Freitag, 29 November 2013 09:49

Erhoffte Galavorstellung fand nicht statt

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Nationalliga A: HC KTV Altdorf – Lakers Stäfa 26:34

Ivan Fallegger (5 Treffer) lieferte eine starke Leistung ab. FOTO: RUEDI AMMANN   Schlechteste bisherige Leistung der Urner in der höchsten nationalen Stärkeklasse. Rückstand auf die Tabellenvorletzten beträgt jetzt bereits 4 Punkte.

In der Feldliarena planten die Gastgeber - ohne die verletzten Thomas Mohenski und Samuel Stadelmann angetreten - am Donnerstagabend viel: Es sollte der erste Saisonsieg eingefahren werden. Das Vorhaben missriet auf der ganzen Linie. Die Platzherren fanden das Rezept gegen die effizient agierende, aggressiv angelegte Deckung der Besucher nur allzu sporadisch. Hinzu kam, dass vor den rund 500 Zuschauern die vielen technischen Fehler der Einheimischen immer wieder zu fatalen Ballverlusten führten. Folgeerscheinung: tödliche gegnerische Konterattacken. Ausserdem wurden vom KTV-Kollektiv zahlreiche hundertprozentige Chancen kläglich ausgelassen oder aber Bälle durch die starken Stäfner Keeper pariert. Auf einen Nenner gebracht: Das war bei weitem nicht der erhoffte „Altdorfer Abend“.

6:7 nach Auftaktviertelstunde

Das Skore eröffnete Lutz Wesseling vom HC KTV Altdorf schon nach 28 Sekunden. Dem 1:2 setzte Philipp Reuter den Gleichstand entgegen. Nasch dem 2:2 sah Reuter einen Penaltyball vom gegnerischen Hüter pariert – Ivan Fallegger versiebte die erste der Urner 100-Prozent-Chancen. Nach Ablauf der Startviertelstunde setzte Daniel Röösli einen Penalty um. Das daraus resultierende 6:7 liess aus der Optik der Innerschweizer eine Wende zum Guten erhoffen. Doch dagegen legte das Team Coach Burkhard Keller versuchte in diesem Teamout, seine Truppe neu zu motivieren. FOTO: RUEDI AMMANN   von Markus Jud sein Veto ein. Es gab unverkennbar Gegensteuer. Innerhalb weniger Minuten wurde der Ball mehrmals in den Maschen der Urner versenkt (7:12). Daniel Röösli, mit einem genialen Backhandschlenzer ins Volle treffend, ernete Spezialapplaus von den Rängen, doch am Vorsprung der Besucher änderte auch diese Einlage nichts. Der 5-Tore-Vorsprung der Besucher vom Zürichsee hatte nach 30 Minuten weiterhin Bestand, nachdem eine „Fliegeraktion“ der Marke Ivan Fallegger unbelohnt blieb (das Streitobjekt landete an der gegnerischen Torumrandung).

Marcel Luthiger verhinderte Schlimmeres

Der ab der 30. Minute ins Tor beorderte Marcel Luthiger – Srdjan Djordjevic verspürte eine Verletzung und liess sich ersetzen – lieferte als Einstand gleich Christoph Piske (rechts Sebastian Munzert) überschiesst die starke Stäfner Abwehr. FOTO: RUEDI AMMANNmehrere Topparaden ab, um auch einen Penalty zu parieren. Der HC KTV Altdorf setzte im Angriff seine Serie ungenügender Leistungen in der gegnerischen Platzhälfte fatalerweise fort. So wies das Skore nach zwei Dritteln der gesamten Spieldauer noch immer fünf Längen zugunsten der Stäfner auf. Sebastian Munzert verkürzte den Rückstand seiner Truppe – einem Treffer der Altdorfer versagten die sonst überzeugend arbitrierenden Brianza/Jucker die Anerkennung, trotzdem der Ball mit ganzem Umfang die Torlinie passiert hatte. Auf der Gegenseite spielten die Gäste ihre Aktionen cool herunter, dabei immer wieder sehenswerte Treffer einflechtend. Nach 47 Minuten war die Vorentscheidung gefallen (20:28). Altdorfs Bemühungen scheiterten weiterhin an der bereits geschilderten Effizienz. Der 8-Tore-Vorsprung der Zürcher hatte auch nach 60 Spielminuten Bestand.

Einige Zahlen und Fakten: Altdorf fabrizierte 46 Torwürfe. Davon wurden 26 in Tore umgemünzt (Stäfa: 48 Schüsse und 34 Treffer). Beste Skorer in den Der frühere Keeper des KTV-Fanionteams, Martin Arnold (links), und Torhüter Marcel Luthiger (starker Einsatz zum Auftakt der zweiten Halbzeit) beraten über taktische Details. FOTO: RUEDI AMMANN   Reihen des HC KTV Altdorf waren Ivan Fallegger, Daniel Röösli (darunter 4 sicher verwertete Penaltys) sowie Lutz Wesseling mit je fünf Einschüssen. Die besten Erfolgsquoten liessen sich Fabian Auf der Maur (100 Prozent), Lutz Wesseling (83), Daniel Röösli (71) und Sebastian Munzert (60) attestieren. Die durchschnittliche Erfolgsquote erreichte bei Altdorf 57, bei Stäfa jedoch 71 Prozent. Altdorfs Torsteher Srdjan Djordjevic und Marcel Luthiger parierten je sechs Bälle, die beiden Stäfner Keeper acht respektive vier. Stäfa hatte in Simon Getzmann den überragenden Topskorer (11), gefolgt von Stevan Kurbalija (7). – Bereits am Mittwochabend trafen Wacker Thun und die Kadetten Schaffhausen aufeinander; die Partie endete remis. Dadurch liegt nun Pfadi Winterthur nach Verlustpunkten an der Zwischenranglistenspitze um drei Längen besser im Rennen als das Team aus der Munotstadt. – Die nächste NLA-Partie bestreitet der HC KTV Altdorf am kommenden Mittwoch auswärts gegen den Neo-Leader Pfadi Winterthur. Eine unlösbare Aufgabe…?

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Fabian Auf der Maur (1), Tizian Dossenbach, Ivan Fallegger (5), Lukas Huwiler (1), Kevin Ledermann, Sebastian Munzert (3), Christoph Piske (4), Philipp Reuter (2), Daniel Röösli (5), Lutz Wesseling (5), Dave Zürcher, Christian Bär.

Stimmen zum Spiel

KTV-Trainer Burkhard Keller: „Wir waren der Favoritenrolle an diesem Abend ganz einfach nicht gewachsen. Die Leistung unserer Akteure liess fatalerweise zu oft Wünsche offen – viele Spieler fanden ihr gewohntes Leistungslevel nicht.“

Stäfa-Coach Markus Jud: „Wir wussten mit dem Druck, das 4-Punkte-Spiel gewinnen zu wollen respektive zu müssen, unverkennbar besser umzugehen. Altdorf fand das Rezept nicht, der Partie mit zunehmender Spieldauer noch den Stempel aufzudrücken. Unser unübersehbarer Vorteil war, über ein meines Erachtens stärker besetztes Kader als die Gastgeber zu verfügen.“

KTV-Präsident Stefan Arnold: „Ein ernüchterndes Resultat. Auf unserer Seite zu viele technische Fehler und ungenutzt gelassene Topchancen, dann aber auch etwelches Pech in wichtigen Aktionen, führten zum klaren Verdikt. Das gegnerische Konzept vermochten wir eher selten zu durchkreuzen. Die klar schlechteste Heimvorstellung der Saison muss nun raschestmöglich weggesteckt werden, zumal sie der Moral unserer Truppe alles andere als zuträglich ist.“ ar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelesen 2316 mal Letzte Änderung am Freitag, 29 November 2013 10:05