Freitag, 24 Januar 2014 10:06

Umfeld soll professionalisiert werden

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HC KTV Altdorf und die Zukunft

Ein Gespräch mit Vereinspräsident Stefan Arnold im Vorfeld der Nationalliga-A-Abstiegsrunde

Stefan Arnold, Präsident des HC KTV Altdorf. FOTO: RUEDI AMMANNBestimmt hat die Klubleitung dieser Tage einige Überlegungen betreffs Situation der Herren I angestellt. Was ist dazu zu sagen?
Stefan Arnold: „Über die Festtage haben natürlich einige Gespräche stattgefunden. Grundsätzlich sind wir mit den Leistungen der Mannschaft zufrieden. Einzig bei den erzielten Punkten haben wir mehr erwartet. An den Heimspielen, mit der grossartigen Unterstützung unserer Fans, waren wir jeweils über weite Strecken ebenbürtig. Unter dem Strich hat aber einfach immer etwas gefehlt. Insbesondere in der Rückrunde waren die Resultate schlechter. In der Rückrunde mussten wir bei einigen Einsätzen auf verletzte Spieler verzichten.“

Wird die Lage bezüglich Direktabstieg in die NLB im gegenwärtigen Zeitpunkt bereits definitiv als "rot" eingestuft?
Stefan Arnold: „Der Rückstand auf Lakers Stäfa beträgt bereits 6 Punkte. Diese Hypothek ist sehr schwierig wett zu machen. Dazu bräuchten wir eine optimale Abstiegsrunde mit mindestens drei Siegen gegen Stäfa. Dies zu realisieren ist sicher sehr schwierig. Wir erwarten aber von unserem Team eine gute Einstellung und den Willen bei jedem Spiel das Beste zu geben.“

Wie zeigt sich die "Befindlichkeit" in den Reihen der Mannschaft?
Stefan Arnold: „Nicht nur die Mannschaft, jeder Einzelne hat sich natürlich gewisse Ziele gesteckt. Nach Abschluss der Qualifikation sind natürlich alle nicht zufrieden und eine gewisse Enttäuschung ist sicher da. Dass dies auch auf die Befindlichkeit schlägt, ist eigentlich normal. Man hat klar gemerkt, dass die Erwartungshaltung beim Spieler und auch beim Publikum gestiegen ist.“

Werden seitens der Klubleitung im gegenwärtigen Zeitpunkt allfällig sich aufdrängende Reaktionen ins Auge gefasst?

Stefan Arnold: „Uns für die Abstiegsrunde nochmals zu verstärken, wäre mit zu grossen Risiken verbunden gewesen. Als Ersatz für Philipp Reuter hätten wir einen absoluten Topspieler verpflichten müssen. Eine Garantie für den Ligaerhalt wäre das aber auch nicht. Zudem ist der Zeitdruck (Transferschluss 31. Januar 2014) sehr gross, um da einen richtigen Entscheid treffen zu können.“

Insbesondere auch die Fingerverletzung Philipp Reuters (Dritter in der NLA-Gesamtskorerliste) ist ein spezielles Handicap. Wie steht es damit?
Stefan Arnold: „Die Fingerverletzung von Philipp Reuter bedurfte eines operativen Eingriffs. Ob er diese Saison nochmals eingreifen kann, ist abhängig vom Heilungsverlauf. Der OP-Entscheid wurde erst im Januar zusammen mit ihm gefällt. Der Ausfall unseres Spielmachers und Topskorers ist natürlich sehr schmerzhaft. Mit Thomas Mohenski fällt zudem sein Ersatz ebenfalls bis Ende Saison aus.“

Beim Herumhören in den Fanreihen wird vermehrt mit Bedauern festgestellt, dass nur ein Teil des Kaders zu Spieleinsätzen gelangt - andere Akteure zwar die Trainings intensiv besuchen, aber lediglich zu Bankstatisten geworden sind und dadurch auch keine Spielpraxis mehr besitzen. Wie stellt sich die Klubleitung dazu?

Stefan Arnold: „Auf dieser Stufe ist es absolut normal, dass nicht alle Spieler die gleichen Einsatzzeiten erhalten. Auch wir haben uns gewünscht, dass einzelne Spieler mehr eingesetzt werden. Die Verletzungssituation führt nun dazu, dass alle Spieler mehr Spielzeiten bekommen und auch Verantwortung übernehmen müssen und können. Wir haben jetzt noch zwölf Spiele, wo sich noch einige Einsatzchancen bieten werden.“

Werden dadurch nicht starke vereinseigene (Nachwuchs- und andere) Spieler vor den Kopf gestossen, was sich mit Blick auf die Zukunft durchaus fatal auswirken könnte (Rücktritte, Wegzüge)?

 

Stefan Arnold: „Wenn der Erfolg in einem Team nicht da ist, sind immer einzelne Spieler nicht zufrieden. Das lässt sich nicht vermeiden. Ich denke, dass unseren jungen Spieler ihr Leistungspotenzial gut kennen. Der Einstieg von der Juniorenstufe in die NLA wäre ein riesengrosser Schritt.“

Hat sich die Vereinsleitung bereits Gedanken gemacht, was bei einem Abstieg in die Nati B vorgekehrt werden müsste respektive wie eine neue "Ära" aussehen könnte/müsste?

Stefan Arnold: „Die Vorbereitung für die neue Saison hat bereits jetzt begonnen, ob NLA oder NLB. Bei einem Abstieg ist unser Ziel natürlich, dass wir das Team möglichst zusammen halten möchten.

Wir können in dieser NLA-Saison enorm viel lernen. Wir arbeiten weiterhin daran, das ganze Umfeld weiter zu professionalisieren und gute Rahmenbedingungen für unsere Herren 1 und alle anderen Teams anbieten zu können. Dazu brauchen wir aber auch Ressourcen, die wir nicht immer ohne weiteres rekrutieren können.“

 

 

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