Donnerstag, 04 April 2013 14:19

Aberkanntes Schlusssekunden-Tor liefert Gesprächsstoff

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Nationalliga B: Das nicht gegebene 34:34 in Schaffhausen könnte weitreichende Folgen haben

Das am 23. April durch die Spielleiter nicht validierte Freiwurftor der Urner kostete die Leaderposition. Doch nun gilt der Fokus den letzten Partien der Qualifikationstour.

In der Schlusssekunde der Partie Kadetten Espoirs gegen den HC KTV Altdorf tat sich Wesentliches. Die Innerschweizer erhielten nach gegnerischem Foul einen Freiwurf zugestanden. In Anbetracht der fortgeschrittenen Spielzeit entschloss sich Martin Betschart, den Ball unverzüglich aufs Schaffhauser Tor zu hämmern. Mit Erfolg. Das 34:34 glaubten die Altdorfer auf sicher, doch das Remis blieb dem KTV-Trupp versagt. Der Grund: Mindestens ein Altdorfer habe bei der Ausführung noch in der 3-Meter-Zone gestanden. Unrichtig, wie die vorliegende Handy-Video-Sequenz eines Altdorfer Matchbesuches klar dokumentiert. Zur genauen Regelauslegung sagt das Handballhandbuch im Einzelnen: „Eine Regelwidrigkeit, die näher als 9 Meter vom gegnerischen Tor zum Freiwurf führt, wird an der gestrichelten 9-Meter-Linie ausgeführt, ansonsten am Ort des Vergehens. Während der Ausführung müssen Werfer und alle seine Mitspieler ausserhalb des 9-Meter-Raumes stehen und auch dort bleiben, bis der Ball die Hand des Werfenden verlassen hat.“

 

Verdikt könnte Direktaufstiegsplatz in die NLA kosten
Natürlich ist es müssig, über einen Schiedsrichterbefund zu diskutieren (Tatsachenentscheid). Aber im vorliegenden Fall könnte das Ganze eben doch fatale Folgen haben. Angenommen, es würde auch nach den (jetzt noch bevorstehenden) sechs Qualifikationsrundenspielen bei der nunmehrigen Punktegleichheit der führenden Suhr/Aarau (betreffs Tordifferenz um zurzeit vier Längen besser als die Urner da stehend) bleiben und die Tordifferenz weiterhin zugunsten von Suhr/Aarau lauten, sähe sich der KTV-Trupp um den Direktaufstieg geprellt und wäre im Barrage-Durchgang mit dem NLA-Abstiegsrunden-Vorletzten zu finden, da nicht anzunehmen ist, dass die gemeinsam auf der dritten Position angesiedelten Endingen sowie Yellow Winterthur noch Einfluss auf die Plätze eins respektive zwei nehmen können. Sie sind auf die Ranglistenspitze jetzt bereits mit 7 Punkten in Verzug.

Zur leidigen Angelegenheit: Im Altdorfer Lager, wo im Verlaufe der Nachosterwoche die Trainings wieder umfassend aufgenommen wurden, machen sich die Akteure zur Sache keine speziellen Überlegungen. Bei den Trainern Daniel Brack und Burkhard Keller (Predrag Ceko weilt vorübergehend im Ausland) wie auch bei den Spielern selber wird negatives Denken kurzerhand aus dem Hinterkopf verbannt und soll die Frage betreffs Vergabe von Direktaufstieg respektive Barrageplatz auf dem Spielfeld beantwortet werden. Der HC KTV Altdorf wird am Samstagabend (Anspielzeit in der Feldli-Arena um 18 Uhr) auf die unbequeme „Söldnertruppe“ von Chênois Genf (praktisch alle Akteure rekrutieren sich aus dem benachbarten Frankreich) stossen. Die Romands stellen ein höchst unberechenbares Kollektiv, das sich im bisherigen Verlauf des Championats 2012/13 bereits mehrmals buchstäblich als „launische Diva“ profiliert hat. Altdorf wird sich insbesondere im Abwehrsektor erheblich verbessern müssen, sollen die programmierten beiden Zähler in den eigenen Reihen behalten werden. Die Urner weisen zurzeit ein Gesamttorverhältnis von 654:557, die Genfer ein solches von 495:506 aus. - Zu Chênois Genf bliebt anzumerken, dass die Westschweizer im Hinblick auf die nächste Saison bereits ihren vormaligen NLB-Torschützenkönig Adrien Molinié (Jahrgang 1985) wieder verpflichtet haben. Der 1,90 m grosse Topskorer hatte sich für eine Saison bei Besançon engagiert, will nun aber seine handballerischen „Künste“ wieder in der Schweiz zum Tragen bringen.

In der NLB-Gesamtskorerliste figuriert Spielertrainer Daniel Brack gegenwärtig auf der 4. Position (133 Treffer, Schnitt pro bestrittenes Spiel: 7,0). Bester Genfer ist Maxime Van Baar (8., 113, 5,6). Unter den ersten 20 kann weiter kein Welscher ausgemacht werden, während vom KTV-Kollektiv Christoph Piske (11., 104, 5,8) sowie Sebastian Munzert (20., 90, 4,5) noch unter den erfolgreichsten zwei Dutzend auftauchen.

 

Spannende NLB-Qualifikationsrunden-Schlussphase

Der HC KTV Altdorf hat noch je drei Heim- respektive Auswärtsspiele vor sich: 6. April: Chênois Genf (home), 11. April: Zofingen (away), 20. April: Amicitia/GC (home), 28. April: Stans (away), 5. Mai: Biel (home), 11. Mai: Siggenthal (away). Suhr/Aarau spielt am Samstag gegen Stans (home); später stehen für die Aargauer noch drei weitere Heimspiele auf dem Programm (Siggenthal, Horgen, Möhlin) – auswärts wird gegen Biel und Solothurn/Grauholz gefightet. – Interessantes Detail: Suhr/Aarau hat im Hinblick auf die nächste Saison bereits den NLA-Spieler Mathias Kasapidis (bisher: Pfadi Winterthur) verpflichtet.

Der gegenwärtige NLB-Tabellenstand (vor den letzten sechs Einsätzen): 1. Suhr/Aarau 33 (+101), 2. Altdorf 33 (+97), 3. Endingen 26 (+63), 4. Winterthur 26 (+44), 5. Möhlin 22, 6. Schaffhausen 21, 7. Genf 21, 8. Siggenthal 19, 9. Zofingen 18, 10. Horgen 14, 11. Stans 13, 12. Biel 12, 13. Amicitia/GC 11, 14. Solothurn/Grauholz 11.  ar.

 

Damen sowie Herren II und III
Die 2.-Liga-Damen des HC KTV Altdorf (4., 18 Punkte) empfangen am Samstag (20 Uhr, Feldli) die Tabellenzweiten Handball Emmen (2., 29). Beide Teams treten unbelastet an, da die Entscheidungen im vorderen Tabellenteil bereits gefallen sind.

Die Herren II (8., 14) sind in der 3. Liga bereits zur Teilnahme an der Barrage (um den Ligaerhalt) verknurrt. Sie spielen gleichentags auswärts gegen Ruswil/Wolhusen (4:, 19).

Das Herren-III-Herrenkollektiv hat sich den 4.-Liga-Meistertitel bereits vorzeitig unter den Nagel gerissen (1., 15). Zum Abschluss des Championats empfängt es am Samstag Handball Emmen, das sich noch Barrage-Aufstiegschancen ausrechnen darf (3., 10).

Drei Junioreneinsätze
Die ältesten Juniorinnen (U18) treten am Samstag auswärts gegen die Tabellenzweiten Handball Emmen (10 Punkte) an. Die Urnerinnen haben bislang erst 1 Zähler ins Trockene gebracht.

Gleich zweimal innerhalb weniger Tage spielen die KTV-U17-Junioren gegen den STV Willisau. Das erste Mal am Samstag auswärts, danach am Freitag, 12. April (20 Uhr, in der Baldini-Halle) vor eigenem Publikum. Altdorf hat bisher 1 Punkt vorzuweisen – die Luzerner sind anderseits noch punktelos.

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