Samstag, 01 Februar 2014 20:42

Luzerner "Lamborghini" erlitt keinen veritablen Kratzer

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Nationalliga A, Vorbereitungsspiel: HC KTV Altdorf – HC Kriens 23:36

Eine Viertelstunde lang vermochten die Urner Paroli zu bieten. Danach setzten sich die klaren Favoriten immer deutlicher ab.

Mit Händen und Füssen versucht die Krienser Deckung einen Durchbruch Lutz Wesselings (6 Treffer) zu verhindern. FOTO: RUEDI AMMANNEine Woche vor Wiederaufnahme des Meisterschaftsbetriebes traten der HC KTV Altdorf sowie der HC Kriens in der Baldinihalle am Freitagabend zu einem weiteren (und letzten) Vorbereitungsspiel an. Beide Mannschaften verfügten nicht über das komplette Kader. Beim HC KTV Altdorf musste Sebastian Munzert infolge Rückenproblemen ein weiteres Mal passen. Hingegen gehört die Oberschenkelverletzung Lutz Wesselings glücklicherweise der Vergangenheit an. Im Lager der Gäste, die alles in allem einen ungefährdeten Sieg erzielten, sorgte offenkundig insbesondere die jüngste Vermeldung von Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Daniel Fellmann (30), Boris Stankovic (34) und Fabio Baviera (22), je bis 2016, für zusätzliche Impulse. Linkshänder Stankovic zählt seit Jahren zu den besten NLA-Goalgettern, der beinahe 100-fache Internationale Fellmann spielt seit 2011 bei den Luzernern, Kreisläufer Baviera gehört dem erweiterten Kader des Nationalteams an.

Dreimalige Führung der Altdorfer

Am Rande des Spielfeldes therapiert Kora Munzert-Piepgras (auch Spielerin des 2.-Liga-Damenteams) ihren von argen Rückenproblemen gebeutelten Mann Sebastian. FOTO: RUEDI AMMANN   Gegen die renommierte Truppe des HC Kriens, der die NLA-Finalrunde (sechs beste Teams) am kommenden Samstag in der Gümliger Sporthalle gegen den BSV Muri-Bern in Angriff nimmt – als weiteres Handball-Highlight in der Region figuriert gleichentags das Championsleague-Spiel zwischen Wacker Thun und Barcelona (Berner Wankdorfhalle, 16.30 Uhr) auf dem Terminkalender – wartete der HC KTV Altdorf mit einer recht eindrücklichen Auftaktviertelstunde auf. Samuel Stadelmann erzielte das 1:0 und 3:2, Daniel Röösli das 5:4. In der Folge gestaltete sich das Spiel, durch Stefan Arnold und Philipp Tresch aufmerksam geleitet, ziemlich ausgeglichen. Nach dem 9:9 setzte sich dann die Abgebrühtheit der Gäste definitiv durch. Bis zur Pause erhöhten sie das Skore auf 18:12, öfters von gegnerischen Fehlzuspielen sowie technischen Fehlern der Platzherren eiskalt Nutzen ziehend. Aus dem Verlauf der zweiten Halbzeit bleibt insbesondere ein Treffer des HCK-Torstehers Roman Schelbert hervorzustreichen. Ihm gelang das Kabinettstücklein, den zu weit vorne platzierten Luthiger mit einem Von-Tor-zu-Tor-Präzisionswurf in die Röhre gucken zu lassen.

Nicht vorbehaltlos zufriedene Trainer

Während der zweiten Halbzeit gab der HC Kriens das Zepter kaum mehr aus der Hand. Die Luzerner erhöhten ihren Vorsprung kontinuierlich, auch wenn der den zweiten Spielabschnitt bestreitende (bislang während längerer Zeit verletzte) Marcel Luthiger immer wieder mit starken Paraden seine Aufwartung machte. Der HC KTV Altdorf verlor die Partie schliesslich mit 23:36 klar. HCK-Trainer Heiko Grimm zeigte sich von der Leistung seiner Schützlinge nicht vorbehaltlos angetan: „Gegen den BSV Muri-Bern müssen wir am Samstag schnörkelloser und effizienter zur Sache gehen, wollen wir die Punkte in den eigenen Reihen behalten.“ Sein Gegenüber Burkhard Keller, der Kriens seinerzeit ins Oberhaus geführt hatte, zur Vorstellung der Urner Gastgeber: „Wir versuchten während der zweiten Halbzeit, so ganz nach dem Motto „Teufel komm raus“, ziemlich alles, um Terrain gut zu machen. Zu viele technische Eigenfehler verunmöglichten ein besseres Resultat.“ Zufriedenstellende Noten erteilte Burkhard dem Gesamteindruck, den seine Truppe hinterliess. Er bezeichnete es im Hinblick auf die Abstiegsrunde speziell wichtig, als Team möglichst positive Akzente zu setzen und so achtbare Resultate anstreben zu können.

Noch zwölf Einsätze bis zum Saisonende

Der HC KTV Altdorf empfängt zum Auftakt der Abstiegsrunde am Samstagabend, 8. Februar, 18 Uhr, in der Feldliarena die Zürcher Truppe Grasshoppers/Amicitia. Die Gäste aus der Limmatstadt blicken den zwölf Spielen berechtigterweise mit etwelcher Zuversicht entgegen, spielt ihnen die Ranglistenkonstellation (mitgenommene Punkte aus der NLA-Qualifikationsrunde) doch in die Hand: GC/Ami 15 Punkte (Tordifferenz -34), Fortitudo Gossau 14 (-58), Lakers Stäfa 8 (-88), HC KTV Altdorf 2 (-133). Am Ende der Durchgänge steigt der Letzte direkt in die Nationalliga B ab, während der Zweitletzte gegen das zweitbeste NLB-Team zu einer Barrage antritt.

Im von der Verletzungshexe arg gebeutelten Team des HC KTV Altdorf ist sich das ganze Kader der schwierigen Mission „Abstiegsrunde NLA“ bewusst. Erfreulicherweise ist im Kollektiv keinerlei Weltuntergangsstimmung, sondern vielmehr eine Jetzt-erst-recht-Einstellung auszuloten. Dies dürfte bestimmt auch das Publikum zu honorieren wissen, welches seiner Mannschaft auch in der höchst prekären Situation seine Unterstützung kaum versagen wird.

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger; Christoph Piske (3), Lutz Wesseling (6), Kevin Ledermann, Marc Fallegger (1), Ivan Fallegger, Daniel Röösli (5), Fabian Auf der Maur (1), Lukas Huwiler, Tizian Dossenbach, Samuel Stadelmann (6), Dave Zürcher (1).

 

 

 

 

 

 

 

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