Sonntag, 10 November 2013 18:28

An Favoritenfestung wurde vorerst kräftig gerüttelt

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Nationalliga A: HC Kriens-Luzern – HC KTV Altdorf 33:25

Starke erste Halbzeit der Urner. In der Schlussviertelstunde reichten Kraftreserven erneut nicht aus, um das insgeheim erhoffte Wunder Realität werden zu lassen.

Linkshänder Lukas Huwiler (rechts) ist wieder da – er eröffnet zusätzliche Aufstellungsalternativen; links Christian Bär. FOTO: RUEDI AMMANN   Über tausend Kiebitze – darunter einige hundert Urnerinnen und Urner – hatten das Spezialangebot genutzt, um für nur 10 Franken (Fahrt und Eintritt) in die Luzerner Maihof-Halle zu pilgern und am Samstagabend das zweite Innerschweizer Derby der Qualifikationsrunde 2013/14 hautnah mitzuerleben. Fazit: Sie erhielten eine höchst attraktive Partie vorgesetzt. Der HC KTV Altdorf tat weitgehend sein Möglichstes, um den Favoriten Paroli bieten zu können, kassierte schliesslich aber doch eine klare 33:25-Niederlage. Sie fiel übrigens genau gleich negativ aus wie anlässlich des  Mittwochabend-Cup-Fights, den die Urner gegen den Erstligisten TV Steffisburg ans Bein zu streichen gehabt hatten. Pech aus der Optik der Altdorfer war natürlich, dass sie am Samstag auf die Dienste des Topskorers Christoph Piske verzichten mussten – er hatte sich im Cupmatch gegen Steffisburg eine schmerzhafte „Tomate“ (Oberschenkelprellung) eingehandelt.

Am Wochenende spielten in der NLA ausserdem Schaffhausen gegen Otmar St. Gallen (39:32)  sowie Gossau gegen Bern/Muri (25:32). Kriens hat mit seinem Sieg einen grossen Sprung Richtung Finalrunde (sechs beste Teams nach der Qualifkationstour) getan – Altdorf liegt nach wie vor an letzter Stelle (2), hinter Stäfa (4) und St. Otmar St. Gallen (6). Am kommenden Samstag empfängt der HC KTV Altdorf die Tabellenleader Kadetten Schaffhausen (18 Uhr, Feldli).

Erste Halbzeit auf Augenhöhe mit Luzernern

Im Rahmen der Startphase vermochte sich in Luzern kein Team abzusetzen. Der HC KTV Altdorf hielt den Gastgebern in jeder Beziehung die Stange. Daniel Röösli glich die Führung der Krienser mittels eines souverän verwandelten Penaltys aus. In der 13. Minute glückte Samuel Stadelmann gar die erstmalige Führung der KTV-Truppe (8:7). Die Platzherren rissen das Zepter respektive die Führung aber nach dem 9:9 wieder an sich. Bis zur Pause lagen sie ständig mit einer bis zwei Längen voraus. Nachdem Sebastian Munzert das 15:14 realisiert hatte, erhöhten die Gastgeber auf 16:14.

Altdorf hatte seinem Gegner in den ersten Phasen der zweiten Halbzeit einen 4-Tore-Vorsprung zu konzedieren, pirschte sich aber dank beeindruckender Moral wieder vielversprechend an die Luzerner heran (20:18), dies nach Treffern von Sebastian Munzert und dem erstmals nach seinem Auslandaufenthalt wieder mitmixenden und einen ausgesprochen positiven Eindruck hinterlassenden Lukas Huwiler.

Der gekrallte Penalty

Gleich anschliessend sah Daniel Röösli einen Penaltyball durch HCK-Torsteher Roman Schelbert pariert. Zu Beginn der letzten Viertelstunde hatten sich die Platzherren erneut in eine vielversprechende Ausgangslage manövriert (23:19). In der Folge liessen Kräfte und Konzentration im KTV-Lager nach, die Niederlage liess sich nicht mehr abwenden.

Altdorfs Trainer/Coach Burkhard Keller: „Alles in allem erbrachten wir gegen die Favoriten eine ansprechende Leistung. Die Niederlage ist zu krass ausgefallen. Aber  wir liessen halt ganz einfach erneut zu viele Chancen ungenutzt. Huwilers Wiedereintritt fiel vielversprechend aus – wir verfügen jetzt wieder auf einen zusätzlichen Linkshänder, was zusätzliche Alternativen in der Aufstellung ermöglicht. Eine gute Leistung lieferte Torsteher Marcel Luthiger und in der Schlussphase auch Nicolas Stocker ab, nachdem Ersterer infolge einer Beckenprellung ausschied.“ Die Einschätzung des Krienser Homepage-Kommentators: „Altdorf musste schmerzvoll erkennen, dass die Luft in seinem Team zwar reicht, um Spiele ansprechend zu überstehen, jedoch nicht, um in der entscheidenden Schlussphase die so wichtigen Impulse nochmals auslösen zu können.“

Erfolgreichster Skorer in den Reihen des HC KTV Altdorf war der nach dem brutalen Foul in Gossau wieder weitgehend genesene Lutz Wesseling mit 6, vor Philipp Reuter sowie Daniel Röösli mit je 4 Treffern. Die besten Abschlussquoten verzeichneten Philipp Reuter und Samuel Stadelmann mit je 66, Sebastian Munzert und Lukas Huwiler mit je 60 und Ivan Fallegger mit 50 Prozent.

Nun steht (siehe oben) der Knüller gegen Tabellenleader Kadetten Schaffhausen im Blickfeld. „Unser Ziel ist es nach wie vor, den ersten NLA-Seg einzufahren, was aber gegen die äusserst stark besetzten Nordostschweizer wohl besonders schwierig sein dürfte. Wir wollen natürlich zumindest nicht mehr derart krass abfallen wie im Rahmen der Vorrunde und uns bezüglich Spielanlage und -konzept markant verbessern“ sagt Burkhard Keller, der im Übrigen zuversichtlich ist, wieder über Christoph Piske verfügen zu können.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Sebastian Munzert (3), Lukas Huwiler (3), Dave Zürcher, Christian Bär, Lutz Wesseling (6), Ivan Fallegger (3), Marc Fallegger, Samuel Stadelmann (2), Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (4), Daniel Röösli (4).

 

 

 

 

 

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