nationalliga B: Siggenthal– HC KTV Altdorf 23:25
Bis zuletzt stand der Ausgang der Partie auf des Messers Schneide. Leader Winterthur kassierte in Biel sensationelle Kanterniederlage.
Ruedi Ammann
Die Altdorfer waren gewarnt. Die letzte Auswärtspartie im zu Ende gehenden Jahr gegen Siggenthal, in der Badener Aue-Halle gespielt, wurde denn auch zu prompt zu einer echten Gratwanderung. Erst in den allerletzten Spielphasen drehten die Innerschweizer, welche vorgängig echt in Schieflage geraten waren, die Begegnung zu ihren Gunsten. „Drahtzieher“ des Erfolges waren die Top-Moral der ganzen Mannschaft, die Efforts von „ Munzi“ (Sebastian Munzert mit 11 sowie Jost Brücker mit 6 Treffern), die geniale Parade Theo Ulrichs gegen einen allein vor ihm auftauchenden Aargauer Stürmer (15 Sekunden vor Schluss) und ein Tor Jost Brückers (5 Sekunden vor Spielende), die schliesslich - trotz Unterzahlspiel während der letzten 2 Minuten - den Gewinn beider Punkte bedeuteten.
Für die grösste Überraschung der Runde waren die Bieler besorgt. Sie demontierten Tabellenleader Yellow Winterthur mit einem satten 26:14-Heimsieg. Hinzu kam am Sonntagabend als zweite „surprise“ das Remis des favorisierten Chênois Genf gegen „Underdog“ Handball Grauholz. Die trefferreiche Begegnung endete 33:33 unentschieden. Die Tabellensituation präsentiert sich an vorderster Front zurzeit etwas unübersichtlich. Arbon empfängt die Schaffhauser Kadetten nämlich erst am Dienstagabend. Fest steht immerhin, dass der HC KTV Altdorf weiterhin in der Spitzengruppe mitmixt und die bisher höchst positive Ausgangslage im Hinblick auf das Meisterschafts-Restprogramm 2011 mit einem Sieg im letzten (Heim-) Spiel vom kommenden Samstagabend gegen (das offenbar immer stärker werdende Handball Grauholz; Anspiel: 18 Uhr, Feldli-Arena) weiter optimieren könnte. – Das Zwischenklassement in der NLB: 1. Yellow Winterthur (18 Punkte), 2. Kadetten Schaffhausen (16, ein Spiel weniger ausgetragen), 3. Chênois Genf sowie HC KTV Altdorf (je 15), 5. Biel (13), 6. BSV Stans (12).
Vom 6:3 zum 10:11
Die Altdorfer hatten in Baden abermals ohne die (zwischenzeitlich bekannten) Langzeitverletzten auszukommen. Sie begannen den Fight ausgesprochen hoffnungsvoll. Nach dem 3:3 wartete Dave Zürcher mit einem echten Hattrick auf (6:3). Bereits zu diesem Zeitpunkt war ersichtlich, dass sich der Abwehrblock der Urner immer wieder erfolgreich zu profilieren und so den unbequemen Gastgebern weitgehend Wind aus den Segeln zu nehmen vermochte. Im Angriff orteten der verletzte Spielertrainer Daniel Brack sowie Head-Coach Predrag Ceko teils unverkennbare Defizite und auch eine gewisse Verunsicherung. Dies führte dazu, dass Siggenthal aus dem Drei-Tore-Rückstand bis zur 28. Spielminute eine 11:9-Führung machte. Florian Wisotzki reduzierte den „Schaden“ bis zur Pause dann auf eine Länge.
Viele Zeitstrafen kassiert
Der zweite Spielabschnitt war durch viele Zeitstrafen, mehrheitlich gegen den HC KTV Altdorf verhängt – geprägt. Phasenweise standen für die Innerschweizer gar nur vier Feldspieler auf dem Parkett. Siggenthal witterte Morgenluft. Mehrmals führten die Aargauer mit drei Toren Differenz (15:12, 18:15, 22:19). Sebastian Munzert (an diesem Abend erneut als souveräner Penalty-„Exekutor“ in Erscheinung tretend) wie auch Jost Brücker brillierten in der Folge mit Hattricks. Die Wende zum Positiven - aus Altdorfer Optik - bahnte sich allerdings erst nach dem 23:21 (zugunsten Siggenthals) in der 53. Minute an: Sebastian Munzert und Jost Brücker markierten den Gleichstand, Ersterer schoss seine Crew in der 58. Minute mit einem „Briefkastentreffer“ erstmals wieder in Front (24:23), ehe Ulrichs Glanzparade und Brückers Treffer (wie eingangs erwähnt) die Partie definitiv zugunsten der Urner kippten. „Auch wenn wir heute keine berauschende Leistung zeigten, muss aufgrund unseres „Lazarettes“ doch ganz klar gesagt werden, dass unter solchen Vorzeichen jeder Sieg einen absoluten Erfolg darstellt“, bilanzierte Daniel Brack. Er will im Hinblick auf den letzten Saisoneinsatz nun bestehende Angriffsdefizite bestmöglich ausräumen. „Den Erfolg gegen Handball Grauholz (11 Spiele/6 Zähler) wollen wir mit einer erneuten starken Defensivleistung anstreben“, lautet nun sein „Credo“ im Vorfeld des samstäglichen NLB-Einsatzes.
Ein weiteres Mal war übrigens zu beobachten, dass alle verletzten Spieler ihr Team mit persönlicher Anwesenheit auch in Baden unterstützten. Peter Szilagyi holte sich sogar offensichtlich Hilfe von “oben“. In der Pause war zu beobachten, dass er einen „Rosenkranz“ (kein Schmuckstück…) um sein rechtes Handgelenk gewickelt hatte.
Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Theo Ulrich; Christian Bär, Jost Brücker (6), Flavio Fallegger (1), Ivan Fallegger, Marc Fallegger, Martin Betschart, Sebastian Munzert (11), Daniel Röösli (1), Florian Wisotzki (3), Dave Zürcher (3).
ZUM BILD
Gegen Siggenthal elfmal erfolgreich: Sebastian Munzert. FOTO: RUEDI AMMANN
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