Sonntag, 06 Oktober 2013 14:22

Nach toller Aufholjagd zweiten Nati-A-Punkt eingebunkert

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NLA: HC KTV Altdorf – BSV Bern/Muri 28:28

Nach dreiviertel Stunden lagen die Urner mit sechs Längen Rückstand im Hintertreffen. Doch sie gaben nicht auf und schufen nach zehn genialen Minuten den Gleichstand.

Teammanager Markus Brand (links) und Vereinsvizepräsident/Sportchef Marco Lauener verabschiedeten Martin Betschart (Mitte). FOTO: RUEDI AMMANNErneut waren über 600 Zuschauer in die Feldliarena gepilgert, um am Samstagabend die dritte Heimpartie der Aufsteiger mitzuverfolgen. Die Berner rückten mit einer höchst illustren Spieltruppe an, in der allerdings Nationalmannschaftsmitglied Marco Kurth verletzungshalber fehlte. Aber auch die Gastgeber konnten nicht ganz vollständig zu Werke gehen.

Der Vorstand verabschiedete sich eingangs von Martin Betschart. Er war vor fünf Jahren vom KTV Muotathal zu den Altdorfern gestossen, um sich dabei sehr gut zu integrieren und insbesondere als Kreisspieler immer wieder starke Einsätze zu zeigen. Nun hat sich Betschart entschieden, neue Perspektiven zu suchen und sich beim Erstligisten Einsiedeln zu verpflichten. Vereinsvize/Sportchef Marco Lauener und sowie Manager Markus Brand – Präsident Stefan Arnold war mit Speakeraufgaben beschäftigt – würdigten das engagierte Mittun Betscharts vor dem Publikum, um ihn mit einem wohlverdienten Präsent zu verabschieden.

Zuversichtliches Trio: Teammanager Markus Brand, der neue Torsteher Srdjan Djordjevic aus Serbien, und KTV-Physiotherapeut Koen Haelters. FOTO: RUEDI AMMANNErstmals lief mit der KTV-Mannschaft als Torsteher der neu verpflichtete Serbe Srdjan Djordjevic – genannt „Zenga“ ein. Er stand während der vollen Spielzeit im Einsatz und zeigte eine starke Leistung, speziell in der entscheidenden Spielphase. Von den auf sein Gehäuse abgefeuerten 42 Bällen parierte er deren 14  - somit eine 33-prozentige Erfolgsquote ausweisend, was gegen die sackstarken Berner doch einiges aussagt. Wir verweisen auf den Kasten am Ende des Spielberichtes. Aus dem Altdorfer Lager bleibt anzumerken, dass Spielmacher Philipp Reuter in der 50. Minute vorübergehend ausfiel, weil er (ohne gegnerische Einwirkung) nach einem erfolgreichen Pealtywurf ein bereits lädiertes Fingergelenk „auskugelte“, durch Platzarzt Gianmarco Sala betreut später jedoch (mit reduzierter Kraft, aber immerhin…) wieder mittun konnte. Infolge Schulterproblemen fiel während des zweiten Spielabschnittes Thomas Mohenski aus. Seinen 22. Geburtstag feierte am Spieltag übrigens Schiri Arthur Brunner. Er leitete die Partie zusammen mit Morad Salah souverän.

11:10- Halbzeitführung für den KTV

Feuerwerk Christoph Piskes zwischen der 51. und 58. Minute: vier Tore gegen den BSV. FOTO: RUEDI AMMANNDer HC KTV Altdorf fand etwas mühevoll ins Spiel, da die gegnerische Deckung mit ihren Hünen – speziell erwähnenswert: der 2.04 Meter messende (!) Martin Prachar – und ihrem 6:0-Deckungssysstem nur sehr schwer aus den Angeln zu heben war und deshalb auch etliche risikobehaftete Urner Abschlussversuche auszuloten waren. Immerhin vermochten Daniel Röösli, Philipp Reuter, der aus dem WK zurückgekehrte Ivan Fallegger sowie Christoph Piske das 4:3 zu bewerkstelligen. Bis zur 20. Minute verpassten die wieselflinken Gäste unter dem Zepter von Uros Mitrovic (an diesem Abend bester, und zwar siebenfacher Skorer des BSV) den Innerschweizern einen Nasenstüber (9:6), ehe – nach mehreren sehenswerten Interventionen seitens Srdjan Djordjevic – Sebastian Munzert, Philipp Reuter und Thomas Mohenski für das 9:9 besorgt waren. Unmittelbar vor der Pause liessen Lutz Wesseling und Thomas Mohenski die vom toll mitgehenden Heimpublikum mächtig applaudierte 11:10-Führung der „Hausherren“ Tatsache werden.

BSV auf und davon – aber dann…

Sondereffort Daniel Rööslis: Ausgleich 25 Sekunden vor Spielschluss. FOTO: RUEDI AMMANNSchon 40 Sekunden nach Wiederaufnahme der Partie entwickelten die Berner auf die Urner Abwehr zusätzlich Druck. Nach dem 11:11 setzten sie gleich noch einen drauf: 3-Tore-Vorsprung bis zur 41. Minute. Einige Unkonzentriertheiten (Ballverluste) der Urner schienen dann die Vorentscheidung zu bedeuten. Nach Ablauf der 45. Minute führten die Gäste mit sechs Längen Vorsprung (23:17). Beeindruckend war in der Folge, dass die Innerschweizer die Flinte keineswegs ins Korn warfen. Sie lancierten eine von den Sitzen reissende Aufholjagd. Philipp Reuter (noch vor seiner erwähnten Fingerverletzung), Tizian Dossenbach, Daniel Röösli, primär aber auch der nun plötzlich gross in Erscheinung tretende Christoph Piske – vorgängig nur sporadisch zu seinem gewohnten Rendement findend – sowie Dave Zürcher waren fünf Minuten vor Spielschluss für den Gleichstand (25:25) besorgt. Hitchcock pur prägte die finale Phase der Partie: 25:26 (Penalty), 26:26 (Piske), 26:27, 27:27 (Piske), geniale Parade Djordjevic, 27:28 (trotz BSV-Unterzahl), 28:28 (Röösli, 25 Sekunden vor Spielende erzielt, nachdem der KTV seinen Torsteher, nach Order von Altdorf-Coach Burkhard Keller, cleverweise durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt hatte). Da nützte auch ein abschliessendes Timeout der Berner nichts mehr – am Ergebnis respektive dem Urner Punktegewinn – änderte sich nichts mehr. Rauschende Ovationen seitens der begeisterten KTV-Kiebitze belohnten die Sonderleistung ihres Teams.

Kommentare und Fakten

Christoph Piskes Kommentar: „Unser Kollektiv legte ganz einfach eine tolle Moral an den Tag. Torsteher Djordjevic wartete phasenweise mit unglaublichen Interventionen auf. Jetzt hoffen wir im Hinblick auf die nächsten Einsätze natürlich noch auf ein Mehr.“ „Im Vergleich zu den  vorangegangenen Spielen ortete ich seitens unseres Kollektivs eine weitere Leistungssteigerung“, zeigte sich Trainer Burkhard Keller zufrieden, nicht ohne seiner Truppe seinerseits eine beeindruckende Moral zu attestieren.

In den Reihen des HC KTV Altdorf lieferten Tizian Dossenbach sowie Sebastian Munzert eine 100-prozentige Chancenauswertung ab, gefolgt von Daniel Röösli (83), Thomas Mohenski (67), Philipp Reuter (54) sowie Ivan Fallegger und Lutz Wesseling (je 50).

Die weiteren NLA-Resultate vom Samstag: Schaffhausen – GC/Amicitia Zürich 31:22, Kriens-Luzern – Gossau 26:23, Stäfa – Thun 23:30. Im Zwischenklassement weist am Tabellenende der HC KTV Altdorf 2 Punkte auf. Vor ihm sind Bern/Muri, GC/Amicitia Zürich, Gossau und Stäfa mit je 4 Zählern angesiedelt. Im NLA-Torschützenklassement führt weiterhin Marcel Hess (erst 5 Spiele bestritten) mit 42 Treffern, vor Philipp Reuter (Altdorf) und Benjamin Geisser (je 38).

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach (1), Ivan Fallegger (2), Thomas Mohenski (2), Sebastian Munzert (1), Christoph Piske (5), Philipp Reuter (7), Daniel Röösli (5), Samuel Stadelmann, Lutz Wesseling (4), Dave.

 

Neu ein Serbe zwischen den Pfosten

Letzte Saison und in jüngster Zeit sah sich Marcel Luthiger verschiedentlich durch Verletzungen gebeutelt. Da Sebastian Aschwanden (Kreuzbandprobleme) und Jan Dittli an der ETH in Zürich studieren und deshalb die Torhütertrainings nur bedingt besuchen können, würde die Hauptlast möglicherweise auf Nicolas Stocker liegen. Der HC KTV Altdorf sah sich deshalb zum Handeln gezwungen. Mit Srdjan Djordjevic (34), Serbe und Torhüter bei Partizan Belgrad, konnte ab sofort bis Ende Meisterschaft 2013/14 eine Lösung gefunden werden. Nach mehreren Probetrainings wurde der Übertritt im Verlaufe der letzten Woche perfekt. „Zenga“, früher in verschiedenen europäischen Spitzenklubs engagiert, lieferte bereits im Spiel gegen Bern/Muri eine beachtliche Leistung ab.

Vereinspräsident Stefan Arnold: „Uns ist es gelungen, einen Torwart mit internationaler Erfahrung zu verpflichten. Djordjevic hat zuletzt bei Maccabi Tel Aviv und Partizan Belgrad gespielt, zuvor bei Hamm in der 1. Deutschen Bundesliga und vier Jahre in Ungarn. Er wird unserem Fanionteam hoffentlich den nötigen Rückhalt geben, um das Ziel, den Ligaerhalt zu schaffen, zu erreichen. Der Serbe war vor dem Spiel gegen Bern/Muri bereits anlässlich von zwei Trainings am Werk zu sehen dabei und vermochte uns zu überzeugen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

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