| Möglichen Sieg im Urschweizer Derby versiebt |
| Geschrieben von: Ruedi Ammann |
| Sonntag, den 17. Oktober 2010 um 21:11 Uhr |
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Handball, NLB: BSV Stans – HC KTV Altdorf 35:33
War im Vorjahr in der Nidwaldner Metropole noch gewonnen worden, wurden jetzt wichtige Punkte verscherzt. Mangelnde Disziplin und 28 Fehlschüsse standen der Schlappe zu Gevatter.
Auch wenn auf Peter Szilagyi und weiterhin Gregor Bär (beide verletzt), ferner Edi Zakarauskas (erkrankt) verzichtet werden musste, waren die Urner zum Urschweizer Derby doch mit etwelchem Optimismus angetreten. Doch die Hoffnungen auf den zweiten Saisonsieg verbaute sich die Truppe Jan Sedlaceks gleich selber. Denn mit 28 Fehlschüssen kann ganz einfach keine Partie gewonnen werden. Diese Bilanz zog nach der wichtigen Partie auch Co-Trainer Primus Camenzind: „Erneut, wie schon so oft in der neuen Meisterschaft, haben wir uns das Grab selbst geschaufelt. Unser grösster Mangel ist eindeutig die schlechte Chancenauswertung. Hinzu kam, dass wir gegen Stans teils undiszipliniert zu Werke gingen und auch zu wenig Geduld ausübten.“
Keine Alternativen im Rückraum
Fatalerweise verfügte die KTV-Truppe in Stans durch die Ausfälle von Szilagyi und Zakarauskas über keine Alternativen im Rückraum. Und weil schliesslich auch Thomas Hürlimann noch an einer Verletzung laborierte, kamen gar Ivan Fallegger sowie Daniel Röösli im Rückraum – für beide eher ungewohnterweise – zum Einsatz. Während beider Halbzeiten waren im Altdorfer Lager Phasen zu verzeichen, während derer während bis zu sieben Minuten kein Treffer oder nur ein allereinziges Tor markiert wurden – ganz einfach zu bescheidene Quoten, welche die Gastgeber immer wieder zusätzlich aufbauten und es diesen gestatteten, mit mehreren Toren Differenz in Front zu ziehen. Nach einer knappen Viertelstunde lag der BSV mit 10:5 voraus. Die Altdorfer zeigten in dieser Phase viel Moral. Bis zur 26. Minute hatten sie wieder den Gleichstand erzielt, um später bis zur Pause durch Florian Wisotzki (trotz enger Manndeckung), Ivan Fallegger und Thomas Hürlimann gar eine 18:15-Führung herauszuholen. Alles in allem verlief die erste halbe Stunde ausgesprochen kampfbetont – beide Mannschaften hatten je drei Zeitstrafen abzusitzen.
Elfmal getaucht, nur dreimal reüssiert
Trotz Unterzahlspiel markierte Marc Fallegger mit einem resolut vorgetragenen Konter zu Beginn des zweiten Spielabschnittes die Vier-Tore-Führung. Vieles deutete also auf einen möglichen Sieg des Sedlacek-Teams hin. Doch was dann folgte, war – aus Altdorfer Optik – ein mittleres, ja sogar grösseres Desaster: Bis zur 44. Minute wurden nur noch zwei Tore erzielt, während der BSV elfmal (!) ins Volle traf. Die Nidwaldner hatten 14 Minuten vor Schluss die Partie völlig zu ihren Gunsten gedreht (28:23). Altdorfs Trotzreaktion liess erfreulicherweise nicht auf sich warten. Der KTV kämpfte sich wieder bis auf zwei Längen an die Nidwaldner heran (31:29, 53. Minute). Fünf Minuten vor Time war die Entscheidung dann jedoch definitiv gefallen (34:29). Martin Betschart und Jost Brücker (je zweimal) vermochten das Resultat nochmals zu verkürzen, doch am Sieg der Platzherren gab es nichts mehr zu rütteln.
Moral und Mut sind nun gefragt
Nach der fünften Saisonniederlage brachte es Primus Camenzind auf den Punkt: „Wir weisen zurzeit eine Null-Tore-Differenz (179:179) auf. Dies zeigt, dass wir uns nicht auf dem falschen Weg befinden. Allerdings muss in unseren Reihen noch viel verbessert werden. Einzelne Akteure müssen beispielsweise lernen, dass die Mannschaftsleistung im Vordergrund steht, und nicht der persönliche Triumph. Nach der Niederlage in Stans fällt es natürlich schwer, sich wieder aufzuraffen. Aber ich bin überzeugt, dass wir gegen jede NLB-Mannschaft zu bestehen vermögen. Es gilt in der gegenwärtigen Situation jetzt ganz einfach Moral und Mut zu zeigen. Die Gegner müssen spüren, dass sie während 60 Minuten 100 Prozent geben müssen, um gegen Altdorf siegreich vom Feld ziehen zu können. Trainer und Betreuerstab sind überzeugt davon, dass sich für unsere Formation – falls es gelingt, Sorgenkind Nummer eins, nämlich die Chancenauswertung, zu optimieren und jeder für jeden fightet - wieder Erfolge einstellen und das Feld von hinten aufgerollt werden kann.“ Im hinteren Tabellenteil präsentiert sich die Situation jetzt wie folgt: 7. Steffisburg und Chênois Genf je 6, Stans 5, Altdorf und Grauholz je 2, WBC West 0 Punkte.
Altdorf spielte mit: Nicolas Stocker, Marcel Luthiger; Thomas Hürlimann (2), Martin Betschart (3), Michael Bissig, Christian Bär, Florian Wisotzki (6), Ivan Fallegger (3), Marc Fallegger (3), Flavio Fallegger, Jost Brücker (5). Tizian Dossenbach (4), Daniel Röösli (7). ___________________________________________________________________________________
Am Donnerstag: Cup gegen Stäfa
Am Donnerstagabend, 21. Oktober, wird ab 20.30 Uhr in der Feldli-Sporthalle der Cup-Fight gegen den Vertreter der Nationalliga A, Stäfa, ausgetragen. Die Zürcher treten natürlich als klare Favoriten an. In der obersten nationalen Stärkeklasse verloren sie am Wochenende gegen Pfadi Winterthur mit 25:33, im Zwischenklassement jetzt nach acht Spielen und ebenso vielen Punkten (237:276 Tore) den siebten Platz belegend. In den Reihen der Gäste (Trainer: Markus Jud) figurieren mit Predrag Milicic und Kevin Jud zwei Topskorer, die im NLA-Torschützenklassement Plätze unter den besten zwei Dutzend Akteuren einnehmen. Altdorfs Abwehr wird gut beraten sein, diesem Zweigespann die ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Der KTV-Trupp wird gegen die starken Widersacher alles versuchen, um sich vor eigenem Publikum, nach dem durchzogenen Meisterschaftsauftakt in der Nationalliga B, ein ehrenvolles Abschneiden zu sichern. Trainer Jan Sedlacek: „Wir wollen die „Grossen“ ganz einfach etwas ärgern und ihnen beweisen, dass auch wir das Handballmetier beherrschen. Speziell unsere Jungen sind top motiviert, als „Underdogs“ etwas zu bewegen.“ar.
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Tizian Dossenbach traf im Urschweizer Derby gegen Stans viermal ins Schwarze. FOTO: RUEDI AMMANN
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