Donnerstag, 05 Dezember 2013 11:21

Eine penible Klatsche kassiert

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Nationalliga A: Pfadi Winterthur – HC KTV Altdorf 42:19

Urner sahen sich vom Tabellenersten bös zerzaust. Sie vermochten die Gastgeber nicht einmal zu „kitzeln“.

Mit einer derart deftigen Abfuhr des Tabellenletzten hatte wohl kaum jemand gerechnet. Nun heisst es, sich am Samstag gegen den BSV Muri Bern bestmöglich zu rehabilitieren.

11:2 nach Auftaktviertelstunde

Philipp Reuter vom HC KTV Altdorf war erfolgreichster Skorer der Mittwochabendpartie überhaupt (8 Treffer). FOTO: RUEDI AMMANN   Rund 400 Zuschauer wohnten dem Mitte-Woche-Spiel in der Winterthurer Eulachhalle bei. Sie sahen einen Fight, der eigentlich diesen Namen gar nicht verdient, vorgesetzt. Denn die Gastgeber zogen alle Register ihres Könnens – den Besuchern nur die Brosamen überlassend. Und damit beweisend, dass sie nicht von ungefähr die Ranglistenspitze zieren. Die Pfader hatten noch vor dem Einsatz davor gewarnt, die Begegnung gegen den Underdog ja nicht als „Selbstläufer“ zu bezeichnen, sondern sie voll engagiert in Angriff zu nehmen. Die Mahnung wurde gehört: Nichts von Schlendrian war bei den Platzherren zu sehen. Während der vollen Stunde lieferten sie eine Leistung ab, welche das Prädikat „vorzüglich“ neidlos verdient.

Wenig bis nichts lief anderseits im Team der Urner, das nur um Haaresbreite einen Nationalliga-Klubrekord der Eulachstädter zu vereiteln vermochte. Denn Pfadi hatte in den letzten Jahren bereits viermal Partien mit 42 erzielten Toren siegreich gestaltet. Der HC KTV Altdorf legte eine erste Halbzeit zum Vergessen aufs Parkett. Nur mal sechs innert einer halben Stunde erzielte Treffer erübrigen eigentlich spezielle Kommentare. Gegen die kompromisslos zur Sache gehenden Platzherren fandem die Urschweizer nur selten das Rezept zu reüssieren. Zwischen der 1. und 15. Minute durfte sich lediglich Philipp Reuter zweimal ein Erfolgserlebnis attestieren lassen. Auf der Gegenseite lief es den Pfadern wie am Schnürchen. Sie versetzten die oft viel zu passiv agierende gegnerische Deckung Mal für Mal, dabei immer wieder mit blitzschnell vorgetragenen Gegenstossaktionen reüssierend.

„Mussten uns vorführen lassen“

Altdorf lag bereits zur Pause mit 6:23 in absoluter Schieflage. Die Platzherren gingen auch während der zweiten Halbzeit überhaupt nicht vom Gaspedal, kombinierten immer wieder phantastisch und wirbelten die Urner Deckung oft geradezu gnadenlos durcheinander. Immerhin wusste sich die Urner Deckung mit zunehmender Spieldauer etwas besser auf die Zürcher einzustellen. Doch spezielle Lorbeeren gab es natürlich keine mehr einzuheimsen, geschweige denn dem Handballspektakel ihrer Widersacher (beste Skorer mit je 7 Einschüssen waren Oliver Scheuner sowie Marvin Lier) auch nur einigermassen Paroli bieten zu können.

Die besten Noten erteilten die Pfadi-Winterthur-Teamchefs dem Altdorfer Teamshooter Philipp Reuter, der sich acht Tore gutschreiben liess und hinter Daniel Röösli (75 Prozent) auch die zweitbeste Abschlussquote (50 Prozent), zusammen mit Marc Fallegger, für sich beanspruchen durfte. Gegenüber den Zürcher Medien brachte es Reuter auf den Punkt, als er meinte, etwas gar so Schlimmes nicht erwartet zu haben. Burkhard Keller, KTV-Coach, stellte fest, dass seine Leute alles andere als eine hundertprozentige Leistung abgeliefert hätten und sich anderseits zu früh aufgaben, anderseits aber auch bekräftigte, dass an Wochentagsspielen eben keine professionelle Vorbereitung zu erwarten sei, da praktisch alle seiner Akteure bis um 17 Uhr ihrer beruflichen Arbeit nachzugehen haben.

Von den übrigen Mittwochabendspielen bleibt zu rapportieren, dass der HC Kriens-Luzern mit Wacker Thun kurzen Prozess (28:20) machte, und anderseits der BSV Muri Bern  GC/Amicitia Zürich alt aussehen liess (35:26). Damit ist gleich auch gesagt, dass die Berner am Samstagabend für die Urner eine schwer einzunehmende Festung darstellen dürften. Dennoch wollen die Burkhard-Boys das Mittwoch-Debakel vergessen machen und die Auswärtspartie „anständig“ hinter sich bringen. Die gegenwärtigen Bilanzen der beiden Kontrahenten: Muri Bern 4., 16 Punkte/415:381, Altdorf 10., 2/359:464. - Bereits am Dienstagabend, 10. Dezember (20 Uhr, Feldli), heisst es dann erneut in die Hosen zu steigen. Zu Gast erwartet wird St. Otmar St. Gallen, das unter den Auguren als weiteres Abstiegsrundenteam gehandelt wird.

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Sebastian Munzert, Lukas Huwiler (2), Dave Zürcher, Lutz Wesseling (1), Ivan Fallegger, Marc Fallegger (2), Samuel Stadelmann (3), Fabian Auf der Maur, Philipp Reuter (8), Daniel Röösli (3).

 

Fünf weitere Wochenendspiele

Nebst dem Fanionteam (NLA) stehen am Samstag fünf weitere Mannschaften des HC KTV Altdorf im Einsatz.

Die 2.-Liga-Damen, welche vor wenigen Tagen das Regionalcupspiel gegen den HC Kriens klar mit 17:34 ans Bein zu streichen hatten, treten zum Punktespiel auswärts gegen Handball Emmen an. Die Luzernerinnen grüssen zurzeit vom 3. Platz (8 Spiele/11 Punkte), Altdorf von der 5. Position (7/9).

Die zweite Herrenmannschaft darf sich keinen Umfaller mehr leisten, will sie sich im Rahmen des 3.-Liga-Championats noch gewisse Aufstiegschancen ausrechnen. Sie kreuzt die Klingen als Ranglistenfünfte (8/10) ebenfalls gegen Handball Emmen (3., 8/12).

In der Meisterschaft der schweizweit besten U19-Elitejunioren kommt es in der Krienser Meiersmatthalle zum Regionalknüller zwischen der SG Pilatus (5. 6/6) und der SG Stans/Altdorf (3., 7/10). Die U17-Interjunioren der SGSA (3., 7/10) spielen in der Luzerner Maihofhalle gegen die SG Muotathal/Pilatus (5., 6/6).

Die U15-Junioren des HC KTV Altdorf (1., 7/14) schliesslich wollen versuchen, im Rahmen der Qualifikationstour den Nimbus der Ungeschlagenheit zu wahren. Sie fighten gegen die Vertretung des HC Malters (4., 7/2) auswärts.

 

 

 

 

Gelesen 1966 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 Dezember 2013 12:50