Sonntag, 27 Oktober 2013 14:29

Keulenschlag schon nach 80 Sekunden

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Nationalliga A: Fortitudo Gossau – HC KTV Altdorf 37:28

Schock für die Urner: Topskorer Lutz Wesseling fiel schon in der Auftaktphase aus. Das Handicap vermochten die Innerschweizer verständlicherweise nicht wegzustecken.

Pechvogel (und Topskorer) Lutz Wesseling. FOTO: RUEDI AMMANNNach dem kräfteraubenden Mittwochabendfight gegen Wacker Thun hatte das Team von Coach Burkhard Keller bereits am Samstag wieder anzutreten. Die Zuversicht in den Reihen der Innerschweizer war gross, in der Ostschweiz das Punktekonto allenfalls äufnen zu können. Doch schon nach 80 Sekunden zerschlugen sich die Hoffnungen. Lutz Wesseling, der gegen Thun neun Treffer erzielt hatte und als Skorer im KTV-Trupp bereits in den vorangegangenen Partien eine Spitzenstellung eingenommen hatte, zog sich eine erhebliche Verletzung im Hüftbereich zu. Bei einem Sprungwurf wurde er von einem gegnerischen Abwehrspieler in der Luft unsanft (um nicht mehr zu sagen) angegangen und aus dem Gleichgewicht gebracht. Lutz knallte praktisch waagrecht auf das Parkett und blieb schmerzverzerrt liegen. Die Partie musste längere Zeit unterbrochen werden – für den Unglücksraben war ein Weiterspielen unmöglich geworden. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass der „Täter“ für sein unsportliches Vergehen nicht einmal eine Zeitstrafe kassierte…

Umstellungen verursachten Probleme

Es waren gleich drei Punkte, welche den HC KTV Altdorf in der Folge unverkennbar vom Kurs abkommen liessen. Zum einen der Schock ob des Fouls an Lutz Wesseling (mit den aufgezeigten Folgen), weiter die Notwendigkeit, das ganze Abwehrdispositiv auf den Kopf stellen zu müssen, und schliesslich der Umstand, dass die Gastgeber ganz einfach über eine ausgesprochen spielstarke Truppe verfügten. Angeführt durch Kapitän Gabriel Würth (achtfacher Torschütze) und sekundiert durch eine kompakt agierende 6:0-Deckung, die den Altdorfern (welche immer noch auf den verletzten Thomas Mohenski auszukommen hatten) vielfach erfolgreich dagegen hielt, war schon bald ersichtlich, dass Fortitudo kaum als Punktelieferant in Frage kam. Dies umso mehr, da auch KTV-Spielregisseur Philipp Reuter für einige Zeit verletzungshalber pausieren musste.

Zum Spielverlauf

Gossau legte ein Startfurioso aufs Parkett. Von der (begreiflichen) Verunsicherung der Gäste profitierend, führten die Ostschweizer bereits nach dreieinhalb Minuten mit 4:0, ehe Daniel Röösli für den HC KTV Altdorf den ersten Treffer unter Dach brachte. Den Rückstand vermochten die Urner nicht mehr wegzustecken. Vielmehr wuchs er bis zur 24. Minute gar auf sechs Längen (14:8) an, die auch zur Pause noch Bestand hatten (17:11).

Nach drei Vierteln der Gesamtspielzeit war weitestgehend klar, dass die Punkte in der Ostschweiz verbleiben würden, zumal in den Reihen des HC KTV Altdorf immer wieder gute bis beste Chancen verscherzt wurden. Schliesslich setzte es für die Tabellenletzten eine Niederlage mit neun Längen Differenz ab. „In Anbetracht der äusseren Umstände darf das klare Resultat nicht als Gradmesser unserer Leistungsmöglichkeiten gewertet werden. Wir haben im Rahmen der nunmehr bereits Vergangenheit bildenden Vorrunde gezeigt, dass wir längst nicht als „Kanonenfutter“ einzustufen sind, wie dies vor Meisterschaftsbeginn einige Auguren wahrhaben wollten. Es gilt jetzt, auf dem eingeschlagenen Kurs engagiert weiterzuarbeiten.“ Gossaus Teamchef Gabriel Würth: „Mit unserer furiosen Auftaktphase setzten wir die Eckwerte im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Partie. Unser Kollektiv lieferte eine reife Leistung ab. Der 2-Punkte-Gewinn führte dazu, dass wir uns auf den siebten Platz vorzuarbeiten vermochten.“

Erfolgreichste Skorer des HC KTV Altdorf waren in Gossau: Daniel Röösli und Christoph Piske (je 7 Treffer). Prozentual die besten Erfolgsquoten verzeichneten: Samuel Stadelmann (100), Daniel Röösli (87), Sebastian Munzert (60).

Es ist bereits Halbzeit

Mit diesem Wochenende ist die NLA-Qualifikationsrunde bereits bei halber Distanz angelangt. Von den Samstagseinsätzen überraschte die Niederlage von Pfadi Winterthur gegen GC/Amicitia Zürich mit 28:31. Die weiteren Ergebnisse: Kadetten Schaffhausen – Stäfa 41:25, Bern/Muri – Kriens-Luzern 38:29, Wacker Thun – Otmar St. Gallen 33:30. – Das Klassement: 1. Schaffhausen 15 Punkte, 2. Pfadi Winterthur 15, 3. Thun 12, 4. Kriens-Luzern 8, 5. Bern/Muri 8, 6. GC/Amicitia Zürich 8, 7. Gossau 8, 8. Otmar St. Gallen 6, 9. Stäfa 4, 10. Altdorf 2.

Das bevorstehende Wochenende ist für den HC KTV Altdorf spielfrei. Der nächste Meisterschaftseinsatz (Auftakt zur Qualifikationstour-Rückrunde) erfolgt am  9. November, Anspielzeit 19 Uhr, mit dem Auswärtsspiel gegen Kriens-Luzern. Auf Einladung der VBL Luzern und des HC Kriens-Luzern wird eine Carfahrt (Abfahrt: zirka 18 Uhr – Genaueres wird auf der Homepage publiziert) organisiert.

Vorgängig zum Spiel in Kriens wird der HC KTV Altdorf in Steffisburg zum Schweizer-Cup-Achtelfinalfight gegen den Erstligisten antreten. Gefightet wird am 6. November (Anspielzeit: 19.30 Uhr).

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Sebastian Munzert (3), Dave Zürcher, Christian Bär, Lutz Wesseling, Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger, Samuel Stadelmann (1), Fabian Auf der Maur (2), Tizian Dossenbach (2), Philipp Reuter (2), Daniel Röösli (7), Christoph Piske (7).

 

 

 

 

 

 

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