| Gegen NLA-Club Stäfa chancenlos |
| Geschrieben von: Ruedi Ammann |
| Donnerstag, den 21. Oktober 2010 um 23:37 Uhr |
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HC KTV Altdorf – Lakers Stäfa 29:42
Der Sechzehntelsfinal bedeutete für die Urner bereits die Endstation. Nach sehenswerter erster Halbzeit verscherzten die Gastgeber ein besseres Resultat.
Erfreulich zahlreiche Zuschauer – darunter ein Trupp des Nachwuchses des TV Unterstrass Zürich, welcher im Gotthardkanton ein Trainingslager absolviert und vorbehaltlos phonstarke Stimmung zu Gunsten der Urner machte (!) – sahen am Donnerstagabend einen weitgehend ansprechenden, unterhaltsamen Fight. Während Markus Jud von den Lakers Stäfa personell aus dem Vollen schöpfen konnte, fehlten bei den Platzherren die Verstärkung Peter Szilagyi, ferner Gregor Bär und Thomas Hürlimann (alle verletzt).
Mit dem Turbo Paroli geboten
Es war erstaunlich, wie gut sich die Altdorfer während der ersten Halbzeit gegen die hochkarätigen Gäste aus der Affäre zu ziehen wussten. Zwar vermochten sie mit einer tollen Fleissleistung und dem Zünden ihres Turbos nie in Führung zu ziehen, dafür aber mehrmals den Gleichstand (5:5, 7. Minute; 9:9, 14. Minute) zu erzielen und bis zum Ablauf der 20. Minute nur mal gerade mit 13:14 ins Hintertreffen zu geraten. Der erste Spielabschnitt endete mit 17:20 zugunsten der Stäfner. Markus Jud war vom Spiel seiner Truppe in der Kabine nicht sonderlich angetan. Er ortete eine phasenweise zu nachlässig zur Sache gehende Deckung und nicht speziell beeindruckende Torhüterleistungen. Altdorfs Trainer Jan Sedlacek und Assistent Primus Camenzind forderten anlässlich ihrer Pausen-Standortbestimmung von den eigenen Akteuren, gegen die Stäfner Abwehrreihe mehr Druck aufzusetzen, die eigenen Angriffe durchzuziehen und so auch von den Schiedsrichtern den einen oder anderen Penalty zugestanden zu erhalten. Der HC KTV Altdorf versuchte, die Order umzusetzen, reüssierte aber schliesslich nicht.
Gegenstösse brachen Urnern das Genick
Immer mehr setzte sich das reifere Spiel der Zürcher – in ihren Reihen agierten mit Andreas Portmann und Lukas Huwiler auch Spieler, die letzte Saison noch bei Altdorf im Einsatz standen – durch. Beim HC KTV Altdorf schlichen sich vermehrt technische Fehler und Ungenauigkeiten ein. Diese bestraften die Lakers regelmässig mit blitzschnell vorgetragenen Kontern. Sie waren es primär, welche den Gastgebern das Genick brachen. Einige sehr gute Paraden von Nicolas Stocker verhinderten eine höhere Niederlage der Urner, die in der Schlussphase auch sämtlichen eingelaufenen Nachwuchsspielern Einsatzzeiten zugestanden. Peter Szilagyi, der die Partie vom Hallenrand aus verfolgte, stellte in der Manöverkritik in seinem Team während der zweiten Halbzeit ein „mehrheitlich schlechtes Spiel und einen eigentlichen Zusammenbruch, verbunden mit argen Defiziten im Deckungsbereich - wie schon anlässlich der meisten bisherigen NLB-Meisterschaftspartien“ fest, während Markus Jud, Trainer der Gäste, einen Cupfight unter dem Zeichen „spielen und spielen lassen“ sah, dabei dem HC KTV Altdorf, für den das Cupabenteuer nun wie erwartet bereits zu Ende ist, eine starke erste Halbzeit mit sehenswerten Aktionen attestierte.
Seldwyla lässt grüssen
Interessantes Detail am Rande der Partie: Die beiden nationalen Spitzenschiedsrichter Sayer/Anderes – sie arbitrieren bereits demnächst ein Europacupspiel in Dänemark – leiteten die Cuppartie mit Kopfmikrophonen versehen. International ist das auch im Handballsport bereits gang und gäbe, nicht aber in der Schweiz. Die beiden Refs sowie ein weiteres Zweigespann sind in Helvetien die Einzigen, die mit solcher Technik arbeiten. Und – man höre und staune – sie mussten diese Zusatzausstattung aus dem eigenen Portemonnaie berappen, da der schweizerische Dachverband einen entsprechenden Einführungsentscheid vor einiger Zeit abgelehnt respektive verschoben hatte. Seldwyla lässt grüssen…
Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Christian Bär, David Bär, Martin Betschart (1), Michael Bissig, Jost Brücker (3), Tizian Dossenbach (3), Flavio Fallegger (1), Ivan Fallegger (1), Marc Fallegger (5), Daniel Röösli (4), Florian Wisotzki (11).
Zu den Bildern
Florian Wisotzki war mit elf Toren bester Skorer auf dem Feld.
Marc Fallegger in Schusslaune
Martin Betschart erzielt einen sehenswerten Treffer FOTOS: RUEDI AMMANN |


