NLB: HC KTV Altdorf – GC/Amicitia Zürich 33:24
Zum Auftakt der Rückrunde landeten die Urner wichtigen Sieg. Doch auch die direkte Konkurrenz schlief zum Jahresabschluss nicht…
Wollte sich die Truppe von Jan Sedlacek im Hinblick auf die Rückrunde aus dem Abstiegs-Teufelskreis etwas befreien, musste anlässlich der Jahresabschlusspartie gegen die Tabellendritten unbedingt ein Sieg aufs Tapet. Doch die Gäste waren mit einer starken Truppe aufgekreuzt, die sich vorerst zu keinerlei Konzessionen bereit zeigte. Als dann das Zünglein an der Waage definitiv zugunsten der Gastgeber auszuschlagen begann, streifte sich auch der Altinternationale Carlos Lima – während der ersten Halbzeit als Coach amtend – kurzerhand das Spielerdress über. Doch der zwischenzeitlich 40-jährige, frühere Spitzenhandballer bei renommierten Klubs im In- und Ausland, ausserdem weit über 100-facher Nationalspieler, vermochte die Partie auch nicht mehr zu drehen, selbst wenn ihm mit Nationalteamdebütant Luca Spengler (siebenfacher Torschütze) und weiteren hochkarätigen Nachwuchsspielern ausgewiesene Handballkoryphäen zur Seite standen. Der HC KTV Altdorf stellte am Samstagabend ganz einfach eine (zu) hohe Hürde dar. Durch den Wiedereintritt von Daniel Röösli (nach zwei Spielsperren) fanden die Urner zu ihrem eigentlichen kompakten Spiel zurück, das acht Tage zuvor gegen Yellow Winterthur weitgehend schmerzlich vermisst worden war. Und weil zwischen den Pfosten ein Nicolas Stocker in Hochform stand, gab es am Sieg der Innerschweizer nichts, aber auch gar nichts zu rütteln. Der Erfolg mit neun Toren Unterschied bildete den verdienten Lohn für eine vor 220 beeindruckten Fans zelebrierte Handballgala.
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Auch Konkurrenz schlief nicht
Die zwölfte Meisterschaftsrunde hatte es in sich. So gelang es dem HC KTV Altdorf trotz des doppelten Punktegewinnes nicht, sich in ein etwas ruhigeres Fahrwasser abzusetzen. Schlusslicht Grauholz sicherte sich nämlich einen klaren Sieg gegen Biel (33:24), Stans liess Yellow Winterthur in die Röhre gucken (28:21) und die SG HBC West aus Crissier zwackte den Kadetten/GC einen Zähler ab (33:33). Lediglich Leader Endingen gewann gegen Chênois Genf mit Hängen und Würgen (31:29), ebenso wie Steffisburg gegen Lyss (30:26). An der Tabellenspitze haben sich – zehn Runden vor Meisterschaftsschluss – Endingen (20 Punkte) und die Kadetten/GC (16) von der Konkurrenz etwas distanziert. Die übrigen zehn Klubs liegen ausgesprochen eng zusammen. So liegen die Ranglistendritten GC/Amicitia und Steffisburg (je 13) sowie der Ranglistenletzte Grauholz (8) nur fünf Längen auseinander. Das Trio Yellow Winterthur, Stans und Chênois (je 12), Altdorf (11), Crissier, Lyss sowie Biel (je 9) sind auf den Rängen 9 bis 11 anzutreffen. Die Meisterschaft 2010/11 wird somit einem echten Hitchcock gleichen. Ein Blick auf die Torebilanz nach zwölf NLB-Runden sieht den HC KTV Altdorf mit 365 Treffern als zweitbestes Team hinter Leader Endingen (387) an vorderster Front. Bezüglich kassierter Tore liegen die Urner (341, gleich wie Chênois Genf) noch vor Steffisburg und Biel (je 345), Stans (364) und Lyss (371) positioniert. Über die klar beste Deckung verfügte das Kollektiv Kadetten/GC (284).
Jetzt steht eine mehrwöchige Meisterschaftspause an. Der HC KTV Altdorf fightet am 29. Januar in Crissier (HBC West), am 12. Februar erstmals wieder vor eigenem Anhang, und zwar gegen Leader Endingen. Jan Sedlacek will sich mit seiner Truppe ab 6. Januar intensiv darauf vorbereiten. Geplant sind zwei Trainingsspiele. Gegner und Daten sind zurzeit noch nicht abschliessend bekannt.
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Die Gäste, mit einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren, starteten wie die Feuerwehr. Die etwas langsam in Fahrt kommenden Urner vermochten einen 0:2-Rückstand erst nach 4 Minuten auszugleichen (Peter Szilagyi, Stefan Epp). Szilagyi (zweimal) sowie Daniel Röösli waren nach 8 Minuten für die erstmalige Zwei-Tore-Führung ihres Teams besorgt (5:3). In der Folge vermochten die Altdorfer ihren Vorsprung zu vergrössern. Das kurioseste Tor der Partie kam nach einem KTV-Angriff zustande – ein Anspiel auf Stefan Epp am Kreis verpasste Letzterer knapp, doch der Ball rollte am verdutzten Zürcher Keeper vorbei ins Tor (11:8). Jost Brücker, auch an diesem Abend einer der effizientesten Akteure auf dem Feld, läutete mit einem raffinierten Heber den Zwischenschlussspurt der Gastgeber ein. Marc Fallegger - wie gewohnt viel Punch entwickelnd -, ferner Peter Szilagyi - mit 11 Treffern absoluter Topskorer der Begegnung - schraubten das Skore bis zur 30. Minute auf 19:13. Jan Sedlacek forderte in der Kabine von seinen Leuten, in der Abwehr gegen die frech und agil auftrumpfenden, aber im Angriff oft zu ungenau wirkenden Zürcher noch kompromissloser zur Sache zu gehen und im Sturm das Tempo weiter zu erhöhen.
Vorsprung weiter ausgebaut
Ein Überzahlspiel zum Auftakt der zweiten Halbzeit, durch Peter Szilagyi kaltschnäuzig ausgewertet, ferner ein durch den gleichen Akteur sicher verwerteter Penalty liessen die Absichten der Zürcher, sich wieder ins Spiel zurückzumelden, wie eine Seifenblase platzen. Dem ersten Treffer von GC/Ami-Crack Carlos Lima (verwirrenderweise mit einem „M. Graf“ beschrifteten Dress auftretend) hielten Jost Brücker, Marc Fallegger sowie der ebenfalls gross auftrumpfende Florian Wisotzki mit je einer Doublette entgegen. Acht Minuten vor Spielschluss war die Partie vorzeitig entschieden: Der HC KTV Altdorf führte mit 30:20. Den Schlusspunkt unter das Altdorfer „NLB-Handballjahr 2010“ setzte schliesslich Florian Wisotzki mit dem 33. Treffer. „Wir spielten weitgehend wie aus einem Guss. Fast alles lief aus unserer Sicht super. Jeder Akteur lieferte sozusagen eine 120-Prozent-Leistung ab. Mit dem Wissen und der Überzeugung, mehr als anlässlich der Vorrunde leisten zu können, blicken wir jetzt dem zweiten Meisterschaftsteil zuversichtlich entgegen“, bilanzierte Topskorer Peter Szilagyi.
Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Stefan Epp (1), Edi Zakarauskas, Martin Betschart, Michael Bissig, Florian Wisotzki (5), Ivan Fallegger, Marc Fallegger (8), Flavio Fallegger, Jost Brücker (6), Peter Szilagyi (11), Tizian Dossenbach, Daniel Röösli (2)
Tizian Dossenbach im „Anflug“.

Marc Fallegger, wie gewohnt souverän am Drücker.

Die jugendlichen KTV-Fans hieben kraftvoll auf die Pauken.

Matchanalyse: Florian Wisotzki (links) und der elffache Torschütze Peter Szilagyi.

Der Altinternationale Zürcher Carlos Lima sprach bei GC/Amicitia
anlässlich zweier Timeouts Klartext - doch vergeblich.

Ehrenrunde vor den Altdorfer Fans nach versöhnlichem Jahres-
abschluss.
FOTOS: RUEDI AMMANN
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