Sonntag, 17 November 2013 22:49

Gute Leistung gegen Liga-Goliath

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Nationalliga A: HC KTV Altdorf – Kadetten Schaffhausen 24:31

Lukas Huwiler im Anflug auf das Schaffhauser Tor. FOTO: RUEDI AMMANN   Wie erwartet waren gegen den Tabellenleader keine Kastanien aus dem Feuer zu holen. Doch die Niederlage konnte in Grenzen gehalten werden.

Mit dem personell durch viele Nationalspieler gespickten x-fachen Schweizer Meister früherer Jahre weilte am Samstagabend eine Truppe der Extraklasse in der Feldliarena zu Gast. Rund 700 Zuschauer liessen es sich nicht nehmen, jene Mannschaft live am Werk zu sehen, die gegenwärtig in Helvetiens Landen das Mass aller Dinge darstellt und vom deutschen Ex-Internationalen Markus Baur trainiert wird. Die Gäste hatten einige verletzungsbedingte Ausfälle (Schelbert, Heer, Kukucka, Wmrich, Muggli) zu beklagen. Was allerdings nicht sonderlich ins Gewicht fiel, da die Munotstädter auf allen Positionen doppelt besetzt sind und so jederzeit aus dem Vollen zu schöpfen vermögen. Auf Altdorfer Seite musste insbesondere auf Thomas Mohenski (Schulterverletzung) verzichtet werden. Hinzu kam in der 40. Minute eine Knieverletzung Srdjan Djordjevics. Er zog sich eine Aussenbänderverletzung am Knie zu und wurde durch Marcel Luthiger, der ebenfalls eine gute Leistung abzurufen vermochte, ersetzt. Dem HC KTV Altdorf gelang es, gegen die hochkarätigen Schaffhauser die katastrophale Vorrundenschlappe (19:40) vergessen zu machen und mit nur sieben Längen Unterschied abzuschneiden. Jenes Team also, das nun in den nächsten Tagen im nationalen Championat gegen Co-Leader Pfadi Winterthur sowie Wacker Thun und im EHF-Cup gegen Hannover anzutreten hat und den Match in Altdorf als eine echte Hauptprobe dazu betrachtete. Eine Hauptprobe, die alles in allem überzeugend ausfiel, auch wenn der gegnerische Coach das Fazit beklagte, dass seine Topstürmer insgesamt zehn so genannt hundertprozentige Chancen versiebten respektive von den Altdorfer Hütern zunichte gemacht sahen. A propos Keeper: Die Schaffhauser hatten zwischen den Pfosten zwei exzellente Leute stehen: Jonas Maier hielt während der ersten 45 Minuten 15 Schüsse – auch Arunas Vaskevicius (6 Paraden) stand ihm nicht nach.

Schrecksekunden: Out für Torhüter Srdjan Djordjevic in der 40. Minute – Teamarzt Gianmarco Sala diagnostiziert Kniebänderverletzung. FOTO: RUEDI AMMANNReuter bester Skorer des Abends

Der Fight begann mit einem veritablen Angriffswirbel der Schaffhauser. Nach dem 0:3 trafen Christoph Piske (zweimal) und der eine Topleistung als Kreisspieler abliefernde Sebastian Munzert für die Gastgeber, die nach 9 Minuten nur mal gerade mit 3:4 leicht im Hintertreffen lagen. In der Folge legten sich die Besucher eine 6-Tore-Reserve zu (6:12, 21. Minute). Luthiger parierte danach einen generischen Penaltyball souverän, Fabian Auf der Maur, der zuvor allein vor dem gegnerischen Hüter nicht reüssiert hatte, wischte diesen Makel mit einem Supertreffer weg, Reuter, an diesem Abend bester Skorer auf dem Feld überhaupt (9 Treffer insgesamt, dabei auch als gewiefter Penaltyschütze auftretend), reduzierte unmittelbar vor der Pause den Rückstand seines Teams – einmal gar in Unterzahl) auf vier Längen (11:15).

Vor dem Anspiel zum „Superfight“ - die Captains und Spielleiter; von links: Sebastian Munzert (Altdorf), die Schiris Fabian Jergen/Matthias Zaugg, David Graubner (Schaffhausen). FOTO: RUEDI AMMANN   Die Kadetten brillierten in der Folge weiterhin, insbesondere mit stets „tödlichen“

Gegenstossaktionen. Beim Stande von 14:18 stockte den Zuschauern der Atem, als sich Torsteher Djordjevic, der nun definitiv seine Spielberechtigungslegitimation erhalten hat, eine Knieverletzung zuzog und sich auswechseln lassen musste. Teamarzt Gianmarco Sala ortete eine Aussenbandblessur, gab sich jedoch zuversichtlich, dass der KTV-Hüter mit einer entsprechenden Bandage im Verlaufe der weiteren Meisterschaft weiterhin zur Verfügung stehen kann. Während der letzten 20 Spielminuten vermochte der HC KTV Altdorf seinen Rückstand vorerst weiterhin auf 4 Tore zu beschränken, ehe die Schaffhauser diesen dann etwas zu vergrössern wussten (20:26, 50. Minute). Piske und Reuter waren es, die für ihr Team die beiden letzten Treffer markierten. Das Publikum, erneut in hellen Scharen aufmarschiert, verabschiedete die KTV-Truppe mit einem wohlverdienten Spezialapplaus, damit anerkennend, dass sie ihre Heimstärke auch gegen einen übermachtigen Widersacher unter Beweis gestellt hatte.

Trainer/Coach Burkhard Keller schwört seine Truppe ein. FOTO: RUEDI AMMANN   Fans waren mit Schiff angereist

Altdorfs Trainer/Coach Burkhard Keller zollte der Leistung seiner Truppe nach dem Abpfiff für das Gebotene Anerkennung, nicht ohne anzumerken, dass bei etwas mehr Kaltschäuzigkeit im Rahmen der herausgearbeiteten Chancen durchaus noch ein besseres Resultat hätte herausgewirtschaftet werden können.

Kadetten-Trainer Markus Baur würdigte die beachtliche, engagierte Leistung der Platzherren. Dabei gleich auch seiner Überzeugung Ausdruck verleihend, dass die Urner durchaus das Zeug dazu haben, die Zugehörigkeit zur höchsten nationalen Stärkeklasse wahren zu können.

Auch Lukas von Deschwanden von Schweizer Meister 2013 (und Cupsieger), Wacker Thun, verfolgte in der Feldli-Arena den Einsatz seines Stammvereins. Dies im Vorfeld des internationalen Championsleague-Fights vom folgenden Tag (in Bern gegen Paris St. Germain, dem Favoriten auf den Titel in der europäischen Königsklasse, ausgetragen – Niederlage der Thuner mit 28:34)  um im Hinblick darauf wohl auch zusätzliche Impulse zu tanken.

Besondere Erwähnung verdient schliesslich, dass der Fanklub der Schaffhauser, der in speziellen Monturen mit dem Schiff über den Vierländersee von Luzern nach Flüelen angereist war und seine Mannschaft phonstark und fahnenschwingend unterstützte. Leader Röbi Hunziker attestierte den Altdorfern, eine sehenswerte Leistung abgeliefert zu haben.

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger (ab 40. Minute); Christian Bär, Sebastian Munzert (5), Lukas Huwiler, Dave Zürcher, Lutz Wesseling (3), Ivan Fallegger (2), Samuel Stadelmann (1), Fabian Auf der Maur (1), Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (9), Daniel Röösli, Christoph Piske (3).

Fakten und Zahlen

Am Wochenende wurden weitere drei Partien ausgetragen: Samstag: Pfadi Winterthur – Kriens-Luzern 25:21, Bern/Muri – Stäfa 38:28, Sonntag: St. Otmar St. Gallen – GC/Amicitia Zürich 29:23.

In der Tabelle führen zurzeit die Kadetten Schaffhausen sowie Pfadi Winterthur mit je 19 Punkten. Bereits 5 Zähler zurück folgen Wacker Thun und Kriens-Luzern, mit 7 Längen Verzug Muri/Bern. In der Abstiegsregion sind klassiert: GC/Amicitia Zürich (10), Gossau (8), St. Otmar St. Gallen (8), Stäfa (4), Altdorf (2).

Am kommenden Wochenende tritt der HC KTV Altdorf in Zürich gegen GC/Amicitia an. Danach folgt am Donnerstag, 28. November (20 Uhr), das Heimspiel gegen Stäfa, bevor dann am 4. Dezember auswärts gegen Co-Leader Pfadi Winterthur die Klingen zu kreuzen sind.

 

 

 

 

 

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