Donnerstag, 05 September 2013 00:15

Guter Nati-A-Einstand - fehlender Luckypunch

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Christoph Piske (9 Tore) beim einmaligen „Flammeneinlaufen“. FOTO: RUEDI AMMANN   Guter Nati-A-Einstand – fehlender Luckypunch

NLA: HC KTV Altdorf – HC Kriens-Luzern 29:33

Ausgeglichene erste Halbzeit gegen den klaren Favoriten. Ballverluste im zweiten Abschnitt läuteten Urner Niederlage ein.

Eine tolle Stimmung herrschte am Mittwochabend in der Feldli-Arena. Unter den 920 Kiebitzen war auch etwelche Prominenz auszumachen. So weilten etwa Regierungsrat Beat Arnold (früher selber Fanionteam-Spieler), Ex-Spielertrainer Daniel Brack (eigens aus Deutschland angereist) und die Gründungszeit-Trainerlegende Dolfi Kempf (aus dem Wallis nach Altdorf gekommen) zugegen. Sie sahen primär eine gute Leistung der Altdorfer, trafen eine grossartige Ambiance in der Halle an und attestierten den Platzherren, ihr Bestes gegeben zu haben, um gleichzeitig den Kriensern viel Anerkennung und Cleverness zu zollen. Die Luzerner verdienten den Sieg dank ihrer Schlitzohrigkeit und Zielstrebigkeit durchaus. Auf Seite der Gastgeber wurde der Luckypunch vermisst – primär zu  Beginn der zweiten Halbzeit, als eine Führung der KTV-Truppe von mehreren Toren durchaus möglich gewesen wäre.

Abklatschen mit dem neuen Spielmacher Philipp Reuter. FOTO: RUEDI AMMANNErste Treffer markierten die Altdorfer

Die Platzherren, unter einem ganz speziellen Lichterspiel auf dem Parkett erschienen und mächtigen Applaus gezollt erhaltend, erwiesen den hochkotierten Gästen gleich nach Anpfiff der Begegnung wenig Respekt. Im Anschluss an eine Zeitstrafe, gegen den HCK schon nach 33 Sekunden verhängt, donnerte Spielmacher Philipp Reuter, der nach seiner Zerrung erstmals voll mitmixen konnte und – wie sich bald weisen sollte - dem Angriff viel zusätzlichen Schwung verlieh, den fälligen Penalty zum 1:0 in die gegnerischen Maschen. Ivan Fallegger erhöhte in der 5. Minute auf 2:0. Bis zu diesem Zeitpunkt erwies sich die KTV-Abwehr als veritables Bollwerk, das vom HCK vorerst nicht geknackt werden konnte. Dem 2:1 setzte Christoph Piske das 3:1 entgegen. In der Folge fanden die wirbligen Gäste besser ins Spiel, glichen aus, vermochten aber dank der aufopfernd agierenden KTV-Deckung vorerst nicht, wie geplant, die Führung frühzeitig an sich zu reissen. Erst in der 22. Minute zogen die Besucher erstmals in Front (13:12), nach einem durch Philipp Reuter versiebten Penalty gar mit 14:12. Wenig goutiert wurde vom aufmerksamen Publikum ein rüdes Krienser Foul an Lutz Wesseling, das aber trotz der „hellroten Färbung“ von den Spielleitern nicht einmal mit einem Sieben-Meter geahndet wurde. Für eine sensationelle Aktion war kurz vor der Pause Sebastian Munzert besorgt. Er angelte sich mit einem Sprung in den gegnerischen Kreis das Leder, um es unter tosendem Applaus im HCK-Kasten zu versenken. Acht Sekunden vor der Pausensirene sorgte Christoph Piske für das 16:15, doch eine gegnerische Aktion just in der letzten Sekunde (war die Zeit schon abgelaufen?) führte zum Gleichstand. Ex Spielertrainer Daniel Bracks Kommentar: „Die Leistung der Altdorfer war im Angriff höchst beeindruckend. Schade, dass in der Deckung öfters etwas zu zögerlich zu Sache gegangen wurde. Der KTV Altdorf hätte zur Pause gut und gerne mit zwei bis drei Längen Vorsprung führen können.“

Captains mit Schiris; von links: Christan Bär (KTV), Jucker/Brianza und Daniel Fellmann (HCK). FOTO: RUEDI AMMANNDie fatalen Ballverluste

Der HC KTV Altdorf hielt sich auch während der dritten Viertelstunde der Partie sehr gut im Spiel (21:21, nachdem ein Zwei-Tore-Rückstand durch geniale Aktionen von Ivan Fallegger egalisiert worden war. Danach produzierten die Platzherren gleich vier unnötige Ballverluste. Die pfeilschnellen Krienser Spezialisten reagierten mit Gegenstossaktionen, die ihnen den ersten klaren Vorsprung des Spielabends bescherten. Das Kollektiv von Trainer Burkhard Keller, der noch ein letztes Timeout angefordert hatte, vermochte den angerichteten Schaden nicht mehr zu korrigieren (24:28 in der 54. Minute) – die Vier-Tore-Rücklage hatte auch nach 60 Minuten noch Bestand. Vorgängig hatte sich Christoph Piske mit zwei Alles-oder-nichts-Aktionen noch den speziellen Respekt der Gegner gesichert.

Stimmen zum ersten NLA-Einsatz des HC KTV Altdorf

Sebastian Munzert (7 Tore) im Anflug. FOTO: RUEDI AMMANN   KTV-Trainer Burkhard Keller: „Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich durchaus zufrieden. Sie gab kurzerhand alles. Wenn jemand vor dem Innerschweizer Derby gesagt hätte, dass Kriens nur mit vier Toren Unterschied das bessere Ende für sich buchen würde, hätte ich diese Option wohl unterschrieben. Gegen ein derart stark besetztes Team nur relativ knapp den Kürzeren zu ziehen, ist generell ganz einfach beachtlich.“

HCK-Trainer Heiko Grimm: „Es kam zum Meisterschaftsauftakt wie erwartet zu einem umstrittenen Fight. Die Altdorfer versteckten sich nie und verschafften sich immer wieder Respekt. Sie nahmen den Aufstiegsschwung ganz einfach mit. Ich bin überzeugt, dass der HC KTV Altdorf durchaus den einen oder anderen NLA-Punkt ins Trockene zu bringen versteht.“

Regierungsrat Beat Arnold: „Eine durchaus sehenswerte Vorstellung der Gastgeber. Den Unterschied machten die Qualitäten der beiden Deckungsblöcke aus. Die entsprechende Wertung ging klar an die Luzerner.“

KTV-Kapitän Christian Bär: „Einige Aktionen schlossen wir zu schnell ab. Hauptsächlich in der zweiten Halbzeit. Die daraus resultierenden Ballverluste kosteten und schliesslich Kopf und Kragen.“

Lutz Wesseling, sonst Topskorer: „Wir spielten mit den erklärten Favoriten durchaus auf Augenhöhe, kämpften gut und mit viel Herzblut. Mit meiner Leistung war ich persönlich an diesem Spielabend nicht zufrieden.“

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker (beide mit phasenweise überzeugenden Aktionen); Sebastian Munzert (7), Lukas Huwiler, Dave Zürcher, Christian Bär, Lutz Wesseling, Ivan Fallegger (4), Samuel Stadelmann, Thomas Mohenski, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (7), Daniel Röösli (2), Christoph Piske (9). – Beste Skorer des HC Kriens-Luzern: Luca Spengler (7), Thomas Hofstetter (6). - Schiedsrichter: Brianza/Jucker.

 

Fachsimpeln am Spielfeldrand: Ex-Spielertrainer Daniel Brack und Marc Fallegger. FOTO: RUEDI AMMANN Trainer Burkhard Keller ermuntert seine Akteure. FOTO: RUEDI AMMANN Ivan Fallegger: Sehenswerter Doppelschlag im letzten Drittel der Partie. FOTO: RUEDI AMMANN Paukergruppe sorgte zum NLA-Auftakt für phonstarken Support. FOTO: RUEDI AMMANN

 

 

 

 

 

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