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Sieben Tore in neun Minuten retteten Remis
Geschrieben von: Ruedi Ammann   
Sonntag, den 14. November 2010 um 23:18 Uhr
NLA: Grauholz – HC KTV Altdorf 26:26

 

Zehn Sekunden vor Spielschluss erzielte Florian Wisotzki den Gleichstand. Doch die Tabellenlage bleibt prekär.

 

RöösliDanielWeil das bisher sieglose Team HBC West aus der Romandie erstmals 2 Punkte holte und auch Stans einen Remiszähler einbunkerte, bleibt die Lage der Urner im Zwischenklassement – nach acht der insgesamt 22 Partien – weiterhin kritisch. Genauer: Der HC KTV Altdorf belegt noch immer den drittletzten Rang. Altdorfs Topskorer Florian Wisotzki sah sich während der ganzen Partie mit einer offenen Manndeckung beglückt, gegen welche weder er noch seine Mitspieler während der ganzen Spielzeit kaum ein valables Rezept fanden. Die Auswärtspartie wurde altdorferischerseits übrigens durch Vereinspräsident Stefan Arnold und Ehrenpräsident Joseph Baumann besucht. Sie hatten vorgängig an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des schweizerischen Handballdachverbandes in Bern teilgenommen und anschliessend auch den beim HC KTV Altdorf in bester Erinnerung stehenden Ex-Aktiven Fritz Zaugg (heute im Kanton Bern wohnhaft) getroffen.

 

Zum Auftakt ein Startfurioso

 

Der HC KTV Altdorf begann in Zollikofen gegen Grauholz mit einem eigentlichen Startfeuerwerk. Praktisch jeder Angriff wurde mit einem Treffer abgeschlossen: Peter Szilagyi (zweimal), Jost Brücker sowie Florian Wisotzki (Penalty) hatten die Urner bis zur 7. Minute mit 4:1 in Front geschossen. Doch danach liess das „alte Lied“ nicht auf sich warten. Fehlpässe sowie vom starken gegnerischen Hüter neutralisierte Bälle liessen die Berner Morgenluft wittern. Sie glichen aus (5:5, 15. Minute) und rissen das Zepter danach gar an sich. Dem 8:6 für die Gastgeber setzten Brücker und Wisotzki den Gleichstand entgegen. Nach dem Führungstreffer der Innerschweizer (Brücker, 11:10, 21. Minute) waren wiederum die Berner tonangebend – der HC KTV Altdorf sah sich erneut ganz in der Rolle des Gejagten. Während der letzten zehn Minuten bis zur Pause erzielte der KTV-Trupp nur noch zwei Tore (Brücker/Daniel Röösli), was zum 12:15-Rückstand führte. Immer wieder vermochte sich übrigens der gegnerische Hüter Nicola Portner – seines Zeichens U19-Nationalmannschaftszerberus und Sohn des Grauholz-Trainers Zlato Portner – Altdorfer Torgelüste mit magistralen Paraden zunichte zu machen. Das KTV-Kollektiv verzeichnete während der ersten 30 Minuten nicht weniger als ein Dutzend Fehlschüsse.

 

Schlussbukett zwischen 51. und 60. Minute

 

Den zwischenzeitlich auf vier Längen angewachsenen Rückstand vermochten die Urner wieder aufzuholen (19:19, 43. Minute). In dieser Phase parierte Nicolas Stocker, der während des ganzen Spieles im Einsatz stand, einen gegnerischen Penaltyboliden souverän. Nachdem Wisotzki einen Sieben-Meter-Ball nicht ins Ziel gebracht und Szilagyi nur den Pfosten getroffen hatte, setzte der HC KTV Altdorf zwischen der 51. und 60. Minute – nach einem Vier-Tore-Rückstand – zur eindrücklichen Finalissima an. Wisotzki und Röösli (je zweimal), ferner Ivan sowie Marc Fallegger verkürzten bis zur 58. Minute zum 25:26. Zehn Sekunden vor Spielende war es Wisotzki, welcher den Schlussakzent zum abschliessenden Unentschieden setzte. Der HC KTV Altdorf bezahlte diesen Effort dann allerdings noch mit einer roten Karte, die sich Röösli zeigen lassen musste. Er unterband den letzten Grauholzer Angriff (acht Sekunden vor dem Abpfiff) mit einem taktischen Foul (Blockade), was ihm nach neuer Regelauslegung eben die so genannte „direkte Rote“ eintrug…

 

Den Altdorfern darf attestiert werden, bis zuletzt eindrücklich gekämpft und nie aufgegeben zu haben. Torhüter Stocker zeigte eine mehrheitlich gute Leistung. Grauholz verfügte über lediglich drei Akteure, die spielbestimmend waren: den Torhüter, den Kreisläufer, welchen die Innerschweizer nie zu neutralisieren verstanden, sowie den Schützen aus dem linken Rückraum. Das heisst, dass ein solches Team mit diesem Kader eigentlich zwingend in die Schranken hätte gewiesen werden müssen.

 

Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Martin Betschart, Michael Bissig, Jost Brücker (4), Tizian Dossenbach, Stefan Epp (1), Flavio Fallegger, Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger (2), Thomas Hürlimann (2), Daniel Röösli (3), Peter Szilagyi (5), Florian Wisotzki (7).

 

ZUM BILD

Daniel Röösli, gegen Grauholz dreifacher Skorer und „Retter“ des Remispunktes. FOTO: RUEDI AMMANN

 

 

 
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