Sonntag, 20 Januar 2013 13:45

Dezimiertes Nationalteam verkaufte sich ansprechend

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Handball: U19 Nati verlor in Altdorf gegen Rumänien 23:28

Im Rahmen des Mastercups und zur Eröffnung der 50-Jahr-Festivitäten des HC KTV Altdorfs weilten am Freitagabend Weltklasse- Nachwuchsakteure zu Gast.

Auch dieses Jahr kam über das Wochenende wieder der bereits Tradition bildende Mastercup der Nachwuchshandballer zur Austragung (Teilnahme am Grossevent mit Rahmenprogramm: U17/U19 Herren, U18/U20 Damen) zur Austragung. Insgesamt standen 15 internationale Partien in Zug, Altdorf, Horw und Nottwil auf dem Terminkalender. Vertreten waren fünf Nationen. Zusätzlich standen ausserdem die Regionalteams im Damen-Nachwuchsbereich im Blickfeld.

Verzicht auf elf Akteure

In der Feldli-Arena verfolgten am Freitagabend 150 Kiebitze den Match zwischen der Schweiz und Rumänien (U19), gut geleitet durch das Schiri-Duo Anthamatten/Wapp. Nationaltrainer Michael Suter (den Altdorfern bekannt als Coach des NLB-Teams der Kadetten Espoirs), der seit 2010 bereits fünf Schweizer Junioren-Nationalteams an Welt- respektive Weltmeisterschaften führte, hatte wenige Tage zuvor den Vertrag mit dem schweizerischen Handball-Dachverband bis ins Jahr 2015 verlängert. Im Hinblick auf das Spiel gegen die physisch erheblich stärker wirkenden Rumänen hatte Suter fatalerweise gleich auf elf Standardakteure (verletzt, rekonvaleszent respektive erkrankt – darunter auch das Zentralschweizer Talent Nicolas Raemy) zu verzichten. Die jungen Schweizer liessen phasenweise die letzte Konsequenz – sich durch etliche technische Fehler und ungenaue Abschlussversuche manifestierend –vermissen. Sie gerieten schon in den ersten Spielminuten in Schieflage (0:4). Sehr zur Freude der Zuschauer warfen die „Helvetier“ die Flinte aber keineswegs ins Korn. Sie steigerten sich unverkennbar, speziell auch in der Defensive, und pirschten sich an die favorisierten Osteuropäer heran (11:11). Zur Pause lautete das Skore aber bereits wieder zugunsten der Rumänen (12:15). Den Schweizern gelang es mach dem Seitenwechsel während einer vollen Viertelstunde nicht mehr, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken, und Torsteher Ionut Iancu trieb die jungen Schweizer mit spektakulären Paraden immer wieder zur schieren Verzweiflung. Als Nicolas Suter in der 47. Minute den Bann für das „Heimteam“ endlich brach, war es für ein Schweizer Erfolgserlebnis natürlich zu spät. Trotzdem liess sich die SHV-Auswahl nicht hängen. Vor allem unter der Regie von Dimitrij Küttel (insgesamt erzielte er acht Treffer, nebst Mühlebach und Markovic mit je 5 Einschüssen) verkürzte die Schweiz in der Schlussphase auf 23:28, damit den Schaden in Grenzen haltend.

Kids kamen in hellen Scharen

Gleichentags hatte der Schweizerische Handballverband in Zusammenarbeit mit „fit-4-future“ (die landesweite Gesundheitsförderungsinitiative der Cleven-Stiftung - sie bietet 530 Primarschulen und damit rund 120 000 Jugendlichen, deren Eltern und Lehrpersonen, ein wissenschaftlich begleitetes, kostenloses Programm zu den Themen Bewegung, Ernährung und Brainfitness) den zweiten Kids-Day durchgeführt. Über 130 Jugendliche Schulklassen aus der Zentralschweiz hatten sich zum Handball-Schnupperkurs mit den Schweizer U20-Juniorinnen eingefunden. Interessantes Detail: Die ausgeschriebenen Plätze für Schulklassen waren innerhalb von 24 Stunden ausgebucht!

Neben der spielerischen Begeisterung, die den Schulkindern vermittelt werden konnte, wurde den Lehrkräften das Programm „Handball macht Schule“ näher gebracht. Es zeigt Ideen und Ansätze auf, um den Handballsport einfach in den Schulsport zu integrieren. „Die positiven Rückmeldungen der Lehrkräfte bestätigen uns, dass wir mit den Kids-Days auf dem richtigen Weg sind“, erklärte der SHV-Verantwortliche Stefan Oberholzer mit Genugtuung.

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In der Zentralschweiz zu wenig Breite

Nationaltrainer Michael Suter (er stand der genialen Qualifikation der U21-Nati in Weissrussland anfangs Januar im Hinblick auf die Weltmeisterschaften, welche zwischen 14. und 28. Juli 2013 in Bosnien/Herzegowina stattfindeen, zu Gevatter) zur sportlichen Situation im Zentralschweizer Handball: „Mich stimmt sehr nachdenklich, dass wir immer weniger lizenzierte Spieler haben. Wir müssen unbedingt schauen, dass wir mehr Schüler für unsere Sportart zu motivieren vermögen, dass aber auch vermehrt Erwachsene gefunden werden, welche bereit sind, im Verein eine Rolle zu übernehmen. Die Spitze benötigt eine grosse Breite; im Moment weisen wir in der Zentralschweiz viel zu wenig Breite auf, um die vielen nationalen Teams (1. Liga und höher, Elite- und Inter-Junioren) zu füttern.“

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filteres

 

Erfolgreicher Abschluss der „Rotjacken“.

 

 

 

 

 

verein

 

Das Schirizweigespann Anthamatten/Wapp mit den Teamchefs Dimitrij Küttel (links, Topskorer in Altdorf mit 8 Treffern) und Nicusor Negru (rechts).

 

 

 

 

Helerinnen

 

 

Helferinnentrio in der „Warteschlange“; von links: Seline Arnold, Lynn Müller und Felicia Gaggiotti. FOTOS: RUEDI AMMANN

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