Sonntag, 22 September 2013 22:53

Ein folgenschweres Versehen

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Nationalliga A: Stäfa – HC KTV Altdorf

Ein Platzverweis, gegen KTV-Spielmacher Philipp Reuter verhängt, entschied Partie nach 44 Minuten zugunsten der Zürcher. Urner Fans verstanden die Welt nicht mehr…

Christoph Piske: am Wochenende fünffacher Torschütze. FOTO: RUEDI AMMANN      Der Auswärtsfight gegen Stäfa begann ähnlich, wie acht Tage zuvor die Partie gegen GC/Amicitia Zürich in der Feldliarena: aus Urner Sicht mit einem verhaltenen Start. Missratene Abschlussversuche und einige technische Unzulänglichkeiten liessen 400 Sekunden nach erfolgtem Anpfiff ein 5:1 zugunsten der Zürcher Tatsache werden. Für die Innerschweizer hatte bis zu diesem Zeitpunkt lediglich Lutz Wesseling ins gegnerische Tor getroffen. Nach Ablauf der Startviertelstunde lautete das Skore 8:3. Es folgte seitens des HC KTV Altdorf eine höchst sehenswerte Aufholjagd. Stäfas Deckung wurde Mal für Mal respektlos demontiert respektive ausgehebelt. Nach 27 Minuten war es den Innerschweizern, die spielerisch insgesamt eine weitere Entwicklung nach vorne erkennen liessen, gar gelungen, den Gleichstand zu bewerkstelligen (13:13). 16 Sekunden vor dem Pausensignal hatten sie erstmals in diesem Fight durch Ivan Fallegger die Führung an sich gerissen (15:14), ehe dem gegnerischen Topskorer Filip Ivano Maros unmittelbar danach der Ausgleich glückte. Im Anschluss an den Seitenwechsel gelang es den Urnern, mehrmals mit zwei Toren Differenz in Front zu ziehen. Es folgte das Urteil eines der Unparteiischen, das viel zu reden gab – und, wie sich weisen sollte, den Grundstein zum (punktemässig gesehenen) Misserfolg der Altdorfer legte.

Welt „nicht mehr verstanden“

Nach dem 22:20, erzielt durch Philipp Reuter, vier Fehlwürfen und dem späteren 22:21, war da die „Minute/Sekunde 44.20“. Reuter und ein Stäfner Akteur, von der Seite her sprintend gegen den Ersteren den Körperkontakt suchend, lieferten sich ein alltäglich anmutendes 08.15-Mini-Scharmützel (wenn überhaupt), wie die Konsultation der Videoaufnahmen lupenklar beweist (!) – meilenweit von einem groben Foul entfernt. Einer der beiden Unparteiischen wollte dabei, aus unerfindlichen Gründen, ein grobes Missverhalten gesehen haben, pfiff – und streckte zum allgemeinen Erstaunen (auch etlicher Zürcher Schlachtenbummler, wie sich im anschliessenden Gespräch ergab) Reuter die rote Karte (Platzverweis) unter die Nase. Gellende Pfiffe aus dem Lager der rund drei Dutzend Urner Matchbesucher quittierten den Entscheid – einer ihrer Protagonisten „verstand gar die Welt nicht mehr“, wie er erzürnt erklärte. Das Verdikt des massgebenden Schiris – auch KTV-Coach Burkhard Keller bezeichnete den Entscheid aus seiner Optik als „völlig fehl am Platz“. Die Leistung beider Spielleiter, an diesem Nachmittag phasenweise überhaupt nicht als „ligakonform“ einstufbar – sollte weitreichende Folgen haben: Altdorfs Kollektiv, auf dem Weg zum ersten Auswärtssieg notabene – wirkte im Anschluss an diesen k.o.-Schlagg begreiflicherweise verunsichert. Es dauerte volle 7 Minuten, ehe Daniel Röösli (nach dem 24:22 zugunsten Stäfas) für seine Farben in der 52. Spielminute erstmals wieder ins Volle traf. Stäfa nutzte die Gunst der Stunde, um seinen Vorsprung zu zementieren. Der HC KTV Altdorf zeigte in der Schlussphase trotz allem Ungemach viel Charakter: Daniel Röösli verkürzte nochmals auf eine Länge, doch eine gegen Tizian Dossenbach ausgesprochene Zeitstrafe kam den Platzherren entgegen: Sie setzten sich schliesslich mit 27:24 definitiv durch. Der Vollständigkeit sei noch erwähnt, das ein Foul des ballführenden Ivan Fallegger (grobes Hineinstossen in den Kreis) zuvor seitens der Schiedsrichter ungeahndet geblieben war (Videodokumentation!)…

Altdorfs Coach Burkard Keller haderte abschliessend über das wohl matchentscheidende Schiedsrichterverdikt (wie erwähnt rote Karte und Platzverweis gegen KTV-Spielmacher Philipp Reuter in der 45. Minute). Er bezeichnete die Niederlage als ausgesprochen bitter, zumal seine Truppe alles über alles gesehen eigentlich klar besser wirkte - und generell eine ausgesprochen sehenswerte Leistung ablieferte.

Altdorferischerseits erzielten Lutz Wesseling (6), Christoph Piske (5), Daniel Röösli und Philipp Reuter (je 4) am meisten Treffer. Eine hundertprozentige Chancenauswertung liess sich Sebastian Munzert, vor Daniel Röösli (80 Prozent)  attestieren.

Die weiteren Spiele des Wochenendes: Gossau – GC/Amicitia Zürich 31:35, Pfadi Winterthur – Bern/Muri 31:25, Kriens – St. Otmar St. Gallen 31:25. – Die Tabellenspitze: Es führen Pfadi Winterthur und Kriens (je 4/7). Das Tabellenende: Bern/Muri sowie Otmar St. Gallen (je 4/2), Altdorf (4/1). – Am kommenden Samstag, 28. September, empfängt der HC KTV Altdorf in der Feldliarena (18 Uhr) Tabellenleader Pfadi Winterthur.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker, Sebastian Aschwanden; Sebastian Munzert (2), Daniel Röösli (4), Dave Zürcher, Lutz Wesseling (6), Samuel Stadelmann, Ivan Fallegger (3), Lukas Huwiler, Thomas Mohenski, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (4), Christoph Piske (5).

 

 

 

 

 

 

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