Freitag, 21 Dezember 2012 13:20

Interview mit Daniel Brack

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Handball-Spielertrainer beim Wintermeister HC KTV Altdorf (NLB)

 

„Wochen der Wahrheit stehen bevor“

SpielertrtainerJust im Jahr seines 50-jährigen Bestehens ist es dem HC KTV Altdorf gelungen, erstmals in der Vereinsgeschichte den (allerdings inoffiziellen) Wintermeistertitel zu erobern. Nach 12 Spielen (10 Siege, 2 Unentschieden, keine Niederlage) stehen die Urner mit 22 Punkten und drei Zählern Vorsprung auf die direkten Verfolger Suhr/Aarau sowie Yellow Winterthur zu Buche, wobei der KTV-Trupp als einziges Team in der laufenden Saison bereits die Quote von 400 Treffern erreicht hat. Das Ganze ist ein Erfolg der gesamten Equipe, hinter der indessen mit Spielertrainer Daniel Brack ein ebenso kompetenter wie fundierter Kenner der Handballszene steht. Der 1981 geborene Stuttgarter kennt sein „Metier“ aus dem ff. Früher spielte er während zehn Jahren in der 1. respektive 2. deutschen Bundesliga, ehe er in die Schweiz „zügelte“. Dani respektive Brakister, wie ihn seine Kollegen nennen, ist handballerisch interessanterweise auch erblich „vorbelastet“. Sein Vater Rolf war im nördlichen Nachbarland selber Spitzenhandballer. Er zeichnet gegenwärtig als Trainer beim Bundesligisten HBW Balingen/Weilstetten verantwortlich. Dessen Team belegt in der 18 Teams umfassenden 1. Bundesliga zurzeit den 11. Platz (zusammen mit Frischauf Göppingen), mit je 19 Punkten. Altdorfs Spielertrainer ziert die Schweizer NLB-Torschützenrangliste (hinter Marcus Hock vom TV Möhlin, mit 118 Erfolgserlebnissen) auf der zweiten Position. Brack traf in 12 bestrittenen Spielen bereits 91-mal ins Schwarze, was pro Partie einem Schnitt von fast 8 Treffern gleichkommt.

 

Daniel Brack hat nach der Eroberung des Altdorfer Wintermeistertitels einige Fragen beantwortet.

 

 

 

Auf was führen Sie den eindrücklichen Leistungsausweis des Altdorfer Kollektivs zurück?

 

Daniel Brack: „Vorerst vielen Dank für die zahlreich eingegangenen Glückwünsche. Selbstverständlich bin ich stolz, dass wir diese Auszeichnung nach Altdorf geholt haben. Überbewerten würde ich einen solchen, bekanntlicherweise inoffiziellen Titel, allerdings nicht, ist er doch sozusagen wertlos. Dennoch bin ich mit den Leistungen der Mannschaft im Rahmen der Vorrunde natürlich sehr zufrieden. Verantwortlich für die gute Punkteausbeute ist das gesamte Team, welches wir in diesem Jahr zur Verfügung haben.“

 

Gab es auf dem Weg zum Wintermeistertitel auch ein paar schwierige Momente?

 

Daniel Brack: „In einer erfolgreichen Saison gibt es immer Toperlebnisse, die nachher den Unterschied ausmachen können. Für unseren Weg Richtung Tabellenspitze war der Auswärtsfight in Suhr ein absolutes Schlüsselspiel. Dabei konnten wir überraschenderweise einen Punkt ergattern, der uns für den Rest der Hinrunde einen enormen Auftrieb verliehen hat.“

 

Wie wird die Vorbereitung auf die Rückrunde verlaufen?

Daniel Brack: „Trotz unserer erfolgreichen Hinrunde gibt es nach wie vor einige Stellschrauben, an denen man arbeiten kann oder muss, um noch erfolgreicher zu agieren. Dies gilt insbesondere für das Einfuchsen und Anwenden einer zweiten Abwehrformation, falls unser angestammtes 3:2:1-System einmal nicht funktionieren sollte. Auch bezüglich Tempospiel und im Faktor Cleverness besteht durchaus Nachholbedarf.“

 

Wie sehen Sie den weiteren Verlauf der Meisterschaft?

 

Daniel Brack: „Zu Beginn der Rückrunde, ab Anfang Februar, figurieren eigentliche „Wochen der Wahrheit“ auf dem Programm, und zwar mit Heimspielen gegen die beiden mutmasslichen Aufstiegsmitkonkurrenten Suhr/Aarau und Yellow Winterthur. Zuvor haben wir allerdings am 2. Februar den schwierigen Einsatz beim abstiegsbedrohten Grauholz vor uns. Die Mannschaft von Zlatko Portner ist in der Rückrunde wohl stärker als im ersten Teil der Saison einzustufen. Dabei heisst es für uns, zunächst möglichst beide Punkte nach Altdorf zu holen. Erst anschließend beschäftige ich mich speziell mit Suhr/Aarau respektive Winterthur. Der grosse Vorteil im Hinblick auf diese Partien ist natürlich, dass wir vor unserem treuen Feldli-Publikum antreten können.“

 

Wo sehen Sie den HC KTV Altdorf am Ende der Qualifikationsrunde, also nach 26 Spielen?

 

Daniel Brack: „Auch wenn es sich eher als Floskel anhört: Wir denken von Spiel zu Spiel. Ziel ist es ganz einfach, jeden Einsatz siegreich zu gestalten. Aber Achtung: Auch die Gegner schlafen nicht auf den Bäumen und werden sich ebenfalls gut auf uns einstellen. Es steht somit eine alles in allem interessante und spannende Rückrunde mit 13 schwierigen Einsätzen auf dem Programm.“

 

 

ZUM BILD

 Spielertrainer Daniel Brack grüsst von der NLB-Topskorerliste von Position zwei: mit 91 Treffern; er führte den HC KTV Altdorf zum inoffiziellen Wintermeistertitel. FOTO: RUEDI AMMANN

 

 

 

Gelesen 2130 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Dezember 2012 13:29