Samstag, 14 Dezember 2013 21:35

Der doppelte Kinnhaken

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 Nationalliga A: Wacker Thun – HC KTV Altdorf 36:24

Urner kassierten nicht nur eine weitere Niederlage: Durch den Sieg Stäfas gegen GC/Amicitia Zürich (25:23) macht ihr Rückstand auf den Tabellenvorletzten nun bereits satte sechs Längen aus.

Die Dienste des „Glücksschweinchens“ sind im Hinblick auf den super wichtigen NLA-Heimmatch vom Mittwochabend gegen Fortitudo Gossau bereits gepachtet… FOTO: RUEDI AMMANN   Aus dem Vorhaben, anlässlich der vorletzten Qualifikationsrundenpartie am Samstagabend auswärts gegen Wacker Thun (in dessen Reihen der Ex-Altdorfer Lukas von Deschwanden erneut erfolgreich mitmixte) etwas Zählbares herauswirtschaften, wurde nichts. Die Urner vermochten nur mal gerade während der ersten 12 Minuten mitzuhalten (8:7 für die Berner Oberländer). Danach sahen sie sich von den Platzherren mehrheitlich dominiert respektive vermochten keine speziellen Akzente zu setzen. Zu allem Ungemach kam, dass das gleichzeitig engagierte Stäfa gegen GC/Amicitia Zürich siegreich blieb und seine Punktequote auf 8 Einheiten erhöhte (der HC KTV Altdorf steht mit 2 Zählern und 436:568 Toren zu Buche).

Noch einer fehlt…

Im Hinblick auf die Relegationstour-Teilnahme (12 Spiele – Beginn anfangs Februar) stehen nun bereits Altdorf, Stäfa und Gossau fest. Der Vierte im Bunde wird sich aus St. Otmar St. Gallen (14 Punkte) und GC/Amicitia Zürich (15) rekrutieren. Die letzte Runde wird diesbezüglich entscheiden. Die St. Galler empfangen Thun, GC/Amicitia wird den Spitzenklub Pfadi Winterthur aufzusuchen haben.

Stäfa begrüsst anlässlich der letzten NLA-Qualifikationsrunde am Mittwochabend, 18. Dezember, übrigens den Tabellenzweiten Kadetten Schaffhausen. Der HC KTV Altdorf möchte natürlich gleichentags nur allzu gerne den letzten Quali-Einsatz vor eigenem Publikum gegen Gossau (12 Punkte, 457:516), ab 20 Uhr in der Feldliarena, siegreich gestalten, um allenfalls den Rückstand auf Stäfa zu reduzieren, da im Hinblick auf die Abstiegstour die vorgängig totalisierten Punkte mitgenommen werden. Sollte dies nicht gelingen, sieht die NLA-Zukunft (lies: Direktabstieg) für die Urner zappenduster aus…

Vielversprechender Auftakt im Berner Oberland

Die Gastgeber sollten in Thun möglichst aus ihrer Reserve gelockt werden, zumal sie die Finalrundenqualifikation noch nicht hundertprozentig auf sicher hatten. Die knappe Heimniederlage der Innerschweizer (28:31) liess diesbezüglich leise hoffen, dass mit einer Sonderleistung eventuell etwas zu bewegen wäre. Doch das Urner Hoffnungsflämmchen brannte nicht lange, begann nach der 12. Spielminute (8:7 für die Thuner) zu flackern, um dann spätestens nach der 22. Minute (14:8) zusehends an Vitalität einzubüssen. Ob da im Hinterkopf des einen oder andern KTV-Akteurs bereits die Konzentration im Hinblick auf die ungleich wichtigere Begegnung gegen Gossau aufschien respektive Platz griff, ist im Nachhinein schwerlich auszuloten. Fest jedoch stand bald einmal, dass der Match - im Fernsehen übrigens direkt nachzuverfolgen - immer deutlicher auf die Seite der Gastgeber kippte. Zur Pause lautete das Skore - vor rund 800 Schlachtenbummlern - bereits 18:11 zugunsten der Berner.

Starke Paraden Marcel Luthigers

Den zweiten Spielabschnitt nahm der HC KTV Altdorf mit Marcel Luthiger im Tor - er ersetzte Srdjan Djordjevic - in Angriff. „Luthi“ wartete verschiedentlich mit beeindruckenden Paraden auf. Es gelang ihm beispielsweise, einen durch Lukas von Deschwanden (Letzterer war bei den Thunern an diesem Spielabend mit 10 Treffern vielgefeierter Topskorer) abgefeuerten Penaltyball an den Pfosten zu lenken und etliche gegnerische 100-Prozent-Chancen zunichte zu machen.

Ab der 50. Minute schien die Luft bei den Innerschweizern – wie diese Saison schon so oft – definitiv draussen zu sein. Technische Fehler häuften sich, etliche Schüsse aufs Thuner Tor blieben unverwertet. „Der KTV-Angriff wirkte oftmals unbeholfen und ideenlos. Es wurde zu oft versucht, mit verfrühten Abschlussversuchen respektive mit der Brechstange zum Erfolg zu kommen, nachdem die Thuner Deckung sich als höchst kompakt erwies“, erkannte der (neutrale) TV-Kommentator zu Recht. Das letzte Erfolgserlebnis für den HC KTV Altdorf durfte sich Samuel Stadelmann gutschreiben lassen. Zwar traf auch Lukas Huwiler nochmals ins Volle, doch war die Matchzeit Sekundenbruchteile offenbar zuvor - so befanden jedenfalls die generell gut arbitrierenden Schiris Jergen/Zaugg - abgelaufen.

Die Erkenntnis aus der Samstagabendpartie: Der HC KTV Altdorf wird sich am kommenden Mittwochabend nur mit einer „Komplettleistung“ gegen Gossau Erfolgschancen ausrechnen dürfen. Genauer: Vieles muss besser als gegen Wacker Thun - und zwar über die vollen 60 Spielminuten hinweg - gemacht werden. Auf die Mithilfe des treuen Stammpublikums wird natürlich erneut gehofft…

Eine Prise Zahlen zum Abschluss: Beste KTV-Skorer waren in Thun Daniel Röösli und Philipp Reuter (je 5 Treffer), vor Lukas Huwiler und Ivan Fallegger (je 4). Eine hundertprozentige Abschlussquote liess sich Samuel Stadelmann notieren, vor Daniel Röösli (71), Lukas Huwiler, Dave Zürcher und Ivan Fallegger (je 66). – Philipp Reuter vom HC KTV Altdorf wird in der NLA-Topskorerliste sein zurzeit dritter Platz nicht mehr weggeschnappt werden können: Er erzielte in der laufenden Saison gegen Thun bereits sein 100: Tor, im Durchschnitt pro absolvierte Partie 5,9 Treffer. Reuter liess sich durch die Gastgeber in den Reihen seines Teams übrigens als „Player des Abends“ auszeichnen.

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Sebastian Munzert (1), Lukas Huwiler (4), Dave Zürcher (2), Christian Bär, Ivan Fallegger (4), Marc Fallegger, Samuel Stadelmann (2), Fabian Auf der Maur, Tizian Dossenbach, Philipp Reuter (5), Daniel Röösli (5), Christoph Piske (1).

 

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