Donnerstag, 01 Mai 2014 00:00

Ein Abschied ohne Tränen

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Nationalliga A: Lakers Stäfa – HC KTV Altdorf 37:26

Der erste Saisonerfolg blieb den Urnern auch am Mittwochabend versagt. Zum Einsatz gelangte am Zürichsee insbesondere auch der Nachwuchs. Er verkaufte sich gut.

Nach 30 „happigen“ NLA-Spielen stand am Mittwochabend in Stäfa Burkhard Keller als Trainer/Coach letztmals im Brennpunkt. FOTO: RUEDI AMMANN   Als anlässlich des 50-Jahr-Vereinsjubiläums dem HC KTV Altdorf im Frühjahr 2013 das Husarenstück gelungen war, sich auf direktem Weg den Aufstieg in die oberste nationale Stärkeklasse zu katapultieren, war Euphorie total angesagt. Auch wenn jedermann wusste, dass die bevorstehende Aufgabe zu einem dornengespickten Spiessrutenlaufen würde. Nur die allergrössten Optimisten rechneten sich eine klitzekleine Chance aus, dass sich unter Beizug von Verstärkungen das „Wunder“ vielleicht doch noch realisieren liesse. Schon bald erwies sich, dass die Urner den „Weg zurück“, den schon etwelche ihrer (Aufsteiger-)Vorgänger zu beschreiten hatten, kaum würden umgehen können. Dieses Fazit zeichnete sich spätenstens dann ab, als Spielertrainer (und Topskorer) Philipp Reuter im Verlaufe der Hauptrunde verletzungsbedingt definitiv ausfiel und die Verletzungshexe auch Thomas Mohenski, einen weiteren Leistungsträger, zum vorzeitigen Zuschauen verknurrt hatte.

Fast 1000 Minustreffer kassiert

Am Mittwochabend bestritt das KTV-Kollektiv in Stäfa das Abschiedsspiel aus der Nationalliga A. Nach insgesamt 30 absolvierten Einsätzen waren 28 Niederlagen Tatsache geworden. Ein Erfolgserlebnis blieb den Urschweizern versagt – immerhin gestalteten sie zwei Partien unentschieden. Realisiert wurden total 756 Treffer – mehr als fünf Dutzend weniger beispielsweise als Stäfa und Gossau, welche nach der Qualifikations- und Relegationspartien die vorletzten respektive drittletzten Plätze einnahmen. Fast 1000 Minustore (genauer: deren 984 – 105 mehr als Stäfa) mussten in Kauf genommen werden. Dies zeigt, dass die meisten der kassierten Schlappen hauptsächlich auf die Kappe der KTV-Abwehr gingen.

Unter den besten Skorern der NLA-Saison belegen Lukas von Deschwanden (Wacker Thun), den 5. Platz (152 Treffer), Christoph Piske den 19. (115), Philipp Reuter (bis zu dessen verletzungsbedingtem Ausfall) den 22. (110), Lutz Wesseling den 24. (106).

Das abschliessende Mannschaftsklassement der Abstiegstour: 1. GC/Amicitia Zürich 33, Fortitudo Gossau 30 (beide weiterhin definitiv in der NLA angesiedelt), Lakers Stäfa 22, HC KTV Altdorf 2. Die Stäfner haben nun zur Barrage gegen den NLB-Ranglistenzweiten Endingen (4. und 10. Mai) die Klingen zu kreuzen. Der Direktaufsteiger heisst Suhr/Aarau, das den ersten Platz nach der Hauptrunde zusammen mit Endingen bekleidete, indessen bezüglich Tordifferenz (192/133) deutlich besser dastand.

Frühzeitig in Schieflage geraten

Die Chancen, im Rahmen der Saisonschlussvorstellung am Mittwochabend in Stäfa den ersten Erfolg zu landen, standen für die Urner nicht gerade gut. Die Gastgeber hatten bereits die letzte Partie (im Feldli) mit 39:23 klar gewonnen, traten nahezu komplett an (allerdings ohne Pascal Vernier und Tim Jud) und werteten die Hauptprobe im Hinblick auf die NLA/NLB-Barragepartien als Hauptprobe. Der HC KTV Altdorf - mit etlichen Nachwuchsspielern, denen Trainer Burkhard Keller eine Chance bot, sich zu profilieren und die sie denn auch gut nutzten, aufkreuzend - startete schlecht ins Spiel. Immerhin gelang Lutz Wesseling nach dem 0:2 der Anschlusstreffer. Nach gut 6 Minuten lautete das Skore 1:6, zur Pause 13:21. Mit zunehmender Spieldauer verkauften sich die Altdorfer immer besser, wirkten konzentrierter und zielstrebiger. An ein Aufholen des eingehandelten Rückstandes war indessen nicht zu denken. Bester Skorer blieb Lutz Wesseling (5 Treffer), vor den stark auftrumpfenden Lukas Huwiler, Samuel Stadelmann und Christoph Piske (je 4) sowie Ivan Fallegger und Fabian Auf der Maur (je 3). Die besten Abschlusserfolgsquoten liessen sich prozentual Lukas Huwiler und Samuel Stadelmann (je 80), vor Tizian Dossenbach und Christoph Piske (je 66) attestieren. Der den Grossteil der Partie bestreitende Nachwuchskeeper Jan Dittli neutralisierte zwei gegnerische Penaltybälle souverän und verzeichnete eine beachtliche 21-prozentige Abwehrerfolgsbilanz. Tizian Dossenbach erzielte 68 Sekunden vor Spielschluss übrigens den letzten Altdorfer NLA-Treffer.

Altdorf spielte mit: Jan Dittli, Pete Szilagyi; Lukas Huwiler (4), Flavio Fallegger, Dave Zürcher, Samuel Stadelmann (4), Ivan Fallegger (3), Marc Fallegger (1), Lutz Wesseling (5), Joy Gisler, Kevin Ledermann, Fabian Auf der Maur (3), Tizian Dossenbach (2), Christoph Piske (4).

 

Wie weiter?

In der „Chefetage“ des HC KTV Altdorf laufen nach Abschluss des NLA-Abenteuers die Vorbereitungen auf die NLB-Saison 2014/15 auf Hochtouren. Insbesondere bezüglich Trainer- und Coachingfragen stehen die letzten zu fällenden Entscheide unmittelbar bevor. Auch Gespräche bezüglich Spielerkaderzusammensetzung figurieren in der Pipeline der Vereinsverantwortlichen, wie Präsident Stefan Arnold am Donnerstag auf Anfrage erklärte, an vorderster Stelle. Für die erste Mannschaft hat nun eine (wohlverdiente) Verschnaufpause begonnen. Anfangs Juni läuft bereits die erste Vorbereitungsphase im Hinblick auf das nächste Championat an. ar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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