Mittwoch, 11 Dezember 2013 11:51

Schlussphase lief aus dem Ruder

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Nationalliga A: HC KTV Altdorf – St. Otmar St. Gallen 26:31

Zwei verletzte Altdorfer am Spielfeldrand (links Jost Brücker, jetzt St. Otmar St. Gallen) sowie Thomas Mohenski. FOTO: RUEDI AMMANN   Punktegewinn lag in Reichweite. Doch Abschlusspech und verkorkste Schlussminuten liessen Vorhaben platzen.

Gleich zwei Altdorfer waren am Dienstagabend, vor rund 500 Zuschauern, nur am Spielfeldrand zu entdecken: Topskorer Thomas Mohenski hatte eine (gut verlaufene) Schulteroperation hinter sich und trägt den linken Arm in einer Schlinge, Jost Brücker (jetzt bei St. Gallen) musste sich nach einer Knieverletzung eine Bandage sowie Gehstöcke verpassen lassen.

Nachdem gleichentags die Kadetten Schaffhausen gegen Muri Bern das bessere Ende für sich behielten (34:24), hat das Team aus der Munotstadt die Ranglistenspitze im Zwischenklassement wieder übernommen (16/26), vor Pfadi Winterthur (15/25) und Kriens-Luzern (15/22). Im hinteren Teil hat St. Otmar St. Gallen nun – nach dem Sieg in Altdorf – gute Chancen, sich noch die Teilnahme an der Finalrunde (sechs beste Teams) zu sichern. Die Urner bleiben auf dem letzten Platz (16/2), hinter Stäfa (15/6), Gossau (15/10), St. Gallen und GC/Amicitia Zürich (je 15/14).

Neues Muster gestrickt

KTV-Trainer und Coach Burkhard Keller hatte sich im Hinblick auf den Dienstababendfight etwas Neues ausgedacht. So beliess er während der ersten Halbzeit sowohl Christoph Piske wie Lutz Wesseling auf der Spielerbank, um den übrigen Topgesetzten seiner Formation vermehrte Spielanteile zu gewähren. Die beiden Erstgenannten hatten während der letzten Partien recht diskrete Leistungen abgeliefert. Die „Massnahme“ erwies sich als durchaus gerechtfertigt, zumal die Gastgeber sich während der ersten Halbzeit ausgesprochen gut zu verkaufen verstanden.

Teamchefs und Schiris, von links: Sebastian Munzert (KTV), Kevin Zowa/Beat Dobler, Fabian Christ (Otmar). FOTO: RUEDI AMMANN   Philipp Reuter schoss seine Mannschaft schon nach 32 Sekunden in Front. Dem 1:3 setzte Lukas Huwiler das 2:3 entgegen. Dave Zürcher und Iwan Fallegger blieben gleich anschliessend zweimal erfolgreich (4:4). Glück hatte in der Folge der an diesem Abend mit verschiedenen sehenswerten Einsätzen aufwartende Marcel Luthiger: Nach einem „Ausflug“ Richtung Platzmitte landete der Ball nicht im vorübergehend verwaisten Tor, sondern am Pfosten. Nach 25 Minuten lautete das Skore 10:10. Philipp Reuter (zweimal) wie Samuel Stadelmann zeichneten für drei weitere KTV-Treffer zuständig. 2 Minuten vor dem Pausenpfiff führten die Gastgeber 13:11. Beim Stande von 13:12 wartete Marcel Luthiger mit einer mirakulösen Aktion (St. Galler Gegenstoss) auf, seiner Truppe damit die Pausenführung wahrend.

5-Tore-Rückstand fast aufgeholt

Dave Zürcher ballert los. FOTO: RUEDI AMMANN   Wenig ermutigend begann der zweite Spielabschnitt aus Altdorfer Sicht. Innerhalb von 150 Sekunden wendeten die Ostschweizer das Blatt mit 3 Toren, um später auf 15:18 und 16:21 davonzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt waren Srdjan Djordjevic (Tor) sowie Lutz Wesseling und Christoph Piske Einsätze zugestanden worden. Altdorf zeigte nach dem Rückstand viel Charakter. Nach rund drei Vierteln der Gesamtspielzeit lagen die St. Galler nur noch mit 22:23 im Vorteil – für eigentliche Toptreffer in den Reihen der Platzherren waren Philipp Reuter (Hüftschuss), Christoph Piske (Sprungwurf), Iwan Fallegger (raffinierter Drehball) und Daniel Röösli (Heber) besorgt. Die begeisterten Fans feuerten ihre Truppe, die zwischenzeitlich noch mit einem höchst fragwürdig verhängten Penalty eingedeckt worden war, frenetisch an – der Glaube an einen Punktegewinn ihrer Mannschaft war neu entflammt. 5 Minuten vor Spielschluss (22:24) setzte Sebastian Munzert mit letztem Einsatz einen Ball in die Otmärler-Maschen, wenig später durch Philipp Reuter nachgeahmt (25:26) – ein Knaller Lutz Wesselings landete fatalerweise nur an der gegnerischen Torumrandung.

Daniel Röösli, effizienter Rechtsaussen, am Drücker. FOTO: RUEDI AMMANNZiehen der Reissleine blieb erfolglos

Zwei fatale technische Fehler (Ballverluste) nützten die Gäste postwendend aus. KTV-Coach Burkhard Keller zog in der Folge die Reissleine. Alles oder nichts lautete die Devise. Der zugunsten eines zusätzliche Feldpielers auf die Bank beorderte KTV-Torsteher hatte machtlos zuzusehen, wie die St. Galler den Ball zweimal ins leere Tor beförderten. Die Entscheidung war dadurch natürlich gefallen, trotzdem Ivan Fallegger mit einem sehenswerten Treffer die Bilanz seiner Truppe noch etwas aufzubessern vermochte.

Ivan Fallegger zum Spielverlauf: „In der entscheidenden Phase und auch zuvor liessen wir mehrmals ermangelnde Geduld erkennen.“ Dave Zürcher: „Uns fehlte zu einem gewissen Teil auch die Siegermentalität, ausserdem ortete ich unsererseits zu viele technische Fehler, verbunden mit Ballverlusten, zu grosser Hektik und Gegenaktionen, die den St. Gallern immer wieder zu pass kamen.“

Akrobatische Einlage Samuel Stadelmanns. FOTO: RUEDI AMMNAN   Erfolgreichste Skorer der Urner waren gegen St. Otmar Ivan Fallegger und Philipp Reuter (je 6 Treffer), vor Daniel Röösli (5). Hundertprozentige Abschlussquoten liessen sich Sebastian Munzert und Samuel Stadelmann attestieren, vor Ivan Fallegger (85), Daniel Röösli (83) sowie Dave Zürcher und Philipp Reuter (je 66). – Bester Skorer bei den Gästen war mit Abstand Vedran Banic (9).

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Srdjan Djordjevic; Sebastian Munzert (2), Lukas Huwiler (2), Dave Zürcher (2), Lutz Wesseling, Ivan Fallegger (6), Marc Fallegger, Samuel Stadelmann (2), Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (6), Daniel Röösli (5), Christoph Piske (1).

Altdorf III zieht Mannschaft zurück

Die Mannschaft hat mit deutlicher Mehrheit beschlossen, ihren „Dienst“ zu quittieren respektive an der Meisterschaft 2013/14 in der 4.Liga nicht mehr mitzutun. Der Entscheid fiel aufgrund grosser personeller Engpässe, die auch infolge ausserordentlichen Verletzungspechs zustande kamen. Eigentlich sehr schade, doch nachvollziehbar. Der HC KTV Altdorf III hatte bisher zusammen mit Emmen und Ruswil/Wolhusen im Zwischenklassement der Achtergruppe (mit je 10 Punkten) die Spitzenposition inne, vor Rothenburg (8), und mit 189 Toren am meisten Treffer markiert. Es ist höchstwahrscheinlich, dass der HC KTV Altdorf im Hinblick auf die Meisterschaft 2014/15 indessen wieder ein 4.-Liga-Team meldet.

 

 

 

Gelesen 2149 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Dezember 2013 16:14