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NLB: HC KTC Altdorf – HS Biel 30:21
Der Fight der beiden im hinteren Tabellenteil etablierten Teams verlief spannend. Die Urner schossen die Gäste im Verlauf der zweiten Halbzeit richtiggehend ab.
Die Bieler mussten auf den Einsatz ihres verletzten Abwehrchefs verzichten. Anderseits konnte Topskorer und Flügelflitzer Daniel Röösli beim HC KTV Altdorf die Folgen der acht Tage zuvor kassierten roten Karte im Hinblick auf den wichtigen Match aufschieben, wird die Strafe (wahrscheinlich zwei Spielsperren) jetzt aber wohl trotz eingereichter Einsprache definitiv absitzen müssen. Der für beide Mannschaften eminent wichtige Fight stand im Zeichen zahlreicher Zeitstrafen. Ingesamt verhängte das Schiedsrichterzweigespann Bernhard/Schenardi mehr als ein Dutzend entsprechender Verdikte – zwei Drittel davon gegen die Gäste.
5:0 nach 10 Minuten
Die Innerschweizer starteten vor 220 mitfiebernden Fans wie die Feuerwehr. Florian Wisotzki eröffnete den Torreigen. Peter Szilagyi, Ivan Fallegger, Stefan Epp sowie Daniel Röösli erhöhten das Skore bis zur 10. Minute auf 5:0. Auf der Gegenseite zeigte Nikolas Stocker sehenswerte Paraden, den Gästen erst nach 11 Minuten das erste Erfolgserlebnis zugestehend. Marcel Luthiger präsentierte sich nicht minder souverän: Er parierte wenig später einen gegnerischen Penalty kaltschnäuzig. Biels Reaktion liess, wie erwartet, nicht auf sich warten. Die Berner profitierten vom vorübergehenden Stottern des KTV-Angriffsmotors, das Resultat bis zur 18. Minute auf 8:7 verkürzend. Ein ausgesprochen hässliches Foul an Ivan Fallegger, das durchaus mit einer roten Karte hätte quittiert werden können, liess die Urner reagieren und wieder auf Touren kommen. Sie erhöhten ihren Vorsprung auf vier Längen. Bis zur Pause verkürzten die Bieler auf 12:10, nachdem sie just in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit noch einen Penalty ins Altdorfer Netz zu donnern vermocht hatten.
Mehr Engagement im Angriff gefordert
Trainer Jan Sedlacek war mit seinen Leuten in der Kabine nicht sonderlich zufrieden. Er attestierte ihnen zwar eine eindrückliche Auftaktphase, ortete anderseits aber etwelche Unzulänglichkeiten. Sedlacek forderte insbesondere, sich mit den Spielleitern durch Reklamieren nicht anzulegen, anderseits mehr Engagement, Präzision und eigenen Spielwitz zu entwickeln. Trotzdem die Ermahnungen zumindest teilweise umgesetzt wurden und der Vorsprung zweimal auf vier Tore (16:12, 18:14) erhöht worden war, gelang es den aufsässigen Bielern, sich nochmals ins Gespräch zu bringen (18:16, nach einem durch Wisotzki versiebten Penaltyball). Das letzte Spieldrittel wurde dann durch die deutlich zulegenden Altdorfer geprägt. Biel erhielt durch die Unparteiischen für ständiges Protestieren öfters die Quittung (Zeitstrafen) untergejubelt – der Trainer selbst brachte seine Truppe zusätzlich in Schwierigkeiten, so dass sich vorübergehend nur vier Berner Feldspieler auf dem Parkett befanden. In dieser Phase lancierten die Altdorfer den sehenswerten Endspurt. Die abschliessenden Glanzlichter setzten Ivan Fallegger mit raffinierten Täuschungsmanövern, Thomas Hürlimann mit einem wirbligen Rush sowie Marc Fallegger mit einer genialen Körperdrehung durch die gegnerische Deckung, ferner Nikolas Stocker mit einer nicht minder beeindruckenden Parade. Die abschliessenden Ovationen seitens des sichtlich begeisterten Heimpublikums hatte sich der HC KTV Altdorf schliesslich redlich verdient. Ivan Falleggers Kommentar: „Wir verzeichneten einen beeindruckenden Start. In der Folge schlichen sich dann doch einige fatale Fehler in unserer Spielanlage ein. Letztlich entwickelte unser Kollektiv Tempohandball vom Besten. Wir liessen uns auch durch eine Doppelmanndeckung der Bieler nicht mehr vom Erfolgs- respektive klaren Siegeskurs abbringen.“
Durch den doppelten Punktegewinn hat sich der HC KTV Altdorf etwas Richtung Mittelfeld im Zwischenklassement verbessert, ist aber natürlich noch längst nicht aus der „Schneiderzone“ weggekommen. Zuversichtlich stimmt, dass die Urner ausser dem Spitzentrio jetzt eine der positivsten Tordifferenzen (+13) in der ganzen Zwölfergruppe aufweist.
Altdorf spielte mit: Nikolas Stocker, Marcel Luthiger; Christian Bär, Martin Betschart, Michael Bissig, Jost Brücker (1), Stefan Epp (2), Ivan Fallegger (3), Marc Fallegger (3), Thomas Hürlimann (3), Daniel Röösli (6), Peter Szilagyi (6), Florian Wisotzki (6).
Stefan Epp – von den Beinen geholt.

Ivan Falleggers unwiderstehlicher Sprungwurf zum 27:21.

Thomas Hürlimann versetzt Bieler Schlussmann.

Marc Fallegger – unwiderstehlich.

Peter Szilagyi tanzt durch die Berner Deckung.
FOTOS: RUEDI AMMANN
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