Montag, 25 November 2013 16:02

Fehlstart, Führung - und der Einbruch...

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Nationalliga A: GC/Amicitia Zürich – HC KTV Altdorf 35:28

Die fatale Phase (39. bis 48. Minute): kein Torerfolg der Urner. Jetzt ist die „Stunde der Wahrheit“ gegen Stäfa (Donnerstagabend, 20 Uhr, Feldli) angesagt.

Topskorer Philipp Reuter (11 Treffer) fiebert mit seiner Truppe mit. FOTO: RUEDI AMMANN   Einer der beiden bisherigen Teil-Punkteerfolge des KTV rührte aus dem Heimspiel gegen das Team aus der Limmatstadt. In Erinnerung daran wollten die Urner am Sonntagabend versuchen, im Rahmen des Retourfights ihr mageres Zählerkonto unbedingt zu äufnen. Dies umso mehr, als die Zürcher ohne ihre Aushängeschilder Iwan Ursic und Sharr Ramadani auszukommen hatten. Anderseits durften sie aber wieder auf die Dienste ihres gefürchteten Linkshänders Nemanja Malovic und natürlich ihre „Tormaschinen“ Roman Sidorovic (während des bisherigen Meisterschaftsverlaufes bereits 76-mal erfolgreich) sowie Goran Bogunovic zählen. Die beiden Letztgenannten waren es denn auch, welche dem KTV-Trupp zusammen 14 Tore in den Kasten setzten.

Auftakt ging in die Binsen

Schon nach 38 Sekunden schoss Philipp Reuter (an diesem Abend erfolgreichster Skorer auf dem Feld – mit 11 Einschüssen notabene) die Innerschweizer in Front. Ein gutes Omen eigentlich, doch die Ernüchterung liess nicht auf sich warten. Gegen die nicht sonderlich gut aussehende KTV-Deckung setzten sich die Gastgeber bis zur 9. Minute mit 6:1 ab. Erfreulicherweise zeigte das Team von Trainer/Coach Burkhard Keller anschliessend viel Charakter – liess sich insbesondere nicht ins Bockshorn jagen. Nach der Auftaktviertelstunde führte GC/Amicitia 9:6, nach 26 Minuten 15:12. Lutz Wesseling und – praktisch mit dem Pausensignal – Ivan Fallegger prägten die Schlussphase aus Altdorfer Sicht mit den Anschlusstreffern (17:16).

Es kam noch besser: Unmittelbar nach Wiederaufnahme der Begegnung erzielte Sebastian Munzert den Gleichstand – Philipp Reuter mittels Penalty die erstmalige Führung der Innerschweizer. Reuter war es, der wenig später gar das 19:17 zugunsten des HC KTV Altdorf markierte. Dem später folgenden Gleichstand setzte Munzert das 21:20 Reuter das 22:20 entgegen. Die taktischen Ideen von Burkhard Keller waren bis zu diesem Zeitpunkt voll aufgegangen - der Gotthard-Express schien mit Volldampf unterwegs. Schien…

Der Einbruch nach gegnerischem Timeout

GC/Amicitia erinnerte sich nach Wiederaufnahme der Begegnung seiner Qualitäten, dabei von einer schier unbegreiflichen Schwächephase der Urner profitierend: Letztere trafen zwischen der 39. und 48. Minute kein einziges Mal ins Volle. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Zürcher bereits mit fünf Längen (27:22 - darunter Treffer der „Bomber“-Schwergewichte Bogunovic (3) und Sidorowicz (2) - in Führung geballert. Dieses Handicap vermochten die Altdorfer nicht mehr wettzumachen. Einzig nach dem 28:25 (Reuter, 53. Minute) keimte nochmals leise Hoffnung in den Reihen der Keller-Truppe auf. Doch die Gastgeber liessen nichts mehr anbrennen. Besser noch: Sie profitierten nun von einigen Alles-oder-nichts-Aktionen ihrer Widersacher, verbunden mit Ballverlusten, um das bessere Ende der Partie schliesslich (zu) klar mit sieben Längen Vorsprung für sich zu entscheiden. Wieder einmal zeigte sich in Zürich, dass Altdorf in der Schlussphase höchst anfällig ist, Kräfte respektive Konzentration der Stammakteure einfach nicht dazu ausreichen, um für einen finalen „Coup“ zu sorgen.

 

Eine Handvoll Zahlen nach der 12. NLA-Meisterschaftshauptrunde: Bester Skorer auf KTV-Altdorf-Seite: Philipp Reuter (11 Treffer), vor Sebastian Munzert (5) und Ivan Fallegger (4). Hundertprozentige Abschlussquoten verzeichneten Dave Zürcher und Daniel Röösli, vor Ivan Fallegger (80), Philipp Reuter (78) sowie Sebastian Munzert (71).- An der Tabellenspitze hat Pfadi Winterthur nach dem eher überraschenden Direktsieg über die Kadetten Schaffhausen, mit 21 Punkten vor den Munotstädtern (19) die Führung übernommen. Die dritte Position nimmt Kriens-Luzern (16) ein.

Auch Stäfa verlor

Einziger Trost für die nach der „Achterbahnfahrt der Gefühle“ gebeutelten Urner: Auch der Tabellenvorletzte Stäfa verlor, nämlich in Kriens, allerdings nur hauchdünn (26:24 für die Luzerner). In einer weiteren Wochenendpartie blieb Otmar St. Gallen gegen Gossau auf der Strecke. Im hinteren Tabellenteil präsentiert sich die Situation zurzeit wie folgt: Gossau (10 Punkte), Otmar St. Gallen (8), Stäfa (4), Altdorf (2).

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Sebastian Munzert (5), Lukas Huwiler (1), Dave Zürcher (1), Lutz Wesseling (2), Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger, Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (11), Daniel Röösli (1), Christoph Piske (3).

Vor dem grossen Donnerstagabend-Knüller

Der HC KTV Altdorf empfängt am Donnerstagabend den Tabellenvorletzten Stäfa. Die Gastgeber hoffen, mit einem Sieg über die Zürcher zu den Letzteren punktemässig aufschliessen zu können, den Fight wider die rote Laterne neu zu lancieren und sich insbesondere für die Vorrunden-Auswärtsniederlage (24:27) zu revanchieren. Die Coaches in beiden Lagern werden es nicht unterlassen, ihre Akteure speziell auf die bevor stehende Aufgabe vorzubereiten respektive taktische Vorgaben zum Tragen zu bringen. Viel hängt zweifellos von der Tagesform der Leistungsträger in beiden Formationen ab. Stäfa weist zurzeit ein Skore von 310:390, Altdorf ein solches von 314:388 aus. Ein Blick in die Liste der NLA-Topskorer zeigt, dass Altdorf wie Stäfa je zwei unter den 20 besten Kanonieren stehen haben: 5. Philipp Reuter (74 Treffer), 10. Aliaksei Usic (65), 14. Simon Getzmann (55), 19. Christoph Piske (52). ar.

 

 

 

 

 

Gelesen 2239 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 Dezember 2013 13:05