Donnerstag, 06 November 2014 00:00

Berner räumten Urnern nur wenige Konzessionen ein

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Schweizer Cup: HC KTV Altdorf (NLB) – Wacker Thun (NLA) 19:29

Endstation für das Nati-B-Team in der k.o.-Konkurrenz. Der NLA-Vierte dominierte dank furioser zweiter Halbzeit.

koljaninwackerKeine Lorbeeren gab es für die Unterklassigen am Mittwochabend in der Feldliarena – vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse (550 Personen verfolgten den Fight, der durch die frisch gebackenen Radball-Schweizer-Meister Dominik Planzer und Roman Schneider eingeläutet worden war) abzuholen. Sie zauberten zwar eine ausgezeichnete erste Halbzeit aufs Parkett (10:11). Doch danach war bald einmal Schluss. Die Wacker-Truppe, in deren Kollektiv auch der Ex-Altdorfer Lukas von Deschwanden mitmixte - und mit vier Toren bester Skorer der Gäste (nebst Luca Lindner) blieb - schalteten einen Gang höher. Die Platzherren fanden kein Rezept mehr, die kompakte Thuner Deckung auszuhebeln, liessen mit zunehmender Spieldauer allerdings auch etwas das erwartete Feuer und Spielgestaltungsideen („es fehlten in unseren Reihen während der zweiten halben Stunde sowohl Biss wie Zähne“, wie der vormalige KTV-Coach Stefan Arnold meinte) vermissen. So kam schliesslich ein Ergebnis mit zehn Toren Differenz zustande. Damit ist gleich auch gesagt, dass der Sechzehntelfinal für die Altdorfer das Ende des Cupabenteuers 2014 bedeutete. Sie können sich nun voll und ganz auf die laufende Meisterschaft konzentrieren und dort versuchen, weiterhin an der Tabellenspitze mitzumixen.

Eindrückliche Auftaktleistung

Der KTV musste bereits nach 85 Sekunden das 0:1 in Kauf nehmen. Was das Team von Spielertrainer Mario Obad und Coach Dani Lussi danach bis zur 10. Minute präsentierte, war von den Sitzen reissend. Durch einen verwerteten Penalty (Marko Koljan), einen Treffer des gleichen Schützen, zwei Tore durch Mario Obad sowie einen Erfolg Cyril Kellers wurde die 5:2-Führung Tatsache. Marcel Luthiger erwies sich zwischen den Pfosten als gewievter Hexer, so dass das Zwischenresultat durchaus den gezeigten Leistungen entsprach. Nach der Auftaktviertelstunde (5:5) bewerkstelligte Kevin Ledermann den sechsten Treffer seiner Truppe. Es war dies die letztmalige Führung der Innerschweizer, nachdem Lukas von Deschwanden einen Penaltyball zum Ausgleich in Luthigers Kasten gesetzt hatte. Im Anschluss an den 2-Tore-Vorsprung der Berner Oberländer (7:9) glichen die Altdorfer nochmals aus (Marko Koljan und Ivan Fallegger). Dem 9:10 setzte Marc Fallegger das 10:10 entgegen, doch die Thuner sorgten bis zum Pausenpfiff noch für einen klitzekleinen Vorsprung (10:11).

Sturmlauf der Gäste

prominenz wackerDer HC KTV Altdorf kassierte nach Wiederaufnahme der Partie zwei unglückliche Treffer, um dann in der Folge (nach der 39. Minute) immer deutlicher ins Hintertreffen zu geraten. Eine Viertelstunde vor Spielschluss führten die Berner mit fünf Längen Differenz (14:19), um danach immer klarer das Spieldiktat zu übernehmen. Daran vermochte auch der zwischenzeitlich ins Tor beorderte Nicolas Stocker nichts zu ändern. Ein besonderes Spektakel prägte die 54. Minute: Thun setzte einen Ball knapp über die Latte des vorübergehend verlassenen Altdorfer Tors, ein Wacker-Schuss prallte von der Latte ins Feld zurück, Fabian Auf der Maur hatte einen Pfostenknaller zu beklagen, Stocker machte einen Gegenstoss der Thuner magistral zunichte. Den Schlusspunkt unter den Cupfight setzte schliesslich Dave Zürcher: 2 Sekunden vor Spielschluss war er für den letzten Treffer der Gastgeber besorgt.

In den Reihen der Letzteren blieb Marko Koljanin erfolgreichster Skorer. Er war gegen die Thuner gleich mit sieben Treffern erfolgreich, vor Spielertrainer Mario Obad (3), Fabian Auf der Maur und Marc Fallegger (je 2). Zum Schlussresultat bleibt anzumerken, dass die beiden Thuner Hüter (Andreas Merz und Emush Klenja) insgesamt eine stupende Leistung ablieferten. Sie warteten mit einer 49- respektive 50-prozentigen Abwehr-Erfolgsquote auf.

Stimmen zum Spiel

Thun-Coach Martin Rubin (früherer Rekordinternationaler notabene): „Während der ersten Viertelstunde fanden wir gegen die phasenweise wie aus einem Guss spielenden Innerschweizer nur mühsam in die Partie. Danach lieferten wir im Vorfeld des nächsten NLA-Meisterschaftseinsatzes (gegen die Schaffhauser Kadetten) eine solide Leistung ab.“

Altdorfs Coach Dani Lussi: „Die Effizienz unserer Mannschaft nahm mit zunehmender Spieldauer ab. In der Meisterschaft wird es nun gelten, während 60 Minuten Vollgas – und nicht nur phasenweise 60 Prozent… - zu geben. Unsere Akteure müssen vermehrt dort zugreifen, wo es „weh tut“. Gegen Thun schien es übrigens auch, als ob es mit der konditionellen Verfassung Einzelner nicht immer zum Besten bestellt war. Im Hinblick auf den Samstagabendmatch gegen die SG GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen bin ich überzeugt, dass wir wieder voll motiviert (und konzentriert) zur Sache gehen werden.“

Der Vollständigkeit halber bleibt noch anzumerken, dass der HC KTV Altdorf gegen Wacker Thun 16 so genannt hundertprozentige Chancen versiebte und 13 technische Fehler beging.

Altdorf spielte mit: Marcel Luthiger, Nicolas Stocker; Sebastian Munzert, Dave Zürcher (1), Christian Bär, Ivan Fallegger (1), Cyril Keller (1), Marc Fallegger (2), Samuel Stadelmann (1), Kevin Ledermann (1), Fabian Auf der Maur (2), Tizian Dossenbach, Mario Obad (3), Marko Koljanin (7).

 

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