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Den "Mutzen" das Fell über die Ohren gezogen
Geschrieben von: Ruedi Ammann   
Sonntag, den 18. Dezember 2011 um 12:31 Uhr

 Nationalliga B: HC KTV Altdorf – Handball Grauholz 32:26

 

Die Urner verbringen den „Winter“ auf einem Podestplatz. Nächste Einsätze im Jubiläumsjahr „50 Jahre HC KTV Altdorf“ erst ab Ende Januar.

 

 Unter den rund 300 Kiebitzen befand sich am Samstagabend viel Prominenz. Nebst anderen alt Landammann Josef Brücker (stolzer Grossvater des an diesem Spieltag neunfachen Tagesrekord-Topskorers Jost Brücker) sowie der einstige Handballer der ersten Mannschaft, Regierungsrat Beat Arnold. Die Zuschauer erhielten ein Spiel vorgesetzt, das die Gastgeber von einer „steifen Brise“ zu einem echten „Orkan“ anschwellen liessen. Der Sturmwind im Einzelnen: Vom 25:24 in der 52. Minute wartete der KTV-Trupp mit einer genialen Schlussoffensive auf, den Bernern bis zum Abpfiff unter dem Zepter der gut arbitrierenden Unparteiischen Reto Andreoli/Raymond Leu noch sieben „Eier“ ins Nest legend. Handball Grauholz wurde übrigens durch den vormaligen jugoslawischen Spitzenhandballer (unter anderem auch Olympiasieger) Zlato Portner, der seinerzeit auch in verschiedenen ausländischen Erstklass-Teams für Furore gesorgt hatte, mit viel Herzblut gecoacht.

 

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Altdorf jetzt auf Platz drei


Nach dem ersten (und bereits letzten im zu Ende gehenden Jahr) Rückrundenspiel liegt der HC KTV Altdorf (17 Zähler) jetzt auf dem hervorragenden dritten Tabellenplatz. 3 Punkte hinter den führenden Yellows Winterthur und 1 Zähler hinter den Kadetten GS Schaffhausen.

Gleich viele Punkte wie die Urner weist Chênois Genf auf. Hinter diesem Quartett ist bereits eine grössere Lücke auszumachen: 5. Biel (13), 6. Stans (12), 7. Aufsteiger Siggenthal (10), 8. Aufsteiger Zofingen (9), 9. Steffisburg (9), 10. Handball Grauholz (6), 11. GC/Amicitia Zürich (6), 12. NLA-Absteiger HC Arbon (5).

Wegen der Feiertage und bevor stehenden traditionellen „internationalen Wochen“ erfährt der Betrieb in der Nationalliga jetzt einen mehrwöchigen Unterbruch. Der HC KTV Altdorf nimmt das Meisterschafts-Restprogramm 2011/12 erst am 28. Januar/4. Februar in Angriff (auswärts gegen Steffisburg respektive Stans); der erste Heimmatch findet am 11. Februar gegen Leader Yellow Winterthur in der Feldli-Arena - gefolgt von drei weiteren Heimpartien - statt.

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Altdorf hatte erneut auf die Langzeitverletzten Daniel Brack, Peter Szilagyi und Nicolas Stocker zu verzichten. Dafür mixte ein weiteres Mal als „Aushilfe“ Florian Wisotzki mit. Er erwies sich als beeindruckender Spielmacher und Koordinator. Dabei ist anzumerken, dass sich das ganze Altdorfer Team ausgezeichnet zu verkaufen verstand, auch wenn ab und zu in der Abwehr einige Unzulänglichkeiten auftauchten sowie überhastete Abschlussversuche auszuloten waren. Gut machten ihre Sache (auch) die beiden Torsteher Marcel Luthiger (ein abgewehrter Penalty) und der ab der 48. Minute zum Einsatz gelangende Theo Ulrich (beispielsweise eine grossartig parierte gegnerische „Flieger-Aktion“ in die Waagschale werfend).

 

Aufsässige Gäste

 

Handball Grauholz verkaufte sich – mit leichten Abstrichen in der Schlussphase – als spielstarke Truppe, auch wenn die Berner nach dem Auftaktpenalty (1. Minute) in der Folge nie mehr in Front zu ziehen verstanden. Im Verlaufe der ersten Halbzeit machten die Besucher zweimal Altdorfer Zwei-Tore-Führungen (beim Stande von 5:3 respektive 7:5) wett. In den Reihen der Gastgeber taten sich als Topskorer schon in der ersten Halbzeit Jost Brücker, Sebastian Munzert (auch als souveräner Penalty-„Exekutor“), Florian Wisotzki und Dave Zürcher besonders hervor.

 

Der HC KTV Altdorf hatte es in der Hand, mit zwei Längen Vorsprung in die Pause zu ziehen, doch die Berner markierten just 5 Sekunden vor dem Sirenenton mit einer sehenswerten Aktion den Anschlusstreffer (14:13). „Es wird gelten, in unseren Reihen die Fehlerquote herunterzufahren“, befand zu diesem Zeitpunkt Vereinspräsident Stefan Arnold. Sein „Anliegen“ wurde in der Folge mehrheitlich umgesetzt.

 

Zürcher, Brücker und Ivan Fallegger

 

Die Partie stand während des zweiten Spielabschnittes lange Zeit im Zeichen grosser Ausgeglichenheit. Beim Stande von 20:19 erhielten die Berner nach rüdem Foul eine 2-Minuten-Strafe aufgebrummt. Dave Zürcher und Jost Brücker nützten das Powerplay zu einer 3-Tore-Führung der Urner aus (22:19). Doch der Trupp Zlato Portners meldete sich nochmals zurück. Dreimal in Folge tankten sich seine Topschützen Tim Weber (insgesamt 8 Treffer) und Sandro Sieber (5) durch die zu unkonsequent zur Sache gehende KTV-Deckung. Im Anschluss an das 25:24 setzten die Gastgeber zum finalen Schaulaufen an. Dave Zürcher, Jost Brücker sowie Ivan Fallegger schraubten das Skore bis zur 56. Minute auf 29:24 – die Vorentscheidung war damit gefallen. Munzerts anschliessende 2-Minuten-Strafe wurde schliesslich locker weggesteckt und in Unterzahl nur ein Penaltytreffer zugelassen. Ein in dieser Phase aus Sicherheitsgründen durch Spielertrainer Daniel Brack und Head-Coach Predrag Ceko angefordertes Timeout schwor die KTV-Akteure auf eine von den Sitzen reissende Finalissima ein. Wisotzki, Daniel Röösli sowie Munzert waren für die letzten Tore des HC KTV Altdorf im zu Ende gehenden Jahr besorgt. Die beeindruckten Zuschauer feierten ihr Team schliesslich mit einer wohlverdienten Sonderovation.

 

Spielertrainer Daniel Brack attestierte allen seinen Schützlingen eine Klasseleistung. Er würdigte insbesondere die tolle gegenseitige Unterstützung auch in hektischen Phasen. Brack entliess seine Truppe schliesslich in eine dreiwöchige „Ferienpause“ – am 8. Januar wird das Training wieder „mit viel Power“ (O-Ton: Brack) in Angriff genommen. Mit der Zuversicht selbstverständlich, dass auch alle Verletzten wieder voll mit dabei sein können.

 

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Theo Ulrich; Sebastian Munzert (7), Jost Brücker (9), Martin Betschart, Dave Zürcher (5), Christian Bär, Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger, Florian Wisotzki (8), Flavio Fallegger, Daniel Röösli (1).

 

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Jost Brücker erzielt gegen die Berner eines seiner neun Tore.

 

 

 

 

 

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Dave Zürcher – wie er leibt und lebt – mit letztem Einsatz.

 

 

 

 

 

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Florian Wisotzki – genialer Regisseur und Topskorer; links Sebastian Munzert.

 

FOTOS: RUEDI AMMANN

 

 

 

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