Mittwoch, 01 Mai 2013 11:11

Im Zeichen von Paradies und Inferno

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Nationalliga B: Altdorf empfängt am Sonntagabend Biel

 

Knisternde Hochspannung: Altdorf möchte Leaderposition wahren, die Berner wollen sich aus dem Relegationssumpf verabschieden. Primär ist auf beiden Seiten ein Top-Nervenkostüm vonnöten.

 

 

Topmotivation vor dem letzten Heimspiel der Qualifikationstour – angedeutet durch Christoph Piske (Bildmitte). FOTO: RUEDI AMMANN   Eigentlich könnte sowohl von Paradies wie Inferno gesprochen werden, wenn am Sonntagabend das letzte Qualifikationsrunden-Heimspiel des HC KTV Altdorf gegen Biel um 18.00 Uhr angepfiffen wird. Die Urner haben nämlich den Direktaufstiegsplatz in die höchste nationale Spitzenklasse, die Berner den Abschied aus dem Relegationsinferno Richtung 1. Liga im Visier. Wer wohl obenausschwingen wird? In beiden Lagern gibt man sich zuversichtlich, das angestrebte Ziel erreichen zu können. Eines steht indessen bereits vorgängig fest: Die Feldliarena dürfte auf den Zuschauerrängen aus den Nähten platzen, wollen doch mit Bestimmtheit gleich einige hundert Fans aus beiden Lagern den Meisterschaftskrimi gleich live mitverfolgen...

 

27 Monate ohne Heimniederlage

 

Der HC KTV Altdorf (zurzeit Tabellenerster mit 41 Punkten, vor Suhr/Aarau mit 39 Zählern) hat eine grossartige Heimbilanz zu verteidigen. Seit dem 12. Februar 2011 (damals 31:32 gegen Endingen, das mit einem umstrittenen Tor das bessere Ende hauchdünn für sich behalten hatte) wurde vor eigenem Anhang keine Niederlage mehr kassiert. Anreiz genug also, dem eingeschlagenen Weg die Treue zu halten. Doch da ist eben der unbequeme HS Biel, der sich seinerseits auf einen Erfolg eingeschworen hat. Und dies mit gutem Grund: Die Berner Seeländer liegen zurzeit auf dem viertletzten Platz, zusammen mit Solothurn/Grauholz (beide 16 Punkte) sowie dem nur je eine Länge zurück liegenden Trio Grasshoppers/Amicitia Zürich, Horgen sowie Stans. Die Gäste vom Sonntagabend verfügen in ihren Reihen seit einigen Wochen über einen Top-Trumpf namens Tom Hofstetter. Der Nationalspieler (!) kam für den Rest der Saison vom BSV Bern Muri zu Biel, um dann die neue NLA-Saison mit dem HC Kriens in Angriff zu nehmen. Der hochkarätige, 22-jährige Rückraumakteur, welcher Mitte April in Magglingen die Spitzensportler-Rekrutenschule in Angriff nahm, hat beim HS Biel seit seinem Mittun im Schnitt pro Partie (7 absolvierte Spiele) 54 Treffer markiert, also deren 7,7 pro Spiel (dritte Position hinter Marcus Hock, Möhlin, mit 9,1 sowie Mark Schelbert, Suhr/Aarau, mit 8,0. Altdorfs Spielertrainer Daniel Brack ist auf dem 5. Platz zu finden (7,2). KTV-Coach Predrag Ceko dürfte gut beraten sein, sich etwas Besonderes zur „Beschattung“ des Bieler Wirbelwindes einfallen zu lassen… Die aller Voraussicht vollzählig einlaufenden Altdorfer haben es sich im Hinblick auf den Sonntagabendfight natürlich aufs Banner geschrieben, in der Deckung eine erneut kompakte Leistung abzuliefern und im Angriff die in letzter Zeit recht „durchzogene“ Auswertung hundertprozentiger Chancen zu optimieren.

 

Ein Top-Trio verabschiedet sich

 

Gegen die Berner Seeländer werden sich vom Altdorfer Fanionteam vor ihrem Anhang gleich drei Handballkoriphäen verabschieden. Spielertrainer Daniel Brack, dem der einmalige Höhenflug seiner Truppe zu einem grossen Teil zu verdanken ist, kehrt nach Deutschland zurück. Der aus den eigenen Reihen herangewachsene Nachwuchs-Topspieler Jost Brücker wird die nächste Saison mit Nati-A-Verein St. Otmar St. Gallen bestreiten, da er studienhalber in der Ostschweiz weilt und aus begreiflichen Gründen die ständigen weiten Wege zu Trainings und Spielen in die Innerschweiz nicht mehr in Kauf nehmen will respektive kann. Und schliesslich tritt auch Predrag Ceko, der umsichtige Headcoach, zurück. Der ehemalige „Reisser“ im Altdorfer NLB-Team darf seinen Rücktritt in der Gewissheit tun, mit seiner Truppe ausgesprochen viel erreicht zu haben und sein „Erbe“ dem ausgewiesenen Handballfachmann Burkhard Keller abtreten zu können.

 

Für den Direktaufstieg in die oberste nationale Stärkeklasse respektive eine Barrage gegen den Nati-A-Vorletzten kommen vor den beiden letzten Qualifikationsrundeneinsätzen definitiv nur noch Altdorf und/oder Suhr/Aarau in die Kränze. Die Aargauer empfangen Horgen und danach das unbequeme Möhlin (Tabellenfünfte), die Innerschweizer haben nach dem Fight gegen Biel Siggenthal/Vom Stein (Ranglistensiebter) aufzusuchen.

 

 

 

 

 

 

 

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