Sonntag, 30 März 2014 00:00

Hüne Daniel Stahl - und versiebte Hundertprozenter

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Nationalliga A, Abstiegsrunde: HC KTV Altdorf - Fortitudo Gossau 20:28

Chancen für einen Erfolg hatten die Urner zu Hauf. Doch sie blieben vielfach ungenutzt – der erste NLA-Sieg ist somit weiterhin Utopie.

Lukas Huwiler verLässt den HC KTV Altdorf auf Saisonende. FOTO: RUEDI AMMANN   Nur noch knapp 200 Kiebitze erwiesen der ersten Mannschaft am Samstagabend in der Feldliarena die Reverenz - nachdem die Entscheidungen vier Runden vor Abschluss der zwölfteiligen Relegationsrunde bereits ohne Ausnahme gefallen waren: nicht weiter verwunderlich. Die Platzherren warteten mit einer höchst durchzogenen Leistung auf. Insbesondere die Effizienz bezüglich Auswertung sogenannt hundertprozentiger Chancen liess grosse Wünsche offen. Gegen ein Dutzend entsprechender Möglichkeiten wurden ausgelassen – Mal für Mal fand das Streitobjekt allein vor dem gegnerischer Torsteher aufkreuzender KTV-Stürmer den Weg ins Tor der St. Galler nicht. Insbesondere Ivan Fallegger zog einen rabenschwarzen Tag ein: Er verzeichnete lediglich eine 28-Prozent-Erfolgsquote (fünfmal solo am gegnerischen Kreis aufgetaucht) – Christoph Piske kam seinerseits nicht über 33 Prozent hinaus (15 Abschlussversuche, nur fünfmal erfolgreich).

Der Bomber vom Dienst

Ivan Fallegger im „Anflug“. FOTO: RUEDI AMMANNDie Ostschweizer Gäste hatten in ihren Reihen einen Skorer der Sonderklasse – den 2.04 Meter gross gewachsenen Deutschen Daniel Stahl – stehen. Er, der im Verlauf der Saison 2013/14 verletzungshalber während längerer Zeit pausieren musste, versetzte die alles andere als überzeugend wirkende KTV-Deckung Mal für Mal. Insgesamt neunmal traf er ins Volle. Stahl wird die Gossauer Ende Saison nach sechsjähriger Zugehörigkeit verlassen. Wo er seine “Handballzelte“ aufschlagen wird, ist zurzeit noch ungewiss.

Nachdem die Lakers aus Stäfa in einem weiteren Relegationsfight gegen GC/Amicitia Zürich mit 25:30 den Kürzeren gezogen haben, präsentiert sich die entsprechende Rangliste – drei Runden vor Meisterschaftsschluss – wie folgt: 1. GC/Amicitia Zürich (30 Punkte), 2. Fortitudo Gossau (25), 3. Lakers Stäfa (14, Teilnahme an der Barrage), 4. HC KTV Altdorf (2, Direktabstieg). Der nächste Einsatz der Urner ist übrigens erst am Samstag, 12. April fällig, und zwar erneut gegen Gossau (Feldli, 18 Uhr).

Anita Müller-Gnos mit KTV-Nachwuchs: Sina Herger, Livio Müller, Noel Herger (von links). FOTO: RUEDI AMMANN   Aus dem Spielverlauf

Der HC KTV Altdorf war ohne Fabian Auf der Maur (Einsatz mit der zweiten Mannschaft im wichtigen Auswärtsspiel gegen Stans) angetreten. Die Partie gegen Gossau begann aus Altdorfer Optik alles andere als wunschgemäss. Zwar vermochte Christoph Piske das 0:1 durch einen souverän verwandelten Penalty auszugleichen. Doch bis zur 15. Minute handelten sich die Platzherren einen 4-Tore-Rückstand (5:9) ein. Zur Pause lautete das Skore gar 10:15 – Altdorfs Spielanlage wirkte bereits bis zu diesem Zeitpunkt wenig berauschend.

Christoph Piske erzielte fünf Altdorfer Treffer. FOTO: RUEDI AMMANNGleich nach Wiederaufnahme der Begegnung verkürzten Christoph Piske und Sebastian Munzert (12:15). Doch das Ganze erwies sich fatalerweise rasch als Strohfeuer. Weiterhin war es Gossau, welches das Spielgeschehen mehrheitlich prägte. Kaum hatte die Schlussviertelstunde begonnen, lagen die Innerschweizer mit acht Längen Differenz im Rückstand (16:24, später gar 16:26). Altdorf fehlte unverkennbar das innere Feuer, um Gegensteuer geben zu können. Eigentliche Highlights waren zur Rarität geworden – das Team fand sich offenbar bereits mit der deutlichen Niederlage ab, trotzdem die letzte Begegnung in Gossau nur knapp verloren gegangen war (25:28). Erwähnung verdienen lediglich noch eine geniale Penaltyparade Marcel Luthigers gegen ein Geschoss Daniel Stahls, ferner der letzte KTV-Treffer seitens Tizian Dossenbachs, der nach Auffassung etlicher einheimischer Fans viel zu spät (erst ab 56. Minute) eingesetzt worden war.

Samuel Stadelmann lässt Gossauer Deckung alt aussehen. FOTO: RUEDI AMMANNWas die anstehenden Mutationen (Zu- respektive Wegzüge) im Fanionteam im Hinblick auf die nächste NLB-Meisterschaft 2014/15 betrifft, so war nach dem Gossau-Match am Samstagabend aus der „Chefetage“ kaum Neues zu erfahren. „Erste Entscheide werden jedoch in den nächsten Tagen fallen“, erklärte Teammanager Markus Brand. Fest steht indessen bereits, dass Lukas Huwiler (leider) definitiv nicht mehr mit von der Partie sein wird. Der 24-jährige Elektroniker will auf beruflicher Ebene neue Akzente setzen.

Altdorf spielte mit: Srdjan Djordjevic, Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Sebastian Munzert (2), Lukas Huwiler (3), Dave Zürcher (1), Christian Bär, Lutz Wesseling (5), Ivan Fallegger (2), Marc Fallegger (1), Samuel Stadelmann, Flavio Fallegger, Tizian Dossenbach (1), Daniel Röösli, Christoph Piske (5).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelesen 2545 mal Letzte Änderung am Sonntag, 30 März 2014 21:44